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  4. Baby-Boom bei der Nati: Die nächste Generation Sommer, Xhaka und Co. steht schon bereit

Baby-Boom bei unseren Fussball-Helden

Der Nati-Nachwuchs füllt schon selbst ein Fussballteam

Am Wochenende hat Fussballer Admir Mehmedi die Geburt seines dritten Kindes bekanntgegeben – nur einen Tag nach seinem Rücktritt aus der Schweizer Fussball-Nati. Sorgen um Nachrücker muss sich der Fussballverband allerdings keine machen: Mit den vielen Schütteler-Kindern lässt sich bald schon eine eigene Elf aufstellen.

Mario Gavranovic Leonie Gavranovic

Unser Edeljoker Mario Gavranovic steuert eine Spielerin für die Kinder-Nati bei: Tochter Leonie.

Instagram/gavra7

Was für eine stürmische Woche für Admir Mehmedi: Am Freitag ist der 30-jährige Fussballer aus der Schweizer Nati zurückgetreten. «Dieses Trikot habe ich mit Stolz und Ehre getragen», schrieb er in seiner Rücktrittserkärung. «Eine Nati-Karriere auch noch so abschliessen zu können, übertrifft jegliche Traumvorstellung.» Gemeint ist Mehmedis letzter Auftritt im Schweizer Leibchen, als er im Wahnsinns-Match gegen Frankreich mit seinem versenkten Penalty eine grosse Beteiligung am Schweizer Viertelfinaleinzug hatte.

Nur wenige Stunden später dann folgte die nächste Hammer-News: Mehmedi ist zum dritten Mal Vater geworden! «Willkommen, mein kleiner Prinz Nael», schrieb er zu einem Bild von sich mit dem Neugeborenen. Er und seine Frau Sevdije sind sind seit 2017 Eltern von Sohn Noar, zwei Jahre später wurde ihre Tochter geboren.

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Auch wenn Mehmedi per sofort nicht mehr Teil der Nati ist: Sein Herz gehört ihr immer noch. «Ich bin für jeden einzelnen Tag meiner Nationalmannschafts-Laufbahn dankbar», sagt er. Umso mehr dürfte er der Vorstellung nicht abgeneigt sein, dass seine drei Kinder dereinst in seine Fussstapfen treten. Die Voraussetzungen dafür: zumindest numerisch schon erfüllt! Mit seinen jetzigen Ex-Nati-Gspänli hat Mehmedi schon eine flotte Kindertruppe zusammen, die in der Nati auf ihre Papas folgen und die «Goldene Nati-Generation 2.0» bilden könnte. 

Doppelte Frauen-Power bringt unser EM-Held Yann Sommer, 32, ins Team: Wenn Mila, 2, und die neugeborene Nayla das Talent von ihrem Vater geerbt haben, ist das Tor bei Gegenangriffen top verteidigt.

Innenverteidiger Manuel Akanji, 26, steuert ebenfalls schon eine mögliche Nachfolge aus der Familie bei: Sohn Aayden Malik Adebayo ist zwar erst knappe 14 Monate alt, verteilt aber gemäss seinem Vater «jeden Tag Lächeln und Freude». Wenn der Kleine dereinst auch auf dem Spielfeld die Bälle so gut verteilt, steht einer internen Akanji-Wachablösung nichts mehr im Wege. Gegenwärtig ist Manuel mit Ehefrau Melanie und Aayden in den Sommerferien.

Aussenverteidiger Silvan Widmer, 28, hat seit Anfang Januar dreifache weibliche Unterstützung daheim: Tochter Zoé Estelle komplettiert das Frauen-Trio um ihre Schwester Alissa Chloé, 3, und Mama Céline. Im SI.Talk erklärte der künftige Mainz-Kicker, dass er sich wünscht, dass irgendwann alle Kinder zusammen auf dem Platz rumrennen – wenn sie denn wieder ins Stadion dürfen. «Das wäre mega cool. Wir haben viele Kinder in der Nati, die auch in einem ähnlichen Alter sind.» Dass ein richtiger Baby-Boom herrscht, ist auch dem Aargauer nicht entgangen. «Ich habe das Gefühl, in fast jedem Zusammenzug erwartet jemand Neues wieder ein Kind im Moment», erzählte er lachend.

