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Ein Dank an unsere Corona-Heldinnen

Die Buschauffeurin mit Beobachtungsgabe

Danke, Kibar Bakan! Sie und alle Buschauffeurinnen im Land haben im Corona-Stillstand endlich die Anerkennung bekommen, die Sie schon lange verdient haben.

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Kibar Bakan, 35, ist zweifache Mutter und arbeitet seit zwei Jahren als Busfahrerin bei Bernmobil. «Es fägt!»

Thomas Buchwalder

«Auf den Strassen ist es ruhiger geworden. Die Leute sind freundlicher. Sie bedanken sich für meinen Einsatz, wünschen mir gute Gesundheit oder nicken mir zu, wenn ich mit dem Bus vorbeifahre.

Das freut mich, weil ich sehe, dass ich etwas Wichtiges für die Gesellschaft leiste. Ohne mich können die Pfleger nicht zum Inselspital oder die Kassiererinnen nicht zum Coop fahren, wenn sie kein Auto haben. Sie sind auf uns angewiesen – wie wir auf sie.

Kleine Reibereien zwischen Fahrgästen kommen vor

Seit ein paar Wochen ist die vorderste Türe des Busses geschlossen. Schweizweit, nicht nur in Bern. Die ersten Tage hat das die Leute ziemlich verwirrt. Für mich ist das so viel angenehmer. Früher haben sich die Fahrgäste vorne richtig reingezwängt, obwohl der Bus hinten noch halb leer war.

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Unter den Fahrgästen gibt es vereinzelt Reibereien. Ich war mal auf der Linie 10 unterwegs, mit dem ersten Bus frühmorgens, kurz nach fünf Uhr. Ein Fahrgast sass ganz alleine im Bus. Eine Station später ist ein zweiter eingestiegen und hat sich in seine Nähe gesetzt. Das gab Krach, weil der andere sich bedrängt fühlte. Richtige Streithähne waren das.

Wenn jemand im Bus niest, springen alle einen halben Meter weit weg und schauen dann ganz misstrauisch – das kann ich oft beobachten, wenn ich in den Rückspiegel gucke, und ich muss dann schmunzeln.

In letzter Zeit fuhr ich auch schon frühmorgens mit dem leeren Bus die Strecke ab. Das ist natürlich viel langweiliger für mich. Ich muss trotzdem an jeder Haltestelle stoppen, damit ich nicht zu früh am Ende der Linie bin. Darum freue ich mich, wenn meine Fahrgäste wiederkommen.»

Von Schweizer Illustrierte am 04.05.2020
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