Toulouse und die Region Midi-Pyrénées in Frankreich Farbenpracht, Kulturschätze und Gourmetfreuden

Die Region Midi-Pyrénées im Süden Frankreichs hat viel zu bieten. Rund um die quirlige Hauptstadt Toulouse lassen sich spektakuläre Landschaften und bedeutende Kulturschätze entdecken.
Kathedrale Sainte-Cécile
© Pierre Béhar

Majestätisch: Die Kathedrale Sainte-Cécile thront über der südfranzösischen Stadt Albi.

Die rote Silhouette der Kathedrale Sainte-Cécile thront majestätisch über Albi. Die festungsartige Backsteinkirche ist die grösste ihrer Art in Frankreich. Gebaut als ein Symbol des Sieges der katholischen Kirche über die Katharer, die vom 12. bis 14. Jahrhundert den Süden Frankreichs bevölkerten und als deren Hochburg Albi galt. Gleich nebenan befindet sich im Bischofspalast das Museum Henri de Toulouse-Lautrec. Dank einer grosszügigen Schenkung der Mutter des Künstlers ist hier die weltweit grösste Sammlung von Werken des französischen Malers zu sehen. Die Altstadt mit ihren kleinen Gassen, Fachwerkhäusern, eindrücklichen Renaissance-Bauten und hübschen Geschäften lädt zum Flanieren ein.

Bauwerk der Superlative
Das Viadukt von Millau ist mit 2460 Metern die längste Schrägseilbrücke der Welt und besitzt eine maximale Pfeilerhöhe von 343 Metern (40 Meter höher als der Eiffelturm!). Entworfen vom britischen Architekten Norman Foster, wurde die Autobahnbrücke 2004 eröffnet. Am Ende des Viadukts gibt es einen Aussichtspunkt, der einen herrlichen Ausblick in die umliegende Landschaft und das Städtchen Millau ermöglicht. Am eindrücklichsten sind die gigantischen Dimensionen jedoch während einer gemütlichen Bootsfahrt, die unter dem Viadukt durchführt. Ebenfalls sehenswert: die Handschuhmanufaktur Causse, die für Luxuslabels wie Chanel produziert (www.caussegantier.fr). Und ein Abstecher nach Roquefort-sur-Soulzon, wo man dem berühmten Blauschimmelkäse in Felsenkellern beim Reifen zusehen kann.

Rosa, Violett und Hellblau
Diese Farben sind in Toulouse, der Hauptstadt der Region Midi-Pyrénées, allgegenwärtig. Getaucht in das warme Rosa der Backsteinhäuser, bietet das Stadtbild eine Mischung aus südlicher Architektur, umfunktionierten Industriegebäuden, trendigen Läden und gemütlichen Cafés. Das Veilchen wird seit dem 19. Jahrhundert an den Ufern der Garonne kultiviert und zu Seife, Parfum, Bonbons oder Likör verarbeitet. Und der hellblaue Farbton, gewonnen aus den Blättern der gelben Pflanze Färberwaid (Pastell), wurde im 15./16. Jahrhundert als «blaues Gold» gehandelt. Wie reich die Händler damit wurden, ist an den imposanten Kaufmannshäusern zu sehen (Hôtel d’Assézat!). Bis heute werden aus der Pflanze Kosmetikprodukte hergestellt und Stoffe gefärbt. Zum Schluss ein Gourmettipp: Mittagessen im ersten Stock der Markthalle Victor Hugo, danach ein Abstecher in die Fromagerie Xavier gleich nebenan. Und am Abend ins Restaurant Emile, Place St-Georges (Spezialität: Ravioli mit Foie gras!).

Auch interessant