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Beatrice Egli über die Corona-Isolation

«Ich vermisse die Band und das Publikum schon jetzt»

Beatrice Egli ist wie unzählige weitere Künstler von der Corona-Krise betroffen. Sie musste ihre Auftritte absagen. Die frei gewordene Zeit nutzt die Schlagersängerin, um mit ihren Fans zu telefonieren und ihnen so eine Freude zu bereiten. Im Interview verrät Beatrice, wie die Fans auf sie reagieren, ob sie selber Angst hat und wie sie der Isolation als Single trotzt.

Beatrice Egli

Beatrice Egli nutzt ihre frei gewordene Zeit für Telefon-Gespräche mit ihren Fans.

Getty Images for MADELEINE

Beatrice, weil du deine Tour aufgrund der Corona-Krise absagen musstest, telefonierst du seit fünf Tagen regelmässig mit deinen Fans. Wie reagieren sie, wenn sie deine Stimme hören? 
Es ist jedes Mal ein Highlight. Die einen schreien, andere weinen vor Freude oder bringen gar kein Wort raus. Gerade in dieser schwierigen Zeit ist es extrem schön zu spüren, wie sehr sich die Fans über die Gespräche freuen und für einige Minuten alles andere vergessen.

Sprecht ihr nicht über den Coronavirus?
Doch und das finde ich auch wichtig. Aber die Fans haben auch ganz viele andere Fragen. Sie möchten etwa wissen, wie ich meine Zeit verbringe oder warum ich gerade an diesem Konzert jenes Lied nicht gesungen habe.

In welcher Form thematisiert ihr die aktuellen Geschehnisse?
Ich versuche, alle zu ermutigen, wirklich zu Hause zu bleiben und die Situation ernst zu nehmen. Für viele ist das aber mittlerweile völlig klar, was ich super finde. Ich hoffe, dass dies so weiter geht, alle solidarisch bleiben und zusammenhalten.

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Hattest du telefonischen Kontakt mit Corona-Infizierten?
Ja, eine Person war in Quarantäne. Für sie war das Telefonat besonders wichtig, da sie ja auch nicht mehr einkaufen gehen darf. Aber mittlerweile hat jeder seine eigene Geschichte zum Thema Corona.

Welche sind dir speziell in Erinnerung geblieben?
Beispielsweise hatte ich einen Bestatter am Telefon. Er kommt natürlich auf eine ganz andere Art und Weise mit dem Thema in Berührung. Auch mit Menschen aus dem Pflegebereich habe ich gesprochen. Ich höre die verschiedensten Seiten, was sehr spannend ist, mich aber auch beschäftigt.

Macht dir die momentane Situation Angst?
Angst ist das falsche Wort und ein schlechter Begleiter. Aber ich bin natürlich auch traurig und habe meine schwachen Momente. Gestern rollte mir etwa ein Tränchen über die Wange, als ich mit meiner Band telefonierte. Sie ist genau wie mein Publikum ein grosser Bestandteil meines Lebens und ich vermisse sie bereits nach wenigen Tagen.

Ziehst du Kraft aus den Gesprächen mit deinen Fans?
Auf jeden Fall! Spüre ich, dass sich die Person am anderen Hörer freut, macht mich das auch glücklich.

Beatrice Egli

Beatrice Egli vermisst die Auftritte, ihre Band und ihr Publikum schon jetzt.

Getty Images

Ist es für dich in dieser Zeit besonders schwierig, Single zu sein?
Natürlich ist es nochmals etwas anderes, ganz alleine daheim zu sein. Aber es gibt immer ein Dafür und Dawider. Ich finde es wichtig, sich auch mal nur auf sich selbst zu besinnen. Ausserdem entfällt durch das Alleinsein auch das Streiten. Die einen Paare gehen sich bestimmt schon jetzt massiv auf die Nerven. Wir alle müssen das Beste aus der Situation machen.

Wie hältst du den Kontakt zu deiner Familie?
Per Skype. Wir schreiben uns jeweils, wenn wir das Znacht vorbereiten und essen dann gemeinsam. Plötzlich leben wir in einer digitalen Welt und versuchen, uns auf diese Weise nahe zu sein. Auch mit meinen Neffen bin ich täglich per FaceTime in Kontakt und dann treiben wir gemeinsam Schabernack.

Was tut ihr denn?
Wir haben zusammen auf Pfannen und Töpfen Schlagzeug gespielt – ich in meiner Küche, sie in ihrer. Und die Mama nutzte die Zeit, um die leeren Schubladen zu reinigen.

Von Fabienne Eichelberger am 21.03.2020
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