«Storchen» - Zürich Ein fünfter Stern für Zürichs «Wohnzimmer»

Der «Storchen» klappert wieder: In nur sechseinhalb Wochen wurde das 660-jährige Traditionshaus stilvoll umgebaut und auf Fünf-Sterne-Niveau angehoben. Eigendeklaration der Gastgeber:«Das schönste Wohnzimmer der Stadt Zürich.» Das hat was. 
Ein fünfter Stern für Zürichs «Wohnzimmer»
© HO

«La Rôtisserie» Das Restaurant wurde gründlich umgebaut. Die Karte auch. Cyrille Anizan ist der neue Chef.

Jörg Arnold, «Storchen»-Gastgeber seit 2006, sagt es ganz gelassen: «In Zürich brechen die Preise bei den Vier-Sterne-Hotels auf, ist Dumping das Gebot der Stunde. Also gab es für uns nur einen Weg: rauf auf fünf Sterne!» Zur allgemeinen Verblüffung schafft man dies trotz Denkmalschutz und bautechnisch schwieriger Lage in sechseinhalb Wochen. Alle Zimmer und viele Elemente wurden in Dietikon ZH bereitgestellt und dann in Tag- und Nachtarbeit in die alten Mauern eingefügt. Das Ergebnis: 35 der 66 Zimmer (ab CHF 540.–) sind umgebaut, ebenso der Eingangsbereich und das Restaurant.

Für «Zöifter» und andere Zürcher. Der «Storchen» ist mehr als ein Hotel. Er ist auch ein gediegener Treffpunkt mitten in der City, in «walking distance» zu Banken, Boutiquen und selbst zum Opernhaus. Die Barchetta Bar und die Lounge haben jetzt einen eigenen Zugang (und eine eigene kleine Küche), im Sommer öffnet auf der «Piazza» vor dem Hotel auch das Boulevard-Café mit 200 Plätzen. Zigarrenraucher werden zuvorkommend behandelt; sie treffen sich in einer angenehmen Lounge. Happy auch die Mitglieder der ehrwürdigen Zunft zur Schiffleuten. «Das ist jetzt eine Fünf-Sterne-Zunft», sagt Hotelier Arnold.

Chef mit Béret. Das Traditionsrestaurant La Rôtisserie strahlt nach dem Umbau in neuem Glanz: Eiche am Boden, Bronze an der Decke, dank riesigen Fenstern freie Sicht auf Limmat und Grossmünster. Umgekrempelt wurde auch die Karte: Cyrille Anizan, ein junger Mann aus Bordeaux (Markenzeichen: ein Béret auf dem Kopf ), kriegte die «Lizenz zum Punktejagen» und mit 19-Punkte-Chef André Jaeger auch einen diskreten Berater. Die Rechnung geht auf: Applaus fürs am Tisch zubereitete Crevetten-Ceviche. Für die Spinatcremesuppe mit Onsen-Ei und Belper Knolle. Für Forellen-Tatar und Forellen-Sashimi. Und fürs gewaltige Kalbs-Short-Rib direkt vom Kaminfeuer. Maître Axel Eichhorst leitet das auffallend freundliche Serviceteam. Chef Anizan kann sich auf den Landgütern der Besitzerfamilien Bührle und Anda eindecken: In den Terreni alla Maggia in Ascona (Risotto, Polenta!) oder im Schlattgut in Herrliberg ZH.

Eigene Schifflände. Wie peilt man den «Storchen» mitten in der City an? Am besten zu Fuss. Oder dann mit dem Limmatschiff; das Hotel hat eine eigene Anlegestelle («Storchen»). Wer mit dem Auto anreist, braucht in der Fussgängerzone etwas Nerven; der Concierge regelt dann das weitere Parkprozedere. Auf Elektrofahrzeuge wartet ein kostenloser mobiler Hochleistungslader. Nicht ganz selbstverständlich in einem 660-jährigen Haus.

Check-in
HOTEL «Storchen», Storchengasse 16, Zürich | 66 Zimmer und Suiten | ab CHF 540.– |
RESTAURANT «La Rôtisserie», mit «Zürichs schönster Terrasse» und ehrgeizigem jungem Küchenchef | «Barchetta» und «Piazza» (im Sommer) für Espresso, Cüpli und Snacks | Cigar Lounge im ersten Stock |
GEHEIMTIPP Vom Hauptbahnhof her kann man mit dem Limmatschiff direkt am «Storchen» anlegen |
INFO www.storchen.ch

Auch interessant