Pekings boomende Kunstszene Moderner Kunst-Eclat in Peking

Kulturrevolution nach Mao: kreative Kunstzonen erobern Chinas Millionen-Metropole. Hip: der 798 Dashanzi Art District. Auch der Schweizer Galerist Urs Meile setzt hier Meilensteine.
Lobby des Eclat Hotel in Peking
© Caroline Micaela Hauger

Das «Eclat»-Hotel in Peking: elektrischer Mix aus Kunst und Architektur.

Millionäre ticken anders. Der chinesische Geschäftsmann George Wong macht seine Kunstsammlung auf eigenwillige Art der Öffentlichkeit zugänglich. Er baute sich den gläsernen Shopping-Palast Parkview Green und hat im März darin das Eclat Hotel eröffnet. Arbeiten von Salvador Dalí, Andy Warhol, Gao Xiao Wu, Zhang Xiaogang, Chen Wen Ling schmücken Lobby, Suiten, Etagen und Mall - die Werke werden auf 400 Millionen britische Pfund geschätzt. Auch sonst setzt das «Eclat» Massstäbe. Die De-luxe-Zimmer entsprechen dem modernsten City-Chic (die Nachttischlampe wird mit einer «Pistole» an- und ausgeknipst). Man wird mit Butler-Service verwöhnt, mit gratis Happy Hour und Minibar, Illy-Kaffeemaschine, Closomat, B&O-Soundsystem und einem Massagestuhl auf dem Zimmer.

Die Taxifahrt vom Parkview Green in den 798 Art District dauert ca. 20 Minuten. Für viele Touristen ist das Fabrikviertel mit Mao-Flair, Graffitis, Cafés, Galerien (top: Pace Beijing, Space, Ullens Center for Contemporary Art, China Art Seasons, Chinese Contemporary) noch ein Geheimtipp. Zahlreichen Galeristen wurde die Flaniermeile aber zu kommerziell - sie zogen um und schufen neue Trendzonen.

Eine urbane Brutstätte ist das Caochangdi Art Village (auf Mandarin «Grünland»). Man lässt hier auch provokante Künstler gewähren, was die Sache spannend macht. Architekt und Superstar Ai Weiwei war der wichtigste Motor. Keiner reflektiert die Modernisierung und den Wertezerfall auf subtilere Weise. Das China Art Archives and Warehouse und das sehenswerte Treeshadows Photography Art Center stammen aus seiner Feder. Ebenso die Galerie von Urs Meile. Bis 19. Januar 2014 zeigt der Luzerner Galerist unter dem Titel «Guarda» neue Installationen und Arbeiten des Bündner Multitalents Not Vital – es ist bereits dessen zweite Solo-Schau bei Meile.

Das Museum of Contemporary Art im Tongzhou District ist eine Non-Profit-Institution von Künstler Qin Feng. Mit drei Ausstellungen pro Jahr schlägt er eine Brücke zwischen Ost und West («The Zero State - First China Installation Art Biennale», bis 20. März 2014). Wer sich für Architektur interessiert, kommt am «Vogelnest», dem Olympiastadion der Schweizer Jacques Herzog und Pierre de Meuron, so wenig vorbei wie am CCTV-Tower. Die Sendezentrale des Staatsfernsehens wurde von Ole Scheeren und Rem Koolhaas entworfen und im November als «Bestes Hochhaus des Jahres weltweit» ausgezeichnet.

Check-in

Anreise Täglicher Direktflug mit Swiss ab Zürich Eclat Hotel De-luxe-Room für zwei Nächte inkl. Frühstück ab CHF 415.– (Angebot Weekend Flying bis 31. 12. 2013, www.eclathotels.com) Tipps Bei Taxifahrten die chinesische Adresse aufschreiben lassen! Oder Peking mit der Metro erkunden. Die Stationen sind in Englisch angeschrieben Trips Die Grosse Mauer ist ein Must. Touristisch sind Mutianyu und Badaling, kaum Leute trifft man in Huanghuacheng Kunst www.798district. com, www.galerieursmeile.com, www. threeshadows.cn, www.caochangdi.org

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