Mit dem Hausboot durch Deutschland Schiff ahoi und Leinen los!

Gemächlich durch märchenhafte Landschaften tuckern, von See zu See, durch Kanäle und Schleusen. Landausflüge bereichern die Bootsfahrt, leckeres Essen winkt in den Gasthöfen.
Hier fühlt man sich wie zu Hause: In der kleinen, aber gut ausgestatteten Küche lassen sich auch die aufwendigsten Menüs kreieren.
© Marina Travel Hier fühlt man sich wie zu Hause: In der kleinen, aber gut ausgestatteten Küche lassen sich auch die aufwendigsten Menüs kreieren.

Über 170 Seen, fast vollständig durch Kanäle und Flüsse vernetzt, machen die Region zwischen Berlin-Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zu einem veritablen Wasserparadies. Anders als am Meer, stellt sich das Gefühl der Unendlichkeit hier jedoch selten ein. Ein grünes Band trennt meist den Himmel vom Wasser, oft reicht der Horizont nur bis zum nächsten bewaldeten Ufer. Im Schilf brüten Vögel, Schwäne lassen sich von den Wellen der Boote schaukeln, Entenpärchen dösen friedlich.

Erstaunlich, wie schnell man auf einem Hausboot entschleunigt. Die idyllische Landschaft und das gemächliche Tempo wirken Wunder. Auch die Aufregung bei der Übernahme des Schiffs ist bald vergessen. Steuer nach links, Steuer nach rechts, Geschwindigkeitshebel – und immer die Ruhe bewahren: Mehr muss man (fast) nicht wissen. Die Instruktionen im Ausgangshafen sind jedoch unerlässlich, so auch die Probefahrt.

Bald hat man sich in den kleinen, aber funktionellen Kabinen eingenistet. Die «Stube» ist gemütlich, die offene Küche gut ausgestattet. Am schönsten jedoch ist es oben an Deck.

Nicht auf allen Strecken lässt es sich ohne Boots-Führerschein fahren, vor allem nicht um Berlin. Die Marina Wolfsbruch, eineinhalb Autostunden von der Hauptstadt entfernt, ist der ideale Ausgangshafen für unerfahrene Kapitäne. Hier wechseln sich Kanäle und Seen ab. Rheinsberg, eines der beliebtesten Ausflugsziele der Berliner, kann in zwei Stunden erreicht werden. Dort lädt der «Ratskeller» (Tel. 0049 – 03 39 31 22 64) zur Stärkung ein, bevor man sich zur Besichtigung des prächtigen Schlosses aufmacht, wo einst Friedrich der Grosse (1712–1786) seine glücklichsten Jahre verbrachte. Kurt Tucholsky (1890–1935) war hier nicht minder glücklich, wie man in seiner ersten kleinen Erzählung «Rheinsberg – Ein Bilderbuch für Verliebte» nachlesen kann.

Vor 17 Uhr sollte man seinen Ankerplatz erreichen. Wer den Jachthafen wählt, kann sich in den Restaurants verköstigen. Für jene, die draussen auf dem See ankern, leuchten die Sterne dafür umso heller.

Check-in

  • Anreise: Auto oder Airberlin (www.airberlin.com) bis Berlin, Mietauto nach Marina Wolfsbruch oder Fürstenberg
  • Bootsvermietung beim Spezialisten: Marina Travel AG in Bern: «Le Boat»,
    1 Woche, für 4+2 Personen ab CHF 1991.–; «Europa 600» (Cardinal Boating),
    1 Woche, 4 P. ab CHF 2429.– (Tel. 031 381 45 55, www.marinatravel.ch)
  • Wichtig: Die volle Personen-Kapazität des Bootes nicht ausnutzen
  • Hotel: Design Hotel Concorde Berlin (Tel. 0049 – 030 800 99 90, www.concordehotels.com)
  • Infos: www.reiseland-brandenburg.de

 

 

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