Kreuzen ohne Krawatte: Europa 2 auf Jungfernfahrt «Europa 2»: Die neue Leichtigkeit auf See

Der neue Luxus auf den Weltmeeren? Kein Krawattenzwang. Dafür mehr Raum, mehr Ruhe, mehr Restaurants. Die «Europa 2» setzt mit radikalem Konzept den Trend. Das Protokoll der Jungfernfahrt.
Feuerwerk für die «Europa 2» Der Luxusliner wurde in Hamburg getauft, steuert auf 26 Routen 123 Häfen an.
© Hapag-Lloyd Feuerwerk für die «Europa 2» Der Luxusliner wurde in Hamburg getauft, steuert auf 26 Routen 123 Häfen an.

Keine Krawatten mehr und schon gar keinen Smoking. Kein Welcome- und kein Captain’s Dinner. Kein fix zugeteilter Tisch. Und keine Blasmusik auf Deck beim Verlassen des Hafens. Hapag-Lloyd schneidet alte Zöpfe radikal ab, will ein neues, jüngeres, entspannteres Publikum an Bord der «Europa 2» holen. Davon war beim Check-in zur Jungfernfahrt in Hamburg noch wenig zu sehen: Die alten Stammgäste von der «MS Europa» drängten vor. Viele von ihnen betonten, «den Akkermann persönlich zu kennen» und drohten, ihm umgehend mitzuteilen, was nicht passt. «Der Akkermann» heisst Friedrich Jan Akkermann, ist Kapitän in der 13. Generation und der beste der Flotte. Für seine Passagiere hatte er auf der Jungfernfahrt wenig Zeit: Er musste die 225 Meter lange, elegante «Europa 2» einfahren, mit dem Joystick konzentriert mitten in die Städte Amsterdam, Antwerpen und Bordeaux steuern. Hohe Kapitänsschule!

Die perfekte Suite! Für die meisten Premierengäste ist es Liebe auf den ersten Blick. Die Architektur ist schlicht, messingfrei, hell. Kunst von Damien Hurst! Die Kabinen sind das Beste, was es auf dem Meer gibt. Mindestens 28 Quadratmeter gross, alle mit «echten» Balkonen, Regendusche, Nespresso-Maschine. Und dann gibts noch die Owners Suite: 100 Quadratmeter, Jacuzzi und Daybed mit freier Sicht aufs Meer, der Butler allzeit bereit. Faustregel für Normalreisende: 600 Euro pro Tag, Mahlzeiten inbegriffen.

Die Nächte sind lang. Acht verschiedene Restaurants stehen zur Wahl (siehe Box links), auch «after dinner» kommt keine Langeweile auf: Die Bühne gehört zwar hie und da noch Entertainern am Ende ihrer Karriere, doch wichtiger sind die grossen Shows, entwickelt für die «Europa 2», mit atemberaubender Akrobatik und coolen Lichteffekten; der Cirque du Soleil lässt grüssen. Alternativen: der Jazz Club. Die wunderschöne Smoker’s Lounge («Herrenzimmer»), die «Sansibar» (mit DJ) im Heck des Schiffs.

Zumba und Golf. Wellness mit Meerblick gibts auf 1000 Quadratmetern, Termine beim Fitnesslehrer oder Personal Trainer auch: Spinning, Power Boy, Cycling, Zumba. Erstklassig das Golfangebot; der modernste Simulator der Welt ist eingebaut, der Pro verfolgt und analysiert per Video den Schwung, geht an Land mit den Gästen golfen («Golf & Cruise»).

Check-in
Das Schiff «Europa 2», zurzeit auf Jungfernfahrt von Hamburg nach Lissabon. 225 m lang. 380 Mitarbeiter kümmern sich enorm zuvorkommend um 516 Gäste. Jede Kabine mit Balkon, mindestens 28 m2 gross, grosszügiger Spa und Wellnessbereich. Klubs für Kids und Teens
Die Restaurants Küchenchef Stefan Wilke (von der «Europa 1») wacht routiniert über acht Restaurants. Qual der Wahl für die Gäste! Auch Top-Weine zu fairen Preisen Preis Faustregel: 600 Euro pro Tag, pro Person Info www.hlkf.de, www.kuoni.ch

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