Krakau (PL) Kleinod an der Weichsel

Die geheime Hauptstadt Polens erlebt seit ein paar Jahren einen ungeahnten Boom: Sie ist in weniger als zwei Stunden erreichbar, die Altstadt ist bezaubernd, die Umgebung abwechslungsreich und geschichtsträchtig. Und nicht zu verachten: Die Preise sind bezahlbar. 
Kleinod an der Weichsel
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Harmonisches Stadtbild Der Wawel, die ehemalige Residenz der polnischen Könige in Krakau, erhebt sich 20 Meter über der Weichsel.

Dass Krakau einst die Hauptstadt Polens war, ist nicht zu übersehen. Die Metropole an der Weichsel, mit ihren schönen Bauten aus der Gotik und der Renaissance, wurde im Zweiten Weltkrieg verschont. Heute ist sie Ziel von Millionen von Partygängern und Touristen aus aller Welt. Kunst und Kultur ziehen ebenso wie Pirogi (Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen), Bigos (polnisches Nationalgericht aus Schweinefleisch, Sauerkraut und Pilzen) oder Süssgebäck, wie etwa die feinen Mohnrollen.
Marktplatz & Marienkirche Die behutsam renovierte Altstadt trumpft mit romantischen Gassen und einem der grössten mittelalterlichen Markt- plätzen Europas. Besonders schön sind hier die Tuchhallen, wo einst mit flämischen und englischen Tüchern gehandelt wurde, sowie die Marienkirche mit dem einzigartigen Schnitzaltar des Nürnberger Meisters Veit Stoss. Kaffees und Restaurants säumen den Platz. Beliebt das «L Concept 13 Bar & Restaurant» im Keller des Concept-Stores Pasaz 13, wo auch mehrere Designer-Shops zu finden sind.
Dame mit dem Hermelin Auf dem 20 Meter hohen Hügel über der Weichsel thront der Wawel, die ehemalige Residenz der polnischen Könige. Der Baukomplex samt Kathedrale wurde 1978 zusammen mit der Altstadt in die Liste des Unesco-Weltkulturerbes aufgenommen. Darin findet sich auch das Krakauer Kunstmuseum mit dem bezaubernden Werk «Dame mit dem Hermelin» von Leonardo da Vinci.
Beliebtes Ausgehviertel Abends sind die Cafés, Restaurants und Bars des romantischen Judenviertels Kazimierz rappelvoll. Nicht nur Studenten, von denen es 200 000 in Krakau gibt, mischen das Nachtleben auf, sondern auch zahlreiche Touristen. Die Wunden des Zweiten Weltkriegs, als das Viertel vollständig zerstört wurde, sind nicht mehr zu sehen. Von den 68 000 Juden überlebten nur 3000 das Konzentrationslager Auschwitz. Hier in Kazimierz wurde auch teilweise der Holocaust-Film «Schindlers Liste» von Steven Spielberg (1993, sieben Oscars) gedreht. In der ehemaligen Fabrik befindet sich heute das bedeutende Geschichtsmuseum der Stadt. Kazimierz- und Museum-Besuch lassen sich übrigens bei einer Velotour an der Weichsel bestens einbauen.
Weisses Gold Unweit von Krakau liegt das fast 900-jährige unterirdische Salzbergwerk Wieliczka. Mittlerweile wird hier kein Salz mehr abgebaut, 22 von 3000 Kammern und 2 von 300 Kilometer sind dem Publikum zugänglich. Der Faszination der Abbaukammern, der grünen Sole-Seen und nicht zuletzt der Kapelle der heiligen Kinga kann sich keiner entziehen.

Check-in
Flug | Swiss l Übernachten l Elegant «Copernicus», ab CHF 217.– p. P. bei Travelhouse l Design «Andel’s», ab CHF 94.– p. P. bei Hotelplan l Essen | Judenviertel Kazimierz Zahlreiche Restaurants & Bars um den Plac Nowy l Ausgehen l Bohème «Mercy Brown»: tolle Drinks. Spektakulär: «Have a Cigar» l Ausflug l Zeitzeuge KZ Auschwitz l Kulturgut Salzminen
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