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Wüste Streitereien

Beat Breu muss seinen Zirkus sofort schliessen

Er hat gekämpft wie ein Löwe - und verloren. Beat Breu konnte seinen Traum vom eigenen Zirkus nicht retten. Der ehemalige Rennvelo-Profi muss nach einem Zoff mit seinem Geldgeber seine Zelte abbrechen.

Foto: Joseph Khakshouri 05.08.2019 Bat Breu will es wissen. Er versucht es nochmals mit seinem Zirkus, diesmal ohne Tiere, denn er hat keine Bewilligung bekommen. Winterthur (ZH)

Das Zelt und die Wagen im Hintergrund stammen von dem deutschen Zirkusbesitzer Adolf Lauenburger. Der nimmt sein Eigentum nun wieder zurück.

Joseph Khakshouri

Beat Breu, 61, wollte unbedingt in die Manege: Allen Widrigkeiten zum trotz baute die Velo-Legende einen eigenen Zirkus auf, feierte kürzlich grosse Eröffnung. Doch nun ist der grosse Traum bereits wieder ausgeträumt!

Breu ist, nur gerade 13 Tage nach der Eröffnung, gescheitert, wie er gegenüber dem «Blick» verlauten lässt. «Nach wüsten Streitereien trenne ich mich per sofort von Adolf Lauenburger.» Vom dem deutschen Zirkusbesitzer hat Breu Zelt, Wagen und Artisten zur Verfügung gestellt bekommen. Alle Vorstellungen bis Ende August sind gestrichen, das Zelt, das für die Vorstellung heute Abend in Herblingen SH stand, wird bereits wieder abgebaut.

Beat Breu und 2 Kontrahenten auf einer rasanten Abfahrt bei der Tour de Suisse 1989

Beat Breu wurde als Velorennfahrer bekannt. Er gewann zweimal die Tour de Suisse.

Blick

Schwere Vorwürfe an Geschäftspartner

Mehr sagen kann und will der gescheiterte Zirkusdirektor nicht: Heidi Breu, 66, übernimmt die weitere Kommunikation für ihren Mann. Ihm falle es zu schwer, über das Drama zu sprechen. «Wir wurden von der Familie Lauenburger zunehmend belogen und beleidigt, Beats Programm sogar sabotiert», klagt sie an.

Kurz vor der Vorführung sei das Mikrofon verschwunden, vor den Nummern der Artisten die Anlage vom Strom genommen worden, wirft Breus Frau ihren ehemaligen Geschäftspartnern vor. «Die Intrigen wurden täglich dreckiger. Zudem haben sie versucht, Beat und mich massiv unter Druck zu setzen.»

Heidi und Beat Breu Ferdy Kuebler Memorial

Heidi und Beat Breu sind seit 2002 mit Unterbrüchen ein Paar.

Hervé le Cunff

Eröffnung stand unter schlechtem Stern

Auch um Geld seien sie geprellt worden, klagt Heidi Breu weiter: «Wir hatten nie genug Leute, um das Zelt abzuräumen. Eines Tages hiess es, ich solle Adolf Geld geben, er würde in Österreich vier Rumänen holen. Zurück kam er alleine – und das Geld war weg.»

Schon die Premiere am 5. August stand unter keinem guten Stern: Der Circus Breu musste sein Programm ohne Tiere vorführen. Die steckten nämlich in Österreich fest, weil die Papiere für die Ausfuhr fehlten. 

Kurz nach der Eröffnung stand zudem das Arbeitsinspektorat des Kantons Schaffhausen plötzlich vor der Tür. Es habe sich dabei aber um eine Routinekontrolle gehandelt. Waren wurden keine beschlagnahmt, kein Strafverfahren eröffnet. 

Foto: Joseph Khakshouri 05.08.2019 Bat Breu will es wissen. Er versucht es nochmals mit seinem Zirkus, diesmal ohne Tiere, denn er hat keine Bewilligung bekommen. Winterthur (ZH)

Ausgeträumt: Beat Breu in seiner ehemaligen Manege. 

Joseph Khakshouri

«Das Ganze ist Beat über den Kopf gewachsen»

Daraufhin habe Lauenburger den Breus vorgeworfen, sie hätten «keine Ahnung» von Zirkus. «Spielt lieber mit Playmobil.» Das habe sie beide tief verletzt.

Der «Blick» konfrontiert Adolf Lauenburger mit den Vorwürfen des Ehepaares Breu. Er bestreitet, dass es zu den genannten Übergriffen gekommen sei. Das Problem sei vielmehr, dass keine Zuschauer in den Zirkus kommen wollten. 

«Warum, weiss ich auch nicht. Beat ist ein netter Mensch, doch das Ganze ist ihm über den Kopf gewachsen. Wenn Heidi sagt, sie fühle sich belogen und beleidigt, gebe ich das an ihre Adresse zurück. Denn Geld, wie es versprochen wurde, haben wir nicht verdient.»

Breu gibt nicht auf

Beat Breu will trotz aller Rückschläge nicht aufgeben. Er plant seine Rückkehr noch in dieser Saison. Mit einem kleineren Zelt, aber wieder unter dem Namen Circus Breu.

Von Berit-Silja Gründlers am 20. August 2019