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  3. «SRF bi dr Lüt»: Bergdrama um Nik Hartmann

Der Moderator war nicht gesichert

Bergdrama um Nik Hartmann

Er hatte Todesangst: Nik Hartmann stürzte auf der fünften Etappe seiner Alpenüberquerung Via Alpina und konnte nur von seinen Kollegen vor dem Fall in die Tiefe gerettet werden. Nun äussert sich der Moderator ausführlich zu dem Unfall.

Nik Hartmann

Moderator Nik Hartmann überquerte die Via Alpina und stürzte fast in die Tiefe.

Keystone

«Jetzt bin ich beinahe das Loch ab. Ich glaubte schon, ich müsse euch sagen: ‹Tschau zäme!›» So fasst Moderator Nik Hartmann seine Gefühle kurz nach dem Beinahe-Unglück am Chindlbettipass BE zusammen.

Der 46-Jährige wanderte für die Sendung «SRF bi de Lüt» die Via Alpina. 360 Kilometer über 14 Alpenpässe von Vaduz nach Montreux. Und fast wäre Hartmann nicht angekommen.

Hartmann Nik - Winter Wunderland

Nik Hartmann bei seiner Via Alpina: Der Moderator ist ein erfahrener Bergler.

Oscar Alessio

Dann kamen die Tränen

Auf 2623 Metern über dem Meer rutschte der Vater dreier Söhne an einem steilen Hang aus und stürzte fast in die Tiefe. Nur sein Bergführer konnte ihn geistesgegenwärtig vor dem schlimmsten retten. Denn: Hartmann war nicht gesichert.

In einem Video, dass er kurz nach seiner Rettung aufnahm, sagt er: «Das war zu viel für mich. Ich habe erst einmal nur geweint.»

Hartmann war nicht gesichert

Doch wie konnte es überhaupt dazu kommen? Das erzählte Nik Hartmann jetzt dem «Blick».

«Es war eine steile Flanke, die wir traversieren mussten. Da geht man einzeln mit Abstand zu den anderen durch. Da der Bergführer das Gelände kannte, und wusste, dass objektiv keine Gefahr besteht, waren wir nicht mit einem Seil gesichert. Das war eine ganz normale Skitouren-Situation. Sven fuhr sofort unten an mich und gab mir so die Sicherheit, dass ich nicht weiter abrutschen konnte. Ich hatte einfach wahnsinnig Schiss, weil ich ja nicht wusste, wie es unten aussieht.»

Nik Hartmann mit seinen drei Söhnen und Frau Carla

Nik und Carla Hartmann mit ihren Söhnen Constantin, Frederik und Melchior (v.l.)

Kurt Reichenbach

Familie ist erleichtert

Die Sicht sei sehr schlecht gewesen, als das Wetter aber aufgeklärt habe, sah die Gruppe, dass nichts hätte passieren können, so Hartmann.

Seiner Familie, den drei Söhnen Constantin, 15, Frederik, 12, und Melchior, 9 und Frau Carla, 46, habe er von dem Unfall erzählt. «Die waren wie ich auch froh, dass wir die «Via Alpina» schlussendlich unfallfrei bewältigt hatten.»

Eine besondere Botschaft für seine Jungs

Ausserdem sei er stolz, so Hartmann weiter, dass er seinen Jungs, trotz so gefährlicher Situationen, Eines mitgeben könne: «Wir haben alle nicht immer alles im Griff. In keiner Lebenssituation. Aber wenn ich doch meinen Buben auf diese Weise zeigen kann, dass man im Leben das machen soll, was einen glücklich macht – ist das nicht das Schönste für einen Vater?»

Von Berit-Silja Gründlers am 15. Juni 2019