Huelva Provinz Andalusiern (E) Im Land des feinen Schinkens

Zwar ist die Provinz Huelva Teil der autonomen Region Andalusien, trotzdem wird sie vom Tourismus als Waisenkind behandelt. Ganz falsch, denn Huelva punktet mit Nationalparks, dichten Wäldern, verträumten Städten und einer herrlichen Küche. 
Im Land des feinen Schinkens
© Nils-Johan Norenlind

Glanz vergangener Zeiten Durch seine strategische Lage war Aracena stets ein umkämpfter Ort. Heute ist das hübsche Städtchen begehrtes Ausflugsziel.

Er schmeckt süsslich, riecht verführerisch, ist mit dünnen Fettadern durchzogen und schmilzt auf der Zunge wie Eis an der Sonne: der Jamon de Jabugo, unter Kennern als der beste Schinken Spaniens gehandelt – wenn nicht sogar der ganzen Welt.

Aufgezwungene Diät Das Dorf Jabugo liegt im Naturpark Sierra de Aracena auf 670 Meter Höhe und wird umrahmt von Kastanien-, Kork- und Steineichenwäldern. Letztere bieten das perfekte Habitat für die halbwilden schwarzen Iberischen Schweine, die als Nahrung nichts anderes als Eicheln vorfinden. Diese aufgezwungene Diät – und die spätere sorgfältige Verarbeitung der Keulen mit mehreren Jahren Lufthängung im dank der Atlantiknähe idealen Mikroklima von Jabugo – sind der Ursprung dieser Delikatesse namens Jamón de Bellota de Jabugo. Besuch und Degustation: Jamones la Joya Jabugo (Calle Industrias 2, El Repilado-Jabugo, www.jamoneslajoya.es).

Spitzenkoch im Park Der Naturpark Sierra de Aracena y Picos de Aroche im Norden der Provinz Huelva liegt zwischen 400 und 900 Meter über Meer. Zunehmend entdecken auch Wanderer diese sanfthügelige Gegend mit den einstigen Verbindungswegen zwischen den im Dornröschenschlaf versunkenen Weissen Dörfern. Doch manchmal trügt der Schein wie etwa in Linares de la Sierra, das seit der Eröffnung des Gourmet-Restaurants Arrieros ein Pilgerort für Feinschmecker geworden ist. Besitzer und Chefkoch Luismi López zaubert im traditionell eingerichteten Lokal schmackhafte Gerichte aus heimischen Produkten: Jamón de Bellota de Jabugo, Pilze aus den Wäldern, Gemüse und Früchte aus dem eigenen Garten.

Wunderwerk der Natur Aracena wird oft auch Hauptstadt der Berge genannt. Rund 8000 Menschen leben in der weiss gekalkten Ortschaft, die dank der Burgruine auf dem Hügel und der fabelhaften Tropfsteinhöhle im Erdinnern bekannt geworden ist. Die Gruta de las Maravillas ist die grösste Spaniens und ein Wunder an Stalaktiten, Stalagmiten und unterirdischen Seen. Eine perfekt eingesetzte Beleuchtung zaubert magisch-dramatische Momente hervor, die Temperatur der Höhle beträgt konstant angenehme 17 Grad. Die Besichtigung dauert anderthalb Stunden (Tel. +34 663 93 78 76).
Tapas und Schwalben Abends lockt die intime Plaza del Marqués de Aracena mit ihren vielen Restaurants. Im «Manzano» lohnt sich ein Halt, draussen auf der Terrasse. Mit Blick auf das frühabendliche Kommen und Gehen und begleitet vom Schwirren der Schwalben munden die heimischen Tapas besonders gut.

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