Kanalinseln Wandern am Meer und speisen wie ein König

Zwischen Frankreich und England liegen die Kanalinseln. Sieben von vierzehn sind bewohnt. Die Natur ist mediterran, die Einwohner sind freundlich, die Kostbarkeiten aus dem Meer ein Gedicht.
Gewaltig. Little Sark ist nur durch einen kurzen Grat mit der Hauptinsel verbunden.
Gewaltig. Little Sark ist nur durch einen kurzen Grat mit der Hauptinsel verbunden.

Der Wind ist unser Begleiter. Manchmal trägt er Gischt mit sich, die sich wie ein Film über die Haut legt. Ziegen würden wohlig an unseren Händen schlecken. Sonst ist das Wetter – ein vom Golfstrom begünstigtes mildes, aber zuweilen auch feuchtes Klima – kein grosses Thema. Viel interessanter ist der besondere Status der Inseln, die nicht zu Grossbritannien gehören, demnach auch nicht zur EU. Und es kommt noch besser: Die Bailiwicks (Amtsbezirke) von Jersey und Guernsey sind voneinander unabhängige Staaten, die eigenes Geld sowie eigene Briefmarken herausgeben. Königin Elizabeth ist ihr Oberhaupt als Herzogin der Normandie – und nicht als Königin von Grossbritannien.

Wandern auf Guernsey: Aufregend sind die gut beschilderten Küstenpfade, die praktisch die ganze Insel umrunden. Die Vegetation ist üppig, im Frühjahr blühen intensiv gelb der Stechginster und blau die Sternhyazinthen, im Herbst sind Lilatöne Trumpf. Der Blick auf kleine Buchten und steil ins Wasser fallende Klippen ist überwältigend.

Victor Hugo ging in der Fermain Bay baden, Auguste Renoir malte die Bucht von Moulin Huet Bay. Kajak- und Velofahren sind beliebte Sportarten auf den Inseln. Wie auch das Baden, obwohl das Wasser selten über 23 Grad steigt. Kurios: Bei 21 Grad Lufttemperatur gibts in den Schulen Hitzeferien!

Schlemmen: Auf Guernsey Frische Fische und leckere Krabben gelangen täglich auf den Tisch. Sehr kreativ ist die Küche von Tony Leck (1 Michelin-Stern) vom «Pavilion in the Park» (www.thepavilion.co.gg) oder jene von Gunter Botzenhardt im «Nautique» (tolles Hummermenü, www.lenautiquerestaurant.co.uk) in St. Peter Port.

Der Zweite Weltkrieg: Geschichte ist auf allen sieben bewohnten Inseln präsent. Einige Museen erzählen vom Zweiten Weltkrieg und der Zeit, als die Inseln Teil des deutschen Atlantikwalls wurden. Sehenswert in Guernsey: das German Occupation Museum und das German Underground Military Hospital.

Dolcefarniente auf Sark: Auf der autofreien, bezaubernden, fünf Kilometer langen und zwei Kilometer breiten Insel Sark lohnt sich eine Auszeit bei der lebhaften Elizabeth Perrée im «Sablonnerie». Der Hummer – eine Spezialität der kleinen Insel – schmeckt bei ihr besonders gut, der lauschige Garten liefert den richtigen Rahmen dazu. Auch Sark bietet Rundwanderungen an mit atemraubenden Ausblicken sowie gemütliche Kutschenfahrten in idyllischer Landschaft. Neulich wurden auf der kleinen Insel sogar Reben angepflanzt: ein absolutes Novum auf den Kanalinseln. 

Check-in

Anreise: Flug mit Blue Islands nach Jersey, Weiterflug nach Guernsey (www.blueislands.com) Attraktive Angebote von Travelhouse/Falcontravel: Guernsey: Fermain Valley Hotel, Flug, 3 Nächte, DZ mit Frühstück ab CHF 910.– pro Person Sark: «La Sablonnerie», DZ mit HP ab CHF 172.– p. P. Restaurant: The Rock Garden im Fermain Valley (www.therock-garden.com). Ausflug: Insel Herm. Sprache: Auf allen Kanalinseln wird Englisch gesprochen. Hochsaison: Mitte Juni bis Ende September. Infos: www.travelhouse.ch, www.fermainvalley.com, www.lasablonnerie.com

 

Auch interessant