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  4. Olympiasiegerin Nicola Spirig über ihre Familie, ihre Geburten und Rücktritts-Gedanken

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Sie hat ein Jura-Studium, zwei Olympia-Medaillen und drei Kinder – die Triathletin Nicola Spirig ist Familienernährerin und Powerfrau. Dank dem Rollentausch mit ihrem Mann Reto Hug bringt die 39-Jährige Sport und Familie unter einen Hut. Im SI.Talk erzählt die sechsfache Europameisterin, wie der Familienalltag im Hause Spirig-Hug aussieht und verrät, was sie körperlich mehr fordert – ein Triathlon oder eine Geburt. Sina Albisetti
Triathletin und dreifach Mutter Nicola Spirig im SI.Talk

«Ein Tag vor der Geburt schwamm ich sechs Kilometer»

Als Triathletin ist sich Nicola Spirig gewohnt, an ihre Belastungsgrenze zu gehen. Bei den Geburten ihrer drei Kinder lernte sie ihren Körper noch einmal neu kennen. Im SI.Talk erzählt die Laureus-Botschafterin, was sie körperlich mehr gefordert hat, weshalb sie es für eine gute Idee hielt, vor der Geburt kilometerweit zu schwimmen, und wo sie ihre Zukunft sieht.

Es spiegelt sich schon in der Sportart wider, die sie für sich gefunden hat. Nicola Spirig, 39, ist keine, die sich nur auf etwas fokussieren will. Als Triathletin schwimmt sie, strampelt auf dem Rennrad, ehe sie ihre Wettkämpfe in den Laufschuhen beendet.

«Nur» auf die Karte Spitzensport zu setzen, ist denn ebenso nichts für die Zürcherin. Sie ist studierte Juristin, hat eine eigene Stiftung, ist Botschafterin für Laureus und dreifaches Mami von Yannis, 8, Malea, 4, und Alexis, 2. Das alles unter einen Hut zu kriegen, braucht nicht nur viel Planung, sondern vor allem Hilfe. «Wenn man so ein Programm und Kinder hat und noch irgendwo an der Weltspitze mitmachen möchte, braucht man sehr viel Unterstützung», sagt Spirig.

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Die kriegt sie allen voran von Ehemann Reto Hug, 46, der seinen Job gekündigt hat, um in Vollzeit für die Familie da zu sein. Spirig stemmt als Spitzensportlerin das Einkommen für die fünfköpfige Familie. Ein schlechtes Gewissen, dass sie zur Arbeit geht, plagt die Sportlerin wie so viele Eltern zwischendurch. «Es gibt solche Momente, aber die sind relativ selten oder kurz.» 

Nicht nur ihre eigenen Kinder sind der 39-Jährigen wichtig. Als Botschafterin der Laureus Stiftung Schweiz setzt sich Spirig für sozial benachteiligte Jugendliche ein: «Ich hatte in meinem eigenen Leben immer viel Unterstützung. Auf diesem Weg kann ich mein Glück anderen zurückgeben.» Ihr Engagement für Laureus sei eine Herzenssache, so die sechsfache Europameisterin. Die Stiftung fördert in diversen sozialen Sportprogrammen jährlich mehr als 10'000 Kinder und Jugendliche in der Schweiz.

Kinder haben viel verändert

Wann Spirig jeweils selbst nach Hause zurückkehrt, unterscheidet sich von Tag zu Tag. «Was gleich bleibt, ist, dass wir abends um 18 Uhr zusammen Znacht essen.» Auch zum Zmorge ist die Familie wann immer möglich zusammen am Tisch. Dann geht für Nicola Spirig die Arbeit los: Sie trainiert dreimal täglich, an sieben Tagen in der Woche. Wochenende? Gibt es nicht. Feierabend? Fehlanzeige. «Es ist auch nicht fertig nach dem Training. Es ist mehr ein Lifestyle als ein Job.»

Das zeigt sich auch in der Erinnerung an ihre Schwangerschaften. Auch damals trainierte sie fleissig weiter – wenn auch in weniger intensiver Form. Das Trainingsvolumen reduzierte sie um die Hälfte und hatte mit 15 Stunden Arbeit in der Woche damit «sozusagen Ferien», wie Spirig schmunzelnd erzählt. Mit Schwimmen – «das kann man wirklich bis am Schluss, weil man das Gewicht nicht merkt» – hielt sie sich bis unmittelbar vor der Ankunft ihrer Kinder fit. «Am Tag vor meiner ersten Geburt bin ich sechs Kilometer geschwommen.» 

Wie lange sie wettkampfmässig weiterschwimmen wird, darüber macht sich Spirig im Alter von 39 Jahren oft Gedanken. Was sie zu einem Rücktritt denkt und welches Ziel sie sich für 2022 gesetzt hat, verrät sie im SI.Talk.

Von Sina Albisetti und Ramona Hirt am 10. November 2021 - 17:09 Uhr
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