1. Home
  2. People
  3. Klartext
  4. «Der Name der Rose» – Kloster der Sünden und Qualen – Streaming-Tipp

«Tele»-Streaming-Tipp der Woche

«Der Name der Rose» – Kloster der Sünden und Qualen

Ihr liebt Filme und Serien, wisst aber nicht, was ihr als nächstes bei Netflix & Co. schauen sollt? Kein Problem: Die Zeitschrift «Tele» stellt hier jede Woche Sehenswertes vor. Heute die achtteilige Serie «Der Name der Rose.»

Telestreaming
Du sollst nicht töten! Ach ja? Rupert Everett, Michael Emerson, John Turturro, Damian Hardung (v. l.). Die Verwendung ist nur bei reda

«Der Name der Rose» war Umberto Ecos Erstling (1980) – und gleich ein Bestseller. Der Roman wurde 1986 fürs Kino verfilmt – jetzt zeigt Sky Show eine achtteilige Serienadaption. Dunkel und dreckig und zugleich sorgfältig und edel kommt die 26 Millionen Euro schwere deutsch-italienische Produktion daher.

Die Handlung ist bekannt: Der Franziskanermönch William von Baskerville (John Turturro) und sein Novize Adson (Damian Hardung) klären im 14. Jahrhundert eine mysteriöse Todesserie in einem norditalienischen Kloster auf.

Brillant kombiniert der bescheidene Mönch und löst damit nicht nur beim Abt (Michael Emerson) leises Unbehagen aus. Gleichzeitig schwelt aber auch ein Konflikt zwischen Kirche und Staat, und Inquisitor Bernardo Gui (Rupert Everett) verfolgt alle Papstkritiker bis aufs Blut – Baskerville inklusive.

In der Serie besteht mehr Platz für Details

Es liegt in der Natur der Sache, dass man als Zuschauer die neue Serie der 33-jährigen Kinoversion von Jean-Jacques Annaud gegenüberstellt. Eine Serie bietet mehr Raum für Ecos Geschichte, auch Nebenhandlungen können ausführlicher erzählt werden, ohne dass die Mordermittlungen im Kloster an Zugkraft verlieren.

Im Vergleich zu früher hinterlässt John Turturro als William von Baskerville einen nachhaltigeren Eindruck als seinerzeit Sean Connery: Dem einstigen 007-Agenten fehlte die Warmherzigkeit im Blick. Hingegen bleibt Ron Perlman, der 1986 den verwirrten Mönch Salvatore spielte, bis heute unerreicht.

Erwähnenswert ist auf jeden Fall auch Damian Hardung, der den Novizen Adson mit viel Tiefgang verkörpert. Der 20-jährige Deutsche startete in seiner Rolle als Jonas in der Serie «Club der roten Bänder» (2015–2017 auf Vox) so richtig durch und beweist in «Der Name der Rose», dass er keine Eintagsfliege war.

«Der Name der Rose», I/D 2019 Sky Show, 1. Staffel; ab 24.5.

Von Simone Reich am 22. Mai 2019