Tel Aviv und das mythische Masada Kontrastreich: Boomendes Tel Aviv, Oper am Toten Meer

Das junge Tel Aviv ist Israels Partystadt Nummer 1 und aufstrebende Wirtschaftsmetropole. Als sommerliches Kontrastprogramm bestens geeignet: Opernaufführungen am Toten Meer.
Altstadt von Jaffa
© Massimo Brochi

Wunderschön: Die historisch bedeutende Altstadt von Jaffa und ihre bevorzugte Lage am Meer.

Tel Aviv, die zweitgrösste Stadt Israels wirkt jung, dynamisch. Sie wurde 1909 gegründet und war ursprünglich ein Vorort der bereits seit der Antike bestehenden Hafenstadt Jaffa. 1950 wurden beide Orte zum heutigen Tel Aviv-Jaffa zusammengelegt. Die Einwohnerzahl übersteigt inzwischen 400 000, in Strandnähe schiessen Hochhäuser wie Pilze aus dem Boden. Für die nächsten fünf Jahre sind weitere 60 geplant.

Strand, Meer und Restaurants Ein 14 Kilometer langer Sandstrand trennt wie ein goldenes Band die Stadt vom Mittelmeer. Die einladenden Badeplätze sind längst aufgeteilt zwischen Ultraorthodoxen, Schwulen, Familien mit Kindern, Surfern. Auf der schönen, fünf Kilometer langen Promenade wird spaziert, gejoggt, (Miet-)Velo gefahren. Und gegessen, denn an Restaurants und Bars mangelt es nicht. In der Marina lockt etwa das feine Fischrestaurant «Fortuna del Mar». Die Winter sind mild, die Sonnenbrille ist ein ständiger Begleiter.

Ein Stück altes Europa In den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts kamen viele Einwanderer aus Deutschland und brachten den Bauhaus-Stil mit. Die 4200 noch erhaltenen, meist weissen Bauten sind seit 2003 Teil des Unesco-Weltkulturerbes.

Food- und Partystadt Von den zahlreichen Märkten in Tel Aviv muss man den grossen Obst- und Gemüsemarkt Carmel mit den vielen Imbissständen gesehen haben. Exklusive Läden und Gastronomie sowie zahlreiche Blumenbeete findet man im Stadtviertel Sarona, einer einstigen Siedlung der Templergesellschaft, die – nach langwierigen Renovationsarbeiten – 2014 der Bevölkerung übergeben wurde. Partys feiert man eigentlich in der ganzen Stadt. Als Ausgangspunkt fürs nächtliche Herumschweifen gilt der Rothschild Boulevard mit vielen Bars und Clubs. Gute Atmosphäre, coole Drinks und feines Essen gibts im «Port Said» gegenüber der Grossen Synagoge. Und nicht vergessen: Vor Mitternacht ist kaum etwas los, die besten Ausgehtage sind Mittwoch und Donnerstag.

Symbolträchtiger Ort In der ehemaligen Sommerresidenz des Königs Herodes auf dem Tafelberg Masada beim Toten Meer wählten 73 n. Chr. 960 jüdische Patrioten den Kollektivtod, um nicht von den Römern versklavt zu werden. Heute werden an diesem für die Israeli so symbolträchtigen Ort seit Sommer 2010 Open-Air-Opern aufgeführt. 2016 stehen «Samson et Dalila» von Charles Camille Saint–Saëns (15./17. 9.) sowie «Un ballo in maschera» von Giuseppe Verdi (16. 9.) an: Liebe und Verrat unter funkelndem Sternenhimmel!

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