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Patrizia Kummer über die Krankheit ihres Vaters

«Ich habe den Glauben daran, dass es ihm gut gehen wird»

Patrizia Kummers Vater ist vor zwei Jahren an Krebs erkrankt. Seither hat sich für die Snowboarderin einiges verändert. Als Ausrede für Misserfolge lässt sie ihren Schicksalsschlag aber nicht gelten und startet heute in ihre 14. Weltcupsaison.

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Snowboarderin Patrizia Kummer startet heute in die neue Saison.

Keystone

Ab heute greift Patrizia Kummer, 32, wieder an. In Russland beginnt für die Snowboarderin die Weltcupsaison – für Kummer bereits die 14. Doch in den letzten zwei Jahren hat sich für die Walliserin einiges verändert.

2017 erkrankte ihr Vater Roland an Knochenmarkkrebs. Dieser hat zur Folge, dass der Körper zu viele weisse Blutkörperchen produziert und die Knochen dadurch spröde werden. Durch die Krankheit war es ihm in der Vergangenheit nicht mehr möglich, an vielen Rennen dabei zu sein. Im Interview mit dem «Blick» sagt Patrizia Kummer: «Das ist eine Umstellung.»

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Die Krankheit ihrs Vaters Roland hat Patrizia Kummers Leben verändert.

Kurt Reichenbach
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Früher, als sie noch nicht Auto fahren durfte, habe er sie quer durch Europa chauffiert. Dadurch hätten sie sehr viel Zeit zusammen verbracht. Mit der aktuellen Situation und dem Leiden ihres Vaters umzugehen, sei für sie nicht einfach, aber es gehe schon. «Jeder Mensch hat sein Päckli zu tragen», findet Patrizia Kummer.

«Ich kann dir helfen, aber ich kann es dir nicht abnehmen»

Zu ihrem Vater habe sie gesagt: «Ich kann für dich da sein, wenn du etwas brauchst. Du musst es mir sagen. Ich kann dir helfen, aber ich kann es dir nicht abnehmen.» Wie er selber über seine Krankheit gesprochen hat, habe ihr gezeigt: «Er schafft das.» Sie habe den Glauben daran, dass es ihm gut gehen wird.

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Patrizia Kummer startet zuversichtlich in die Weltcupsaison: «Wir Schweizerinnen sind stark.»

Getty Images

Die Diagnose «Krebs» bekam Vater Roland kurz bevor Patrizia an den Olympischen Spielen in Pyeongchang startete. Am Tag des Rennens musste er wegen einer Lungenentzündung nach der Chemo- und Stammzellentherapie ins Spital – und Patrizia Kummer schied als Titelverteidigerin früh aus. 

Positiv in die neue Saison

Dass das Schicksal ihrs Vaters einen Einfluss auf ihre sportlichen Leistungen hat, dementiert Patrizia aber: «Das lasse ich nicht gelten.» Sie habe erst im Nachhinein erfahren, dass er ins Spital musste. «Schlecht gefahren bin ich auch so.»

Der aktuellen Saison blickt Kummer positiv entgegen: «Wir Schweizerinnen sind stark.» Und nächstes Wochenende will ihr Vater sie am Rennen in Italien vor Ort unterstützen.

Von Fabienne Eichelberger am 07.12.2019
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