Klein, fein, grosszügig: Aman eröffnet am Ostchinesischen Meer «Amanoi» – ein Stück Paradies in Vietnams Süden

Neues Juwel in der glanzvollen Aman-Kollektion? «Amanoi» an der Südküste Vietnams. Die Anreise ist mühsam. Aber sie lohnt sich.
Amanoi

«Amanoi»-Beach-Club, direkt am südchinesischen Meer: Sandstrand, exzellenter Service, Wassersportzentrum, Restaurant.

Ferien im «Amanoi» muss man sich verdienen. Flug nach Hanoi oder Ho Chi Minh City. Weiterflug nach Cam Ranh. Dann anderthalb Stunden im Wagen entlang der dramatisch schönen Südküste von Vietnam. Der Aufwand lohnt sich: Die Luxuskette spielt in der Abgeschiedenheit ihre ganze Klasse aus. 31 Gästepavillons (16 davon mit einem Privatpool) und fünf Villen, grosszügig verteilt in der Anlage. Luxus pur. Was seinen Preis hat: (ab) 760 Dollar pro Nacht.

Gathys Meisterwerk. Das «Amanoi» hat einen Architekten mit klingendem Namen und reichlich Erfahrung in der Highend-Szene: der Belgier Jean-Michel Gathy. Er designte viele Aman-Resorts (und auch «The Chedi» in Andermatt). Im «Amanoi» setzte er sich selber ein kleines Denkmal: den «Central Pavilion», 69 Meter über dem Meeresspiegel, gemäss Gathy «die moderne Interpretation eines alten vietnamesischen Gemeindehauses». Hier trifft sich die Aman-Society zu Frühstück und Diner und beschliesst den Abend an einer Bar, die an ein typisches lokales Teehaus erinnert. Die Aussicht vom «Central Pavilion» ist sensationell: übers südchinesische Meer, über die Küstenlandschaft, über die meterhohen Granitfelsen.

Welcher Pool darfs denn sein? Herzstück des «Amanoi» sind zwei beeindruckende Pools. Der «Cliff Pool» liegt erhöht, auf der Ebene des «Central Pavilion». Der zweite Pool gehört zum Beach Club, nur wenige Schritte vom warmen Meer und vom Wassersportzentrum (Stand-up-Paddeling, Schnorcheln, Katamaran) entfernt. Darben muss man an der Vinh Hy Bay nicht: BBQ-Prawns und Calamari in einem leichten Tempura-Teig. Im Hauptrestaurant ist der vietnamesische Souschef Nhut der Star: «Goi Buoi San Nuoc» (Pomelosalat mit Karotten und Yambohnen), Crab-Linguini, perfekt al dente. Privatkochkurse bei Meister Nhut gibts auch.

Klippen und Seeigel. Im «Amanoi» gibts einen grosszügigen Spa, ein topmodernes Fitnesscenter und Pilates-Lektionen. Und trotzdem sollte man mal raus aus dem Paradies. Frühmorgens etwa, mit einem Tour-Guide und mit gutem Schuhwerk durch den Nationalpark Nui Chua (1500 Pflanzenarten, 60 verschiedene Säugetiere). Abends ins Floating-Restaurant Hong Nhan. Junge Burschen holen Muscheln, Schnecken, Seeigel und Hummer aus dem Wasser, die Grillmeisterin bereitet das Meergetier wortlos, aber ziemlich geschickt zu. Nichts für schwache Nerven.

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