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  3. Laura Baumgärtner, Ex-«GNTM»-Model, erlebt wegen Corona Reisehorror auf Kuba

Schweizer «GNTM»-Model sitzt in Kuba fest

«Ich wurde drei Mal sexuell belästigt»

Trotz Corona-Pandemie entschied sich Laura Baumgärtner, ihre Reise durch die Karibik und Kuba fortzusetzen. Eine fatale Fehlentscheidung, wie die Ex-«GNTM»-Teilnehmerin jetzt am eigenen Leib erfährt. Seit Tagen sitzt die Thurgauerin fest, wird wie eine Verbrecherin behandelt und sieht sich mit sexuellen Übergriffen konfrontiert.

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Horrortrip statt Traumurlaub: Laura Baumgärtner darf ihr Bungalow auf Kuba nicht verlassen.

Screenshot ProSieben

Statt einer Traumreise erlebt Laura Baumgärtner einen Reise-Albtraum: Die «Germany's Next Topmodel»-Kandidatin aus dem Jahr 2016 flog am 13. Januar alleine nach Havanna, Kuba. Der Plan der 23-Jährigen, die Karibik zu erkunden, war die ersten zwei Monate problemlos, wie Laura gegenüber «blick.ch» erzählt: «Ich reiste mit kubanischen Freunden durch das Land, von Westen nach Osten.» 

Zu dieser Zeit sei das Coronavirus zwar bereits ein Thema gewesen, wie sehr sich die Lage aber zuspitzen würde, wusste die Thurgauerin zu dieser Zeit nicht und entschloss daher, ihre Reise nicht zu unterbrechen.

«Ich fing an, mich vor der Polizei zu verstecken»

Als dann Ende März die kubanische Regierung beschloss, die Grenzen für Touristen zu schliessen, reisten rund 60'000 Ausländer nach Hause zurück. Nicht so Baumgärtner, die an ihren weiteren Reiseplänen festhielt: «Die Probleme hielten sich zunächst in Grenzen.»

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Heute bereut Laura, dass sie die Medienberichte nicht richtig verfolgt hat: «Ich habe es unterschätzt.» Der wahre Albtraum nahm dann vor rund zwei Wochen seinen Lauf. 

Mit jedem Tag waren weniger Touristen auf der Strasse: «Bis ich eine der Letzten war.» Das Model wird ständig von der Polizei kontrolliert. «Ich fing an, mich vor der Polizei zu verstecken und mich möglichst kubanisch zu verhalten.»

In fünf Tagen drei Mal sexuell belästigt!

Als dann ihre Bankkarte am Automat eingezogen wird, wendet sich die Ostschweizerin mit den Rastas an die lokalen Behörden. Es beginnt eine Odyssee im Polizeiauto, die mitten in der Nacht ausserhalb von Havanna in einer Hotelanlage mit Campingplatz endet.

«Sie haben hier eine Art Flüchtlingscamp eingerichtet», sagt Baumgärtner. «Dort lebe ich zusammen mit etwa 50 anderen Ausländern, die meisten aus Südamerika und Afrika.» Das Gelände ist eingezäunt, raus darf sie nicht.

Das ist aber noch nicht das Schlimmste: «Ich wurde drei Mal sexuell belästigt. In den fünf Tagen, in denen ich nun hier bin!» 

Mit dem EDA in Kontakt

Die junge Schweizerin fühlt sich hilflos und ausgeliefert. «Ich habe mich in meinem ganzen Leben noch nie so unfrei gefühlt», sagt sie. Zum Frühstück gebe es für sie als Veganerin gerade mal ein Stück Brot. «Die Rationen sind winzig.»

Mit dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ist Baumgärtner seit Kurzem in Kontakt. Wann und wie sie wieder nach Hause kommt, kann Laura zurzeit aber niemand sagen.

Auf Anfrage des «Blick» lässt das EDA ausrichten, dass es Kenntnis von einer Schweizer Bürgerin hat, die in Kuba blockiert ist. Die Schweizerische Botschaft stehe in Kontakt mit der betroffenen Person. «Es gilt aber der Grundsatz der Eigenverantwortung.»

Von Maja Zivadinovic am 20.04.2020
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