Etihad Airways «Unser Ziel? Die beste Airline der Welt!»

«Wir wollen nicht die grösste Airline der Welt sein. Aber die beste!», sagt der Zürcher PETER BAUMGARTNER, 43, ganz cool. Er ist Chief Commercial Officer (CCO) und «Powerman» von Etihad in Abu Dhabi.
Zwei Wahrzeichen von Abu Dhabi: die modernen Etihad-Maschinen. Und der «Kempinski Emirates Palace», Staatshotel in einem beeindruckenden goldenen Palast.
Zwei Wahrzeichen von Abu Dhabi: die modernen Etihad-Maschinen. Und der «Kempinski Emirates Palace», Staatshotel in einem beeindruckenden goldenen Palast.

Die königliche Familie hat klare Vorstellungen von ihrer noch jungen Fluggesellschaft: Etihad Airways soll an die Spitze. Und dabei schwarze Zahlen schreiben. Zur Umsetzung der ehrgeizigen Pläne holten sich die Scheichs den früheren Swissair-Manager Peter Baumgartner nach Abu Dhabi. Der sieht die Zukunft in der Lieblingsfarbe der Araber: golden! «Der Nahe Osten liegt im Fadenkreuz des internationalen Fluggeschäfts. Von Abu Dhabi aus können wir jede Stadt auf der Weltkarte mit nur einem Stopp erreichen. Zusammen mit unseren Partnern fliegen wir 350 Destinationen an.» In der Schweiz ist Genf das Ziel (in fünfeinhalb Stunden); die königliche Familie residiert dort im Sommer. Zürich folgt in einem nächsten Schritt.

«Inspired by the best!» Etihad muss keine Vergangenheit bewältigen, kann unbekümmert neu aufbauen. «Dabei lernen wir bei den Besten», sagt Baumgartner, «und die müssen nicht aus dem Airline-Business kommen: Gehts um Service, denke ich weniger an unsere Konkurrenten in Katar als vielmehr an die Zürcher ‹Kronenhalle›. Unsere Küchen an Bord sollen nicht aussehen wie Kombüsen, sondern wie der Arbeitsplatz von Jamie Oliver.» Der Erfolg gibt ihm recht: Etihad gewinnt Preis um Preis, befördert jährlich zehn Millionen Passagiere, vorzugsweise auf einträglichen Langstrecken und Ultra-Langstrecken.

Stolz auf die Eco. 85 Prozent der Passagiere fliegen Economy. «Also müssen wir in dieser Klasse besonders fit sein, auch wenn die finanziellen Mittel begrenzt sind», sagt Baumgartner. Das Ergebnis lässt sich sehen: exzellente Sitze mit grosszügigem Abstand. Drei Menüs zur Wahl, aufgetragen mit einem Lächeln und in zwei Services. 600 Filme im Angebot. Auf Wunsch gibts jederzeit einen Latte macchiato oder eine heisse Noodle-Soup.

Die Mails checken. In der Business-Class wird jeder Sitz auf Knopfdruck zu einem 180-Grad-Bett. Die Speisekarte ist gross, und jeder Gast bestimmt selber, wann er essen möchte. Wer in der Business-Class im Business bleiben will, kann über den Wolken fröhlich und zu vernünftigen Preisen mit seinem eigenen Handy telefonieren, die E-Mails checken und im Internet surfen («On Air»-Service).

Koch an Bord! Überraschung in der First. Fera Indriany, eine Indonesierin in weisser Kochbluse, stellt sich vor: «Ich bin Ihr Lady-Chef an Bord. Lassen Sie uns über Ihr Diner reden.» Mit den Etihad-In-Flight-Chefs kann man verhandeln: Sie bereiten auch zu, was nicht auf der Karte steht. Der Wein dazu? Erstklassiger Champagner. Ein anständiger Margaux. Selbst ein Süsswein aus dem Sauternes-Gebiet fehlt nicht im Angebot. Statt Sitze gibts «Suiten», kleine Kabinen mit Schiebetüren, die ultimative Privacy garantieren. Das Bett ist über zwei Meter lang: Leder vom Ferrari-Lieferanten Poltrona Frau, Laken aus reiner ägyptischer Baumwolle, riesige Decken und Kissen. Der Reisende drückt den «Bitte nicht stören»-Knopf und schläft, bis Chef Fera fröhlich das Frühstück serviert. Zartes Beef Tenderloin. Mit Rösti.

 

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