1. Home
  2. People
  3. International Stars
  4. Lashana Lynch soll der nächste James Bond sein

Lashana Lynch für 007

Es wird nie wieder Bond-Girls geben

James Bond geht in den Ruhestand. Doch die Welt wird weiterhin von Bösewichten befreit. Angeblich liegt das Schicksal der Welt jetzt aber in weiblicher Hand.

MONTEGO BAY, JAMAICA - APRIL 25: Actress Lashana Lynch attends the "Bond 25" Film Launch at Ian Fleming's Home "GoldenEye", on April 25, 2019 in Montego Bay, Jamaica. (Photo by Roy Rochlin/Getty Images for Metro Goldwyn Mayer Pictures)

Die britische Schauspielerin Lashana Lynch soll die 007 übernehmen. Das James-Bond-Universum bessert seine Frauenquote auf. 

Getty Images for Metro Goldwyn M

Die Welt ist aus den Fugen, die Sonne dreht sich um die Erde und James Bond steht offenbar kurz davor, die Welt aus den Angeln zu heben. Denn: Laut britischen Medien wird 00-Chauvi-7 durch eine Frau ersetzt. Lashana Lynch, 31, heisst die Frau, die das Millionen-Imperium rund um James Bond in die Zukunft führen soll. Das wäre ein Coup. Nicht nur, weil Lashana Lynch eine schwarze Frau ist. Diese Neubesetzung katapultiert das James-Bond-Universum in die Zukunft (bzw. Gegenwart, je nach Perspektive).

James Bond bleibt, die 007 wird umverteilt

Wie «The Mail on Sunday» unter Berufung auf einen Insider schreibt, soll die neue Lizenz zum Töten bereits im nächsten Film übergeben werden. Aktuell laufen die Dreharbeiten zum 25. Bond gerade in Italien und in England. Die Storyline (logischerweise vom Team Broccoli aktuell noch höchst unbestätigt) verpflanzt James Bond (noch Daniel Craig) für den Ruhestand nach Jamaika. Ziemlich zu Anfang des Films soll es diese «Popcorn dropping»-Szene geben. M entdeckt eine Krise und ruft nach 007. Wer huscht zur Tür herein? Kein Daniel Craig, 51, sondern Lashana Lynch, so heisst es. Die heisst natürlich weder James noch Bond. Sondern übernimmt angeblich lediglich die Bond’sche Agentennummer (deshalb: entspannt euch, geschätzte Bond-Traditionalisten, eine Jemima Bond muss wohl niemand verkraften). Die 007 wird einfach an eine neue Angestellte übertragen. Easy, oder?

Viel schwieriger ist wohl diese Nachricht zu verkraften: Angeblich sind die Bond Girls weg vom Fenster. Diese für viele Kritikerinnen und Kritiker offensichtliche Objektivierung und Sexualisierung von Frauen soll endgültig vorbei sein. Die Bond Girls sind laut des Insiders jetzt Bond Women. Der Terminus Bond Girls sei am Set verboten. So hüpft die (noch unbestätigte) neue 007 nicht beim ersten Augenaufschlag mit Bond ins Bett. Sie lässt ihn angeblich abblitzen, mache sogar Witze über ihn.

MONTEGO BAY, JAMAICA - APRIL 25: (L-R) Cast members Léa Seydoux, Ana de Armas, Daniel Craig, Naomie Harris and Lashana Lynch attend the "Bond 25" Film Launch at Ian Fleming's Home "GoldenEye", on April 25, 2019 in Montego Bay, Jamaica. (Photo by Roy Rochlin/Getty Images for Metro Goldwyn Mayer Pictures)

Auf diesem Bild gibt es keine Bond-Girls. Nur Bond-Women. Das ist neu. 

Getty Images for Metro Goldwyn M

James Bond ist veraltet

Fürs Drehbuch ist Pheobe Waller-Bridge verantwortlich. Sie soll sicher stellen, dass die Filmreihe den Anschluss an eine Welt nach #metoo, mit neuen feministischen Ideen und einem lauten Schrei nach Gleichberechtigung nicht verpasst. In einem Interview sagte Waller-Bridge: «Es wurde viel darüber geredet, ob Bond überhaupt noch relevant ist, weil er so ist, wie er ist und weil er Frauen so behandelt, wie er sie behandelt.» Für sie ist klar: «Das ist alles Bullshit. Natürlich ist er noch relevant. Nur die Filmreihe muss sich weiter entwickeln und wir müssen drauf achten, dass der Film Frauen angemessen behandelt. James Bond muss sich selbst aber treu bleiben.»

Daniel Craig hat Bond schon zünftig modernisiert. Der aalglatte Agent mit unwirklich perfekter Frisur hatte mit Pierce Brosnan, 66, ausgedient. Craigs Bond hat Ecken und Kanten bekommen. Er hatte Probleme, Traumata und Liebeskummer. Immerhin schon etwas.

Die Hintertür bleibt für immer offen

Frauen waren teilweise trotzdem noch willkommenes Zwischenfutter – auch wenn die eine oder andere stärkere Frauenrolle beim Welt retten (oder zerstören?) mitschen durfte. Mit Lashana Lynch würde die Bond-Franchise einen riesengrossen Sprung wagen. Wagen, weil hartgesottene Bond-Fans vermutlich keinen Glückssalto vollführen, wenn ihr Held, ihr Inbegriff von britischer Coolness durch eine Frau ersetzt wird.

Und doch: Käme es so, hätten die Bond-Macher mit der Variante «nur die 007 wird weiter gereicht» einen ziemlich eleganten Weg gefunden. James Bond bleibt (und kann jederzeit wieder kommen), nur 007 wird neu verteilt. Ziemlich geschickt. Denn wenns mit der Frau nicht funzt, dann bleibt das Hintertürchen für immer offen. So mutig ist man dann halt doch nicht.

Von Bettina Bendiner am 15. Juli 2019