Schweizer Illustrierte Was geht uns nah? Was lässt uns kalt?

Das Tagebuch von Nik Niethammer, Chefredaktor.

Pakistan Der Mann klammert sich an ein Seil. Seine Händ sind aufgequollen. Wie lange treibt er schon im Wasser? Ein schreckliches Bild, das wir auf Seite 20/21 publizieren. Eines von vielen schrecklichen Bildern, die uns in diesen Tagen aus Pakistan erreichen.
Das Land am Indus erlebt die schlimmste Flut in seiner Geschichte. 20 Millionen Menschen sind betroffen, mehr als beim Tsunami im Indischen Ozean oder beim Erdbeben auf Haiti. Die schlimmste Naturkatastrophe aller Zeiten, sagen Fachleute.
So gross die Not für Millionen von Pakistanern ist, so wenig scheint ihr Schicksal uns zu berühren. Es dauerte Wochen, bis die Bilder aus dem Katastrophengebiet auf die Titelseiten unserer Zeitungen gelangten. Hilfswerke klagen über fehlende Spenden.
So zynisch es klingen mag: Erst Tote, viele Tote, rütteln uns auf. Erst bei Bildern von Leichenbergen und totaler Zerstörung entsteht die Bereitschaft zu spenden. Pakistan weckt nicht das Mitleid, das Haiti geweckt hat.
Der Mann, der sich am Seil festklammert, wird gerettet. Millionen Männer, Frauen, Kinder warten weiter auf unsere Hilfe. Pakistan: Ein Land geht unter - ab Seite 18.

Roswitha Merz Angenommen, Sie, liebe Leserin, lieber Leser, wären Bundesrat und trügen sich mit dem Gedanken zurückzutreten. Würden Sie Ihren Mann, Ihre Frau um Rat bitten?
Was für eine Frage!, höre ich Sie sagen. Nun, Hans-Rudolf Merz fragte seine Frau Roswitha nicht um ihre Meinung. Er trat einfach zurück. Vor zwei Wochen.
Dies ist eine von vielen überraschenden Geschichten und Anekdoten, die SI-Politchef Sascha Buchbinder von seinem zweistündigen Besuch bei Roswitha Merz in Herisau AR zurückbrachte.
Wie lebt es sich als Frau eines Bundesrates, der wie kein Zweiter im Kreuzfeuer der Kritik stand? Was sagt sie zu Gerüchten, ihr Mann hätte eine Geliebte? Und welche Pläne schmiedet das ungleiche Paar für die bundesratsfreie Zukunft? Frau Merz rechnet ab - ab Seite 28.

In eigener Sache Sie ist beliebt und begehrt. Zuschauer wie Teilnehmer des Eidgenössischen müssen sie einfach haben - unsere «Schwing-Bibel»! Im grossen Extra dieser Woche finden Sie alle 275 Bösen im Bild. Ein zukünftiger Hosenlupf: Denn unsere Fotografen haben jeden Schwinger persönlich besucht!
Selbstverständlich räumen wir den Bösen auch in der kommenden Ausgabe viel Platz ein. Sechs SI-Reporter und -Fotografen werden in diesem Jahr von zwei Frauen unterstützt: Exklusiv für die Schweizer Illustrierte steigen Kunstturn-Europameisterin Ariella Kaeslin und Musikerin Sophie Hunger in die Schwinger-Hosen. Lassen Sie sich überraschen!

Ich wünsche Ihnen doppelten Lesespass - mit unserer «Schwing-Bibel» und Ihrer Schweizer Illustrierten!

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