Auch bei Mittelfeldspieler Granit Xhaka, 28, sind die Frauen daheim in der Überzahl: Seine Frau Leonita hat dem Arsenal-Star gleich zwei Töchter geschenkt. Ayana ist anderthalb Jahre alt, Laneya kam im April dieses Jahres zur Welt. In seiner Papa-Rolle blüht der Nati-Captain richtig auf. «Keine Zeit ist so wichtig für mich wie Vater-Tochter-Zeit», schwärmt er. 

An der EM war Mario Gavranovic, 31, für einen der unvergesslichsten Momente zuständig: Als er in der 90. Minute gegen Frankreich den Ausgleichstreffer schoss, brachen in der Schweiz alle Dämme – der Joker liess uns alle träumen. Daheim dürfte er mit Gute-Nacht-Geschichten sein Töchterchen Leonie, 2, ins Land der Träume schicken. Ob sie ihm künftig als Fussballerin den Rang ablaufen wird? Das Fussball-Flair hat sie Mutter Anita zufolge zumindest im Blut – vor allem, wenn es um Papa geht. «Egal, wie viele Spieler auf dem Platz stehen, sie erkennt ihn sofort und sagt: ‹Papi, Goal.›»

Breel Embolo, 24, ist wie einige seiner Teamkollegen bereits zweifacher Vater: Seine Tochter Naliya ist dreijährig, Sohn Clay Enzo hat im Dezember seinen ersten Geburtstag gefeiert. 

Stürmer Haris Seferovic gehört in wenigen Wochen ebenfalls zum Nati-internen Club der zweifachen Väter. Der 29-Jährige und seine Frau Amina erwarten nach Tochter Inaya, anderthalb, ihr zweites Kind. Die Ruhe vor dem doppelten Sturm daheim genossen die Seferovics gerade noch in den Sommerferien.

An der EM musste Djibril Sow, 24, lange warten, bis er zum Einsatz kam. Im Viertelfinale gegen Spanien klappte es dann doch noch, als er für Xherdan Shaqiri eingewechselt wurde. Allzu viel Mühe sollte der Eintracht-Frankfurt-Kicker mit dem Warten auf der Bank nicht gehabt haben. «Ich bin definitiv geduldiger geworden», erklärte er kürzlich in einem Interview mit dem Magazin seines Vereins. Das müsse man mit einem Säugling auch sein, fügte er an. Seit Januar weiss Sow, wovon er spricht: Dann wurde seine erste Tochter Maliya geboren. Und macht den Papa seither Tag für Tag unheimlich stolz. «Das Leben bekommt einen noch grösseren Sinn, wenn man sein eigen Fleisch und Blut bei sich hat.»

Auch der 25-jährige Bundesliga-Profi Edimilson Fernandes stellt für die Nati der Zukunft einen jungen Mann: Sohn Kayden. Dieser kam im November 2018 zur Welt und ist Papas grosser Stolz, wie er mit herzigen Schnappschüssen auf Instagram immer wieder zeigt. Vom diesjährigen EM-Turnier kann er Kayden allerdings nur von den Beobachtungen von der Bank berichten: Der Cousin von Ex-Nati-Fussballer Gelson Fernandes ist am Grossanlass nicht zum Einsatz gekommen.

Bald 14 Mini-Kicker

Zehn aktive Nati-Spieler sorgen also für eine echt gut aufgestellte Jungmannschaft aus 13 jungen Fussball-Aspirantinnen und -Aspiranten. Das jüngste Mitglied ist knapp einen Monat alt, das älteste gerade einmal dreijährig. 

Die Mädchen sind bislang deutlich in der Überzahl: Die zehn Girls warten nur noch auf eine neue Spielerin und können dann gleich selber eine Elf stellen. Mit gegenwärtig drei Jungs auf der Ersatzbank sind sie aber sicher auch nicht schlecht bedient, sollten sie sich mal auswechseln lassen müssen. Und das können sich auch bald schon drei Teammitglieder während eines Spiels, wie es in Vor-Corona-Zeiten die Regel war: Das bald erwartete Kind von Haris und Amina Seferovic wird Nati-Nachwuchs Nummer 14 sein. Es bleibt spannend, ob es bereits die Mädchen-«Mannschaft» komplettiert – oder die Anzahl Jungs ein wenig nach oben schraubt.

Von Ramona Hirt am 19.07.2021
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