Expedition Nordmeer Eisbären, archaische Landschaften, Stille

Spitzbergen - Grönland - Island: Zwei Wochen lang gehts an Bord der MS Fram durch die faszinierende Welt des Nordpolarmeers. Tagelang keine Spur von Zivilisation! Dafür Moschusochsen, Walrosse und Buckelwale.
Die Eisbärmutter und ihr Junges
© Marcel Nöcker

Im Treibeis vor der Küste Ostgrönlands: Gwundrig schauen die Eisbär-Mutter und ihr Junges zum Schiff hinüber.

«Eisbären an Backbord!», tönts über die Bord-Lautsprecher. Innert Sekunden ist das Restaurant leer, alle 250 Passagiere drängen an die Reling. Aufregung! Der Kapitän stoppt die Maschinen, ganz in der Nähe einer Eisscholle kommt das Schiff zum Stehen. Und da sind sie! Die Eisbär-Mutter macht einen langen Gähner, ihr Junges wälzt sich im Schnee, kratzt sich mit der Hintertatze am Kopf, legt sich zum Säugen an Mamas Brust. Andächtige Stille an Bord, die Fotokameras haben Hochbetrieb, eine Viertelstunde lang. Dann gleiten die Bären ins zwei Grad kalte Wasser. Das Schiff fährt ab, zu drei riesigen Tafeleisbergen weiter draussen. Expeditionsleiter Steffen, ein Berliner: «Grosses Kino!»

Bewaffnet
Die Begegnung mit den Polarbären ist nur einer der vielen Höhepunkte auf der «Expedition Nordmeer». 15 Tage dauert die Reise an Bord der «MS Fram», dem modernen, 114 Meter langen Expeditionsschiff der norwegischen Hurtigruten-Reederei. Die Route: Spitzbergen–Grönland– Island. Das Schiff: Eisklasse 1B, 136 komfortable Kabinen, zwei Whirlpools. Lockere Atmosphäre, prima Essen, 70 Mann Besatzung. Dazu zwölf Expeditionsmitglieder. Diese führen mit Vorträgen in die Welt der Arktis ein, begleiten auf Landgängen - auf Spitzbergen und Grönland mit einem Gewehr auf dem Rücken. Eisbären sind die gefährlichsten Landraubtiere auf der Welt!

Naturspektakel
Los gehts in Longyearbyen, Spitzbergens Hauptort. Tags darauf wird an der Pier von Ny-Alesund angelegt. Schon Arnold Schwarzenegger liess sich in dieser Forschungsstation über die Klimaerwärmung informieren. Im Magdalenafjord bringen stabile Polar-Circle-Boote die Passagiere für einen Spaziergang ans nahe Ufer. Sie haben Glück! Der nahe Gletscher kalbt - eine haushohe Eismasse bricht ab, stürzt krachend ins Meer. Auf der Fahrt zum 80. Breitengrad (von dort sinds noch tausend Kilometer bis zum Nordpol) gibts eine Herde Walrosse und ein paar Robben zu sehen. Dann rüber nach Grönland. Ein erster Treibeisgürtel erwartet die «MS Fram». Es geht der Küste des Nordost-Grönland-Nationalparks entlang. Der Park ist fast dreimal so gross wie Deutschland - und keine Spur von Zivilisation! Nur Berge, Fjorde, Stille. Bei der Wanderung durch die karge Tundra im Gebiet Myggbukta sichtet Expeditionsleiter Steffen Moschusochsen, sagt: «Hier sind wir die ersten Menschen.» 500 Kilometer weiter südlich in Ittoqqortoormiit, der nächsten Siedlung: herzliche Begegnung mit einer Gruppe einheimischer Inuit.

Zivilisation
Auf Island gibts nach vielen Tagen wieder Bäume, Autos, Handyklingeln. In einem Fjord tummelt sich ein Buckelwal. Nach 4000 Kilometern geht die Seereise in der Hauptstadt Reykjavik zu Ende. Die Ruhe - wir werden sie vermissen.

Check-in
Eiswunderwelten Auch 2016 bietet Hurtigruten zwei «Expeditionen Nordmeer» an Beliebt Die klassische Hurtigruten-Schiffsreise führt Norwegens Küste entlang. Alles bei Nordland-Spezialist Kontiki buchbar Anreise Linienflüge nach Oslo, Bergen, Kirkenes, mit Swiss/SAS Attraktiv Rundreise (16 Tage) mit Auto, Hurtigruten, Zug, inkl. Flug, Hotels ab CHF 4340.– p. P. im DZ Abreise 1. 5. bis 31. 8. 2016 
Info www.kontiki.ch

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