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  4. Herzogin Meghan ist eine Umarmerin – was dahintersteckt

Mehr Liebe, weniger Viren

Was hinter Herzogin Meghans Umarmungen steckt

Sie ist in der königlichen Gestik gar nicht vorgesehen: die Umarmung. Dennoch hat sie sich Herzogin Meghan längst zum Markenzeichen gemacht. Sie tut damit aber nicht nur dem Gegenüber Gutes, sondern auch sich selbst.

Herzogin Meghan (GB), Prinz Harry (GB), mit Luke Vincent (5) von der Buninyong Public School (Kindergarten) bei der Ankunft am Flughafen von Dubbo anlässlich des offiziellen Besuchs in Australien, Tag 2. 17. Oktober 2018.

Herzogin Meghan umarmt für ihr Leben gern Menschen, denen sie begegnet.

Danapress

Sie hat es wieder getan: Bei ihrem ersten Auftritt seit dem denkwürdigen Dokfilm, in dem sich Herzogin Meghan, 38, von ihrer verletzlichen Seite zeigte, ging die Gattin von Prinz Harry, 35, am Dienstagabend bei der Eröffnungsfeier des «One Young World Summit» in die Offensive. Die Tränchen vom televisionären Seelenstriptease getrocknet, die Krone gerichtet, das Lächeln zurück im Gesicht.

Dann hat sie es wieder getan. Mit viel Liebe: einen Menschen umarmt. Eine Geste, die uns schon in der Vergangenheit oft das Herz erwärmte, wie auch unsere Galerie zeigt. Gut möglich, dass dieses Mal noch ein akutes Bedürfnis nach Nähe dazukam nach den aufwühlenden letzten Tagen. Die Umarmung als Zeichen der Anteilnahme, des Verständnisses.

Umarmen ist bei Hof nicht vorgesehen

Hug-Empfängerin war diesmal Kate Robertson, Mitbegründerin der Organisation «One Young World», für die sich Meghan schon seit Jahren einsetzt. Doch die Frau war auf diese Art der Begrüssung gar nicht gefasst. Robertson wollte zu einem – dem Protokoll entsprechenden – Knicks ansetzen, als Meghan resolut auf sie zuging und die Arme ausbreitete. Das wirkte für einen kurzen Moment etwas ungelenk, weil asynchron. Doch Meghan brachte die Situation charmant unter Kontrolle. Sie drückte Robertson ganz einfach noch ein bisschen doller an sich.

Dass sie damit einmal mehr die steifen Vorschriften des Königshauses missachtet hat, dürfte ihr langsam keiner mehr übelnehmen. Und ihr selbst ist es vermutlich längst egal: Zu oft ignorierte Meghan galant, dass diese warmherzige Art der Begrüssung bei Hof gar nicht vorgesehen ist.  

Nicht alle nehmen Meghan ihre Gefühle ab

Denn sie will umarmen: Sogar in einer Phase, in der ihr die britische Presse einen fiesen Streit mit Herzogin Kate, 37, andichten wollte, schritt Meghan zur Tat und entwaffnete die Kritiker mit ihrer Lieblingsgeste. Sie lächelte, als sie ihre angebliche Rivalin in die Arme schloss.

Böse Zungen monieren, Meghan nehme uns mit ihren Umarmungen bloss auf den Arm. Sogar ihre nur mit Müh und Not unterdrückten Tränen in der emotionalen ITV-Dok nahmen ihr nicht alle ab. «Die spielt das doch, die ist doch Schauspielerin!», wetterten die Skeptiker.

Meghan umarmt unbeirrt weiter. So etwa kürzlich auf ihrer Südafrikareise. Dort auch um zu demonstrieren: «Ich bin eine von euch, ich bin hier als eure Schwester!» Und im vergangenen Juli sorgte ihre herzliche Umarmung beim Treffen mit Popstar Beyoncé, 38, für Aufsehen. Obwohl die Herzogin und die Sängerin sich bei der Premiere des Films «Der König der Löwen» zum ersten Mal trafen, «begrüssten sie sich mit Signalen, die normalerweise eine sehr enge und innige Freundschaft definieren», deutete Körpersprache-Expertin Judi James die Umarmung gegenüber britischen Medien.

Die Kindheit macht uns zu Umarmern – oder nicht

Meghan umarmt vermutlich, weil sie nicht anders kann. Weil sie die Tochter einer warmherzigen Mutter, Doria Ragland, 63, ist? Wenn es nach der Psychologie geht, umarmen Kinder, die oft von den Eltern umarmt wurden, auch im Erwachsenenalter gerne, so eine Studie aus dem Jahr 2012. Umarmungen seien ein wichtiges Element der emotionalen Erziehung.

Laut Suzanne Degges-White, Professorin für psychosoziale Beratung an der Northern Illinois Universität, kann aber auch das Umgekehrte Ursache sein. Einige Kinder seien nahezu ausgehungert nach Berührungen, sagt sie zum Magazin «Time». Diese würden dann zu sozialen Umarmerinnen, die Freundinnen nicht ohne Umarmung oder Berührung an der Schulter grüssen könnten. Hoffen wir für Meghan auf Variante 1.

Weniger anfällig für Schnupfen

Doch egal, was die Herzogin zur Umarmerin gemacht hat: Sie tut auch sich selbst Gutes damit. So stärkt sie ihr Selbstwertgefühl. «Menschen, die offener für physische Berührungen sind, haben in der Regel mehr Selbstbewusstsein», erklärt Expertin Degges-White.

Jede Umarmung macht Meghan – und jetzt kommt die Medizin ins Spiel – aber auch noch ein bisschen gesünder. Der Grund: Bei Umarmungen schüttet unser Körper das Hormon Oxytocin aus, das positiv gegen Stress wirkt. Unser Blutdruck sinkt, Ängste und Schmerzen lassen nach. Wer regelmässig umarmt, stärkt sogar das Immunsystem und ist weniger anfällig für Erkältungsviren, wie Forscher der Carnegie Mellon University in Pittsburgh  herausfanden – was wiederum gegen die Berührungsängste des Königshauses spricht, das seinen Mitgliedern die körperlichen Berührungen wildfremder Menschen strikt verbietet.

Darum gilt –  in dieser trüben, um nicht zu sagen betrübten Jahreszeit erst recht: Nehmen wir uns Meghan zum Vorbild! Umarmen wir wo immer, wann immer, wen immer! Es ist eine Win-Win-Situation auf emotionaler, psychosozialer und medizinischer Ebene. Free hugs für alle!

Von Tom Wyss am 24.10.2019