In Finnisch-Lappland Ruhe und Kraft tanken Warum nicht mal am Polarkreis entschleunigen?

Ideal zum Entspannen: eine Reise im Norden des Landes der tausend Seen. Wandern, fischen, Kanu fahren - in unendlichen Weiten und beeindruckender Natur. Dabei erfährt man Kurioses.
Finnland
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Seen und Flüsse wie hier der Ounasjoki nördlich von Kittilä gibts in Finnisch-Lappland wie Sand am Meer.

Ein Quäntchen Glück - und man sieht jeden Tag ein paar von ihnen: 160 000 Rentiere leben in Lappland, dem nördlichsten Teil Finnlands - fast so viel wie Menschen. Doppelt so gross wie die Schweiz ist die Provinz, pro Quadratkilometer leben zwei Menschen, bei uns sinds 200. Seen, Flüsse und Wälder prägen die Landschaft - weit und ruhig ists hier, ideal zum Entschleunigen. Wandern, fischen, golfen, mountainbiken oder Kajak fahren: Lappland bietet Natur-Enthusiasten ein breites Tummelfeld. Im Mietwagen oder mit einer Gruppenreise: Guter Ausgangspunkt für eine Lappland-Reise ist Rovaniemi. Die Stadt am nördlichen Polarkreis wird im Sommer wöchentlich mit einer Chartermaschine aus Zürich angeflogen. Im Juli ists hier bis zu 12 Grad warm - doch der Sankt Nikolaus steht auch dann parat. Rovaniemi ist der offizielle Sitz des Weihnachtsmanns. Im Santa Claus Village begrüsst er Tausende von Touristen aus der ganzen Welt. Das ganze Jahr durch.

Weiter gehts ins Arktikum: Im Lappland-Museum und auch im arktischen Forschungszentrum bleiben keine Fragen offen - zum Leben und zur Natur, zur Geschichte und Kultur nördlich des Polarkreises.

Erster Halt auf der Reise nordwärts: Luosto. Hier kann in einer Mine nach Amethysten gegraben werden. Oder es geht raus in eine der letzten «Wilderness Areas» Europas, zu Fuss oder im Boot. Abenteuerlich! Auch in Saariselkä ruft die einsame Wildnis. Wer weiss, vielleicht gibts im Urho-Kekkonen-Nationalpark hinter den Birken ja einen Elch oder Wolf zu entdecken? Mit den gesammelten Beeren und Pilzen macht der Guide in einer Kota (Grillhütte) ein feines Znacht.

In Inari, einem weiteren Ort mit guter touristischer Infrastruktur, ist der Besuch des Sami-Museums Siida ein Muss. Die Ausstellung zeigt, wie die Sami (die Ureinwohner Nordeuropas) mit ihren Rentierherden den extremen Klimabedingungen des Nordens trotzen. Denn: Zum Nordkap sinds nur noch 400 Kilometer. Der einheimische Museumsführer erzählt Kurioses: Die Finnen veranstalten doch tatsächlich Meisterschaften im Frauen-Tragen, im Mücken-Erschlagen und im Gummistiefel-Weitwurf. Was in Finnland ebenfalls dazugehört: eine währschafte Suppe mit frischem Lachs. Und der tägliche Sauna-Gang: Drei Millionen Saunas gibts im Land – mehr als Autos. Der Guide empfiehlt denn auch, die Hotel-Sauna am Seeufer auszuprobieren. «Es gibt nichts Gesünderes!» Erst schwitzen, dann ein Bad im See - unter dem magischen Licht der Mitternachtssonne. Die spinnen, die Finnen! Aber schön ists.

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