Netzwerk Bodenseegärten Lustwandeln in historischen Gärten

Die Region Bodensee ist berühmt für ihre Gärten. Das Netzwerk Bodenseegärten führt durch grüne Oasen am Westufer. Eine Reise durch idyllische Privatgärten, Schlossparks und Klosteranlagen.
Grüne Oasen
© Anina Rether

Die italienische Treppe auf der Insel Mainau in Sommertracht.

Blüten sind das Lächeln der Natur. Es geht auch ohne sie, aber nicht so gut.» Dieses Bonmot des Komponisten Max Reger zitierend, blickt eine Gartenliebhaberin auf die italienische Wassertreppe auf der Insel Mainau. Duftender Säulenwacholder und farbenprächtige Blumenbeete säumen die Wasserkaskaden, die zum Ufer des Bodensees plätschern. Lavendel liegt in der Luft. Die vielleicht berühmteste Blumeninsel wird ihrem Ruf gerecht. Durch einen schier endlosen Blütenreigen schlendern die Besucher am Schloss mit seinem barocken Rosengarten vorbei, wandeln unter 150 Jahre altem Baumbestand zum Orchideengarten und einem der grössten Schmetterlingshäuser Deutschlands. Die Insel Mainau ist der ideale Ausgangspunkt für eine vielseitige Gartenreise am Westufer des Bodensees.

Prächtige Privatgärten Ein kleines Juwel ist der Garten von Karin Böhler auf der Klosterinsel Reichenau. Direkt am Wasser finden sich Palmen neben Götterstatuen, Blütengirlanden hängen über hübschen Zierbrunnen. Das kleine Paradies hat keinen Zaun und ist öffentlich zugänglich. Wenn die freundliche Besitzerin zu Hause ist, serviert sie im Schatten einer Blumenpergola gerne Lavendelbiskuits und ein Gläschen Hugo mit selbst gemachtem Holundersirup (www.tourismus-untersee.eu).

Landschaftspark mit Aussicht Dass Gärten im ausgehenden Mittelalter dem Adel als Statussymbol dienten, wird im Schlosspark Arenenberg deutlich. In der nach englischem Vorbild gestalteten Parkanlage mit fantastischem Ausblick auf den Bodensee führen lauschige Wege zu Grotten, Wasserspielen und Pavillons. Wer mit dem Audioguide im neu angelegten Patriziergarten lustwandelt, kann 600 Jahre in die Vergangenheit reisen. Übrigens: Das Schloss war Sitz der Familie Bonaparte und ist einen Besuch wert.

Barocker Klostergarten Wer es beschaulicher mag, ist in der Kartause Ittingen richtig. In der grosszügigen Anlage gibt es Gärten und Spaziergänge à discrétion: ein Barockgarten, Kreuzgärten, Heilkräuter- und Gewürzgärten. Mit 170 Sorten besitzt Ittingen auch die grösste historische Rosensammlung der Schweiz. Ein Gang durch das Thymian-Labyrinth soll zur inneren Mitte führen. Wen es nach so viel Blumen und Kontemplation nach Kultur verlangt, besucht das Kunstmuseum, die Kirche, die eindrücklichen Mönchszellen, das Refektorium, den Kapitelsaal und den Kreuzgang des ehemaligen Kartäuserklosters, in dessen Mitte sich historische Rosen die Mauern hochwinden. Schon die Mönche wussten: Wer ein Leben lang glücklich sein will, der werde Gärtner.

Check-in

Netzwerk Bodenseegärten Die Insel Mainau und der Hortulus auf der Insel Reichenau (D), die Schlossparks von Arenenberg (CH), Salem und Meersburg (D), die Karthause Ittingen (CH) und div. Privatgärten am Untersee. Infos unter www.bodenseegärten.eu
Tipps Kaiserlicher Gartentag auf Schloss Arenenberg, Sonntag, 17. 8. Bischofszeller Rosenwoche 20.–28. 6. 2015. Mit dem Schiff von der Insel Mainau nach Meersburg
Hotels Kartause Ittingen, DZ ab CHF 260.– (www.kartause.ch), Hotel Mohren auf der Insel Reichenau, DZ ab EUR 100.– (www.mohren-bodensee.de).

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