Lamborghini Aventador Sehnsuchtmittel

Mit dem neuen Supersportwagen Aventador LP700-4 ersetzt Lamborghini den Vorgänger Murciélago – und garantiert mit 700 PS einen wahren Höllenritt und Adrenalin-Ausschüttung pur.
Typisch «Lambo»: Wie fast alle Lamborghini ist natürlich auch der Aventador wieder nach einem Kampfstier benannt.
Typisch «Lambo»: Wie fast alle Lamborghini ist natürlich auch der Aventador wieder nach einem Kampfstier benannt.

Da geht er nun also hin, der letzte Supersportwagen nach alter Väter Sitte: Der Murciélago war ein wahrer Teufel in Autogestalt, der jeden Mangel an Respekt hart bestrafte. Doch Puristen dürfen erleichtert aufatmen. Der Aventador taucht zwar tief in die Wunderwelt der Elektronik ein und wartet mit Hightech wie der 148 Kilo leichten Karbonzelle und einem F1-inspirierten Fahrwerk auf. Aber gezähmt? Von wegen! Schon rein optisch macht er so ungehemmt auf Macho, als wolle er Kinder erschrecken und selbst im Stand Lichtgeschwindigkeit simulieren. Hinten, im 1,14 Meter flachen Keil, posaunt der Zwölfzylinder ohrenbetäubend in Tonlagen von Gewitterdonner bis Kreissäge. Lohnt sich ein neuer V12-Motor für weniger als 800 verkaufte Autos im Jahr?

«Auf alle Fälle», betont Lamborghini-CEO Stephan Winkelmann: «Der V12 in der nun sechsten Generation ist Tradition.» Fallen dessen 700 PS und 690 Nm (bei 5500/min) über alle vier Räder her, verschwimmt das Raum-Zeit-Gefüge. In irren 2,9 Sekunden schiesst uns das Katapult auf Tempo 100. Brachialer noch als der Murciélago unterjocht der Aventador Kurven mit Tempi jenseits der Vorstellungskraft. Nur angstfreier. Der Trick liegt im Wahlschalter der Fahrmodi, der alle Parameter schärft. In «Strada» cruisen wir fast wie in einem VW Golf zum Brötchenholen. «Sport» ist für Einlagen mit zuckendem Heck, «Corsa» für Erfahrene oder Mutige.

Dann hämmert das automatisierte Getriebe die Gänge rein, als trete uns jemand ins Kreuz – in 0,005 Sekunden, begleitet von bösen V12-Rülpsern. Selbst Bremsen ist Extremsport. Als werfe man den Anker, stehen wir aus 100 km/h nach 30 Metern; ein normales Auto hat da noch 40 km/h drauf. Selten steigt man nach einer Testfahrt fast erleichtert aus – und auch selten so sehnsüchtig.

 

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