Kemmeriboden-Bad: Schlafen im Eis Meringue, Gotthelf und fünf Iglus

Die Nächte sind romantisch, aber eher kalt: Kemmeriboden-Bad im tiefen Emmental ist eine TOP-ADRESSE FÜR IGLU-FANS. Aufwärmen kann man sich beim Fondue. Und in der Sauna.
Fünf Iglus im Kemmeriboden-Bad! Dazu brauchts 2500 Kubikmeter Kunst- und Naturschnee. Und bis sechs Wochen Bauzeit.
Fünf Iglus im Kemmeriboden-Bad! Dazu brauchts 2500 Kubikmeter Kunst- und Naturschnee. Und bis sechs Wochen Bauzeit.

Kemmeriboden-Bad? Eine historische Adresse! Jeremias Gotthelf war auch schon hier, beobachtete Szenen in der Gaststube und schrieb: «Als sie endlich sassen, da hätte man gar nicht bemerkt, dass sie Fremdlinge wären und Unbekannte. Die ganze Gesellschaft wie aus einem Guss.» An klingenden Namen fehlts auch heute nicht: Lauberhorn-Sieger Beat Feuz etwa gehört zu den Stammgästen. Hier entstand auch die berühmte Kemmeriboden-Bad-Meringue. «Mein Grossvater und der hiesige Bäcker entwickelten sie vor über 70 Jahren», erzählt Reto Invernizzi-Gerber, der den Landgasthof in der sechsten Generation führt. «Der Landwirtschaftsbetrieb gab zu viel Rahm ab. Also suchte Grossvater nach einer Lösung. So entstand unsere Meringue mit viel Nidle.» Die neueste Kreation des Hauses: Iglus. Fünf an der Zahl. Seit 2008 mit grossem Erfolg im Angebot.

Bettflaschen & Schaffell. Was trägt man eigentlich im Iglu? Thermo-Unterwäsche? Pyjama? Oder gar nichts? Wir genossen erst den Waldbeeren-Punsch, entschieden uns dann fürs Pyjama. Und staunten:

Die Raumtemperatur im Iglu beträgt ungemütliche null Grad. Aber dank Bettflaschen, Schaffellen und Kuschelsocken vom Hotel ists im Bett angenehm warm. Fünf Iglus stehen zur Wahl, jedes trägt einen Eskimo-Namen. Wir empfehlen das «Nanuq»; Polarbär heisst das im hohen Norden. Ganz allein ist man nicht im Eis: Die fünf Iglus sind mit Tunnels verbunden und nur durch Vorhänge getrennt. Tipp: Wer mit einer Mütze ins Bett kriecht, schläft besser.

Fondue im Iglu. Wer will, isst auch im Iglu, bei Kerzenlicht, unter einer warmen Decke und geschützt durch Styrofoam. Das Fondue ist ausgezeichnet: Gruyère, Vacherin und Appenzeller. Dazu Trockenfleisch aus der Region, Brot und Kartoffeln, Kirsch, Weisswein und Tee. Klar ist, was es im Kemmeriboden-Bad zum Dessert gibt. Meringue natürlich.

Vom Iglu auf die Loipe. Wellnessen kann man auch im historischen Gasthof (Baujahr 1831). Der «Chäs-Spycher» ist heute gewissermassen das Spa. Mit Sauna, Dampfdusche und einem Hot Pot. Gebadet wird draussen, unter freiem Himmel. Im Emmental, so heisst es, zeigen sich die Sterne besonders nah. Langweilig wird es nie: Die Langlauf-Loipe führt am Hotel und den Iglus vorbei. Schneeschuhwandern der Emme entlang macht Spass. Wer es ganz gemütlich mag, geniesst eine einstündige Fahrt in der Pferdekutsche.

PS. Die Alternative zur Abenteuernacht im Iglu (ab CHF 249.– pro Person inkl. Fondue): 28 Hotelzimmer. Und zwei Mini-Suiten.

 

Check-in:

Anreise: mit dem Auto (55 km von Luzern, 60 km von Bern) oder mit dem öffentlichen Verkehr (70 Min. von Luzern, 90 Min. von Bern), Posthaltestelle direkt vor dem Hotel. Attraktives: Angebot Iglu-Romantik ab CHF 249.– pro Person. Übernachtung im Iglu, Käsefondue im Iglu-Restaurant und Benützung der Wellnessecke inklusive. Buchbar Dezember bis März. Im Sommer «Schlafen im Stroh Deluxe» CHF 240.– pro Person, 5-Gang-Menü inklusive (Juni bis September).
Aktivitäten im Winter: Langlauf und Skifahren, Schneeschuhwandern (Schneeschuhe für Hotelgäste gratis). Im Sommer Canyoning, biken, wandern, Wasserbüffel besuchen und vieles mehr.
Info: www.kemmeriboden.ch

 

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