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  4. Kanye West als möglicher US-Präsident: Die Idee kam ihm unter der Dusche

Viel Plätscher-Lärm um nichts?

Unter der Dusche kam Kanye die Präsidentschafts-Idee

Quell von Kanye Wests Präsidentschafts-Kandidatur-Idee war die Dusche. Unter dem Strahl hat der Rapper den Entschluss gefasst, Trump und Biden Konkurrenz zu machen. Ob er seiner sprudelnden Idee aber wirklich Taten folgen lässt, ist nach wie vor unklar.

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Kreative Phasen unter der Dusche: Kanye West.

Getty Images

Am Wochenende sorgte Kanye West, 43, mit einem Tweet für Aufruhr: Der Rapper liess verlauten, dass er sich für die Präsidentschaftswahl zur Verfügung stellen wird. «Wir müssen jetzt die Verheissung Amerikas verwirklichen, indem wir auf Gott vertrauen, unsere Vision vereinen und unsere Zukunft aufbauen», teilte er mit. 

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Nur Jux? Eine Hilfestellung für seinen Kumpel Donald Trump, der zur Wiederwahl antreten wird? Eine konkrete Idee? Das liess Kanye offen. Aber an seiner Präsidentschafts-Idee scheint er weiterhin festzuhalten. Im Interview mit «Forbes» hat er nun verraten, was sein Wahlslogan sein soll. Der ist ziemlich einfach – und ziemlich einsilbig. Ein simples «YES!» soll das neue «Make America Great Again» werden. Auch den Namen seiner Partei hat er bereits gefunden. Diese wird er Birthday Party nennen, denn «wenn wir gewinnen, ist das ein Geburtstag für jeden».

Unter der Dusche kam ihm die Idee

Die Idee, als Präsident zu kandidieren, kam ihm nicht zugeflogen, aber zugeflossen: Unter der Dusche hat West seine Pläne geschmiedet. «Ich stand unter der Dusche und habe nachgedacht», erklärte er. «Es hat mich umgehauen, zu sagen: ‹Du wirst als Präsident kandidieren›, ich habe hysterisch zu lachen begonnen.» Für ihn sei klar gewesen: «Das ist das Beste!» Er wisse nicht mehr, wie lange er unter der Dusche gelacht habe, «aber das ist der Moment, in dem es mir gedämmert hat».

Die Dusche ist nicht nur bei ungewöhnlichen Ideen Kanyes Quell der Kreativität. «Ich schreibe auch meine Raps unter der Dusche», stellte er klar. Die Dusche als Inspirationsquelle – damit steht er nicht alleine da. Auch Woody Allen gehe «für mein kreatives Pensum unter die Dusche», sagte er einst. Renée Zellweger sang unter der Dusche – und kam zur Einsicht, eine Stimmbildung zu machen und Gesangsunterricht zu nehmen, «um den Ton dann tatsächlich zu treffen», wie sie gegenüber «People» erklärte.

Unter der Dusche kommen übrigens nicht nur den Prominenten spannende Ideen: Wie der US-amerikanische Kognitionspsychologe Scott Barry Kaufman in einer Studie herausgefunden hat, haben 72 Prozent der Menschen in der Nasszelle neue, kreative Einfälle. 

Kreativer Einfall – katastrophaler Reinfall?

Als kreativen Einfall kann man Kanyes Kandidatur definitiv betiteln. Doch es stellt sich die Frage, ob der Einfall nicht etwa ein grosser Reinfall ist. Dass Kanye West nämlich tatsächlich gegen Donald Trump, 74, und Joe Biden, 77, in den Wahlkampf steigt, ist nicht klar. Bislang nämlich hat Kanye West vor allem grosse Töne gespuckt. Seinen Worten hat er allerdings nur herzlich wenige Taten folgen lassen. Und es gibt viele Anzeichen dafür, dass er es nicht ganz so ernst meint, wie er beteuert. 

Zum einen ist er für die Wahlen am 3. November ziemlich knapp dran. Die Frist fürs Verfahren, das ihn auf den Wahlzettel bringen würde, hat er in sechs Bundesstaaten bereits verpasst. In vielen weiteren braucht er zahlreiche Unterschriften, die er auf die Schnelle nur schwer zusammensammeln dürfte. Ob er sich die Möglichkeit zunutze machen wird, auch ohne gesicherten Platz auf den Wahlzettel geschrieben zu werden? Aber auch da bleibt ihm einiges an Stimmen verwehrt: In neun Bundesstaaten sind sogenannte «Write-in Candidates» nicht zugelassen.

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Hilft er nur seinem Kumpel Donald Trump? Manche Experten gehen davon aus, dass Kanye Trumps Konkurrenten Joe Biden wichtige Stimmen abluchsen könnte.

The Washington Post via Getty Im

Kanye selbst denkt, dass er mit dem Argument des Coronavirus noch auf sämtliche Wahlzettel kommen könnte. Er ist überzeugt: «Gott hat mir die Klarheit gegeben und mir gesagt, dass es Zeit ist» – und damit sehr optimistisch, was seine Kandidatur-Pläne angeht. Ein klares Wahlprogramm hat er zwar noch nicht. Auch die aussenpolitische Strategie ist gegenwärtig inexistent. «Ich habe sie noch nicht entwickelt», erklärte er. «Ich bin fokussiert darauf, Amerika zu schützen, allem voran mit unserem grossartigen Militär. Lasst uns auf uns selbst fokussieren, vor allem anderen.»

Dass er sich auf sich selbst konzentriert, bezweifeln Kritiker und In-Frage-Steller der Kandidatur-Idee nicht. Sie fragen sich, ob alles nur ein Marketing-Gag ist. Dafür spricht einiges: Vor kurzem hat Kanye einen neuen Song herausgebracht, dem ein ganzes Album folgen wird. Gratis-Promo gibt es für ihn eine Menge – ob er tatsächlich für das höchste US-Amt kandidiert oder nicht. Stelle man sich nur mal vor, wie sein übernächstes Album durch die Decke gehen würde, könnte er die Präsidentschaft tatsächlich an sich reissen.

Von Ramona Hirt am 09.07.2020
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