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Persönliches Interview mit Stefanie Heinzmann

«Ich war als Gurke verkleidet»

Die Walliser Sängerin Stefanie Heinzmann sträubte sich lange gegen Röcke. Heute steht sie zu ihrer Weiblichkeit. Was sie jeweils zur Belohnung bei sich zu Hause aufbaut