Nadine Strittmatter Warten auf Mr. Right?

Erst die Fashion Days, dann ab in die Holidays: In ihren Ferien im Robinson Club auf den Malediven verzichtet Nadine Strittmatter zwar auf Make-up, nicht aber auf Action und Dostojewski.
Südseetraum: Nadine Strittmatter geniesst ihre Badeferien im Robinson Club Maldives. Das Fünfsternehotel liegt auf der Insel Funamadua im südlichen Gaaf-Alif-Atoll.
© M. Munique Südseetraum: Nadine Strittmatter geniesst ihre Badeferien im Robinson Club Maldives. Das Fünfsternehotel liegt auf der Insel Funamadua im südlichen Gaaf-Alif-Atoll.

Frau Strittmatter, von den Charles Vögele Fashion Days in Zürich direkt auf die einsame Insel – ein Kulturschock?
Definitiv. Mein erster Gedanke war: Oje, wie soll ich mich hier beschäftigen? Aber ich habe die Insel unterschätzt.

Inwiefern?
Ich ging tauchen und habe dabei sogar einen Hai gesehen! Ausserdem versuchte ich, mich im stillen Wasser auf ein Surfbrett zu stellen. Leider bin ich untalentiert, was wohl an meiner Grösse liegt. Bis die Befehle vom Hirn in den Beinen ankommen, bin ich schon längst vom Brett gefallen.

Mögen Sie Action lieber als Sonnenbaden?
Eigentlich entspräche es mir mehr, auf einem Pferd durch die Mongolei zu reiten. Doch zum Glück ist das Freizeitangebot im Robinson Club schier unbegrenzt, und gegen einen Tag am Strand mit einem guten Buch habe ich auch gar nichts einzuwenden.

Ihre Ferienlektüre?
Dostojewski.

Ein Model liest Weltliteratur?
Ich lasse mich nicht schubladisieren. Manchmal lese ich zwei, drei Bücher pro Woche!

Kann man mit Ihnen auch über Politik und Wirtschaft diskutieren?
Klar. Da fühle ich mich zwar nicht sattelfest, aber ich bin eine gute Zuhörerin und versuche, immer dazuzulernen.

Welche berühmten drei Dinge packen Sie ein, wenn Sie auf eine Insel reisen?
Mein Lieblingsbuch, «Der Idiot» von Dostojewski, mein iPhone und jemanden, den ich liebe.

Einen Mann?
Ich bin noch immer Single, falls Sie darauf anspielen.

Schon seit elf Monaten – fehlt Ihnen nichts?
Bis jetzt nicht. Ich merke jetzt zwar, dass ich mich auf etwas Neues einlassen könnte. Aber das braucht wohl Zeit. Ich glaube nicht an die Liebe auf den ersten Blick.

Welcher Mann könnte Ihr Herz erobern?

Kein Ja-Sager. Ich stehe auf richtige Männer mit behaarter Brust. Und auf Gentlemen, die mir die Türe aufhalten. Da bin ich altmodisch.

Also plädieren Sie auch für die klassische Rollenverteilung?
Sobald Kinder da sind, ja. Bei der Erziehung sollte die Mutter die Hauptrolle spielen.

Wann ists bei Ihnen so weit?
Spätestens Mitte dreissig. Ich träume davon, zwei Töchter grosszuziehen.

Und wo sollen die Töchter aufwachsen?
Irgendwann will ich in die Schweiz zurückkommen und mich auf dem Land niederlassen. In einem alten Bauernhaus. Aber erst ziehe ich mal von New York nach Los Angeles.

Peilen Sie eine Hollywood-Karriere an?
Nicht um jeden Preis. Ich nahm zwar Schauspielunterricht, würde aber noch lange nicht jede Rolle annehmen.

Was läge Ihnen eher, Mörderin oder Opfer?
Mörderin.

Komödie oder Action-Thriller?

Drama!

Eine Dostojewski-Verfilmung?
Ein Kostümfilm? Bloss nicht! Als Model verkleide ich mich schon oft genug.

Auch da schlüpfen Sie in Rollen. Welche war die schwierigste?
In Australien musste ich mit einem Koalabären posieren, der mir beide Arme zerkratzte. Da sieht man, wie schlecht die Arbeitsbedingungen für Models sind. An den Fashion Weeks gehts zu wie im Mittelalter: Wir kriegen nichts zu essen, müssen uns in ungeheizten Räumen vor aller Augen umziehen. Ausserdem nehmen Anproben oft ganze Nächte in Anspruch – bezahlt werden wir dafür aber nicht.

Wie wehren Sie sich?
Meinen Freundinnen und mir schwebt eine internationale Gewerkschaft für Models vor. Das ist Zukunftsmusik.

Apropos, mit 26 sind Sie schon fast eine Model-Oma. Fürchten Sie das Alter?
Ach was. Ich habe bereits erste Fältchen um die Augen entdeckt – aber Menschen mit Falten finde ich schön.

Also schminken Sie sie nicht weg?
Make-up kommt mir privat nicht auf die Haut. Nur einen schwarzen Eyeliner habe ich immer dabei.

Wiegen Sie nach den Ferien auch regelmässig zwei Kilo mehr?
Beim Buffet hier im Robinson Club könnte das tatsächlich passieren. Aber Sonne und Hitze schlagen mir auf den Appetit.

Ihr Blitzrezept für die Bikini-Figur?
Gerstengrassaft wirkt Wunder und ist vor allem ganz natürlich. Mit Chemie kann ich wenig anfangen.

Auch nicht mit Drogen?
Weshalb sagt man die nur uns nach? Klar, das Zeug ist unter Models verfügbar, aber unter Ärzten oder Bankern doch genauso. Ich habe stets die Finger davon gelassen.
 

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