Schon gefahren: Subaru BRZ Suchtgefahr!

Andere Marken brauchen für Imagewechsel Werbekampagnen. Subaru reicht dazu ein Auto: Mit dem neuen Sportcoupé BRZ macht uns die kleinste japanische Marke vergnügungssüchtig.
Würzige Kürze: Nur 4,24 Meter lang ist der schneidige Subaru BRZ - und eines der wenigen Kompaktcoupés mit Heckantrieb.
© URSULA NERGER Würzige Kürze: Nur 4,24 Meter lang ist der schneidige Subaru BRZ - und eines der wenigen Kompaktcoupés mit Heckantrieb.

Früher war ein Sportcoupé der Porsche des kleinen Mannes: Einst jagten Ford Capri oder Opel Manta brave Limousinen von der Überholspur. Doch seither ist der Stern bürgerlicher Spassmobile am Sinken: In Zeiten, in denen selbst Kleinwagen oder Kombis Muskelpakete haben, sind kompakte Sportcoupés statt rassiger nur unpraktischer. Wie man die Faszination dieser Fahrzeugliga neu erweckt, zeigt Subaru: mit Konsequenz statt Kompromissen und gepflegtem Purismus statt nur Power. Im BRZ resultiert das in nur 4,24 Metern Länge, unter 1,3 Tonnen, Heckantrieb und einem Schwerpunkt, der dank dem Boxermotor tiefer liegt als im Porsche Cayman. Das soll uns «ein Lächeln ins Gesicht zaubern», hofft Subaru-Europa-Boss Tom Takenaka. Tut es! Der BRZ, Zwillingsmodell von Subaru (Entwicklung, Produktion) und Toyota (Design; dort heisst er GT 86), garantiert viel Fahrspass. Die Lust, mit welcher der BRZ Kurven anpeilt, die Leichtigkeit, mit der er sie erobert, und die Stabilität, mit der er sie besiegt – das reicht, damit Subaru künftig auch für Lifestyle statt nur Nutzwert steht. Klar, Kritik gibt es auch. Wer über die innerorts die Brille von der Nase rüttelnde Federung meckert, hat den BRZ freilich missverstanden: Ausserorts kehrt brauchbarer Komfort ein, und hier ist eben statt Luxus Fahrvergnügen angesagt. Also stört es nicht, dass die 200 PS zurückhaltend antreten: Mit zunehmender Drehzahl orgeln sie sich in ungehemmt röhrende Leistungslaune. Da ist auch egal, dass Aufenthalte im Fond glatt zum Termin beim Orthopäden führen: Coupés sind halt für zwei. Und wir verzeihen gerne, dass die Schaltung (optional auch Automatik) etwas Nachdruck verlangt: Es ist viel zu lange her, dass wir selbst gefahren sind, statt nur vom Auto gefahren zu werden. 

SUBARU BRZ

Motor 2,0-Liter-Benziner, 200 PS
0 bis 100 km/h 7,6, Automat 8,2 s
Spitze 226, Automat 210 km/h
Verbrauch 7,8, Automat 7,1 l/100 km
CO2-Ausstoss 181, Automat 164 g/km
Energieeffizienz F, Automat E
Verkauf ab Ende Juni 2012
Preis ab ca. CHF 40 000.–
Konkurrenten Alfa Romeo Brera, BMW 1er Coupé, Citroën DS3, Honda CR-Z, Mazda MX-5 Roadster-Coupé, Mini Coupé, Hyundai Veloster und Genesis Coupé, Peugeot RCZ, Toyota GT 86, VW Scirocco u. a.
Unser Urteil Kompliment! Der BRZ ist aufregend gestylt und fährt auch so, bleibt aber alltagstauglich. Sein Highlight ist das exzellente Fahrwerk, einziger echter Patzer der unzumutbare Fond. Und das offizielle Preisziel («unter CHF 40 000.–») macht den Fahrspass auch für schmalere Budgets erschwinglich.

 

 

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