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Seine schwersten Monate

Das gibt Donghua Li nach dem Tod von Sohn Janis Kraft

Kunstturner Donghua Li spricht in einem Interview über die schwerste Zeit seines Lebens – und sagt, was ihm nach dem unermesslichen Verlust seines Sohnes Janis Trost spendet.

Donghua Li spricht über seine schwierigste Zeit

Donghua Li spricht in der Sendung «Lifestyle» über die traurigen letzten Monate.

Screenshot TeleZüri

Vor genau vier Monaten erhielt der Sohn von Donghua Li, 52, unerwartet die Diagnose Krebs – nur wenige Tage später erlag der 7-jährige Janis den Folgen der Krankheit. Seither ist für den Kunstturn-Olympiasieger von 1996 in Atlanta (USA) nichts mehr, wie es war.

Gestern sprach der trauernde Vater in der Sendung «Lifestyle» von Telezüri und Telebärn über die schwere Zeit nach dem Schicksalsschlag. Moderatorin Patricia Boser, 52, besuchte Li zu Hause in Adligenswil LU. Zahlreiche Dinge erinnern auf dem Balkon an den kleinen Janis. Eine Flagge, die Donghua Li zusammen mit ihm im Sommer hisste. Oder eine kleine Golf-Anlage. Golf sei die grosse Passion seines Sohnes gewesen, so Li. «Hier auf dem Balkon hat er viel gespielt. Er war sehr gerne draussen.» 

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Der Brief von Adolf Ogi bedeutet ihm viel

Das Haus liegt direkt neben dem Kindergarten, den Janis besuchte. Manchmal höre er Kinder Papa rufen, sagt Li. Dann drehe er sich um. «In meinem Gefühl ist Janis immer noch da. Es ist hart, zu realisieren, dass es in Wirklichkeit nicht so ist.» Aus dieser Wohnung, in der ihn alles an seinen Sohn erinnert, wegzuziehen, sei für ihn dennoch nicht in Frage gekommen, fügt der Sportler an. «Einerseits ist es sehr schwierig. Andererseits gibt es mir Kraft, dass ich immer noch so viele Erinnerungen an Janis habe. Und er in uns weiterlebt.»

Auf einem Tisch in der Wohnung bewahrt Li Erinnerungsstücke an seinen Sohn auf. Kerzen brennen. Eine hat Li zusammen mit Janis vor Weihnachten vor einem Jahr gezogen. Unzählige Briefe machen deutlich, wie gross die Anteilnahme für den beliebten Sportler  ist. Darunter befinden sich auch Schreiben von Prominenten. Hervorheben möchte Li besonders den Brief, den er von alt Bundesrat Adolf Ogi, 77, erhalten hat. Auch Ogi verlor einen Sohn; Mathias Ogi starb im Februar 2009 an Krebs. Donghua Li kannte ihn persönlich. «Dölf hat mir geschrieben, das hat mir sehr viel bedeutet. Der Brief hat mir auch viel Kraft gegeben.»

Donghua Li spricht über seine schwierigste Zeit

Donghua Li und «Lifestyle»-Moderatorin Patricia Boser.

Screenshot TeleZüri

Mit Stiftung Lebensfreude vermitteln

Geholfen habe ihm in dieser schwierigen Zeit auch die Lebensschule Sport, die er durchgemacht habe, erzählt Donghua Li. Oder auch, über seine Trauer zu sprechen. Um so den riesigen Verlust besser verarbeiten zu können.

Um Janis für immer in Erinnerung zu behalten, ist Li dran, die Kinderstiftung Swiss Longlong ins Leben zu rufen. Er habe bereits viele kleine Spenden erhalten. «Wir brauchen aber noch mehr Unterstützung», sagt er. Mit dieser Stiftung will der Sportler die Lebensfreude von Janis und auch dessen Freude am Sport anderen Kindern weitergeben. «Ich will anderen Kindern den Golfsport, die Leidenschaft von Janis, und das Kunstturnen, meine Leidenschaft, näherbringen.»

 

Von Tom Wyss am 21.12.2019
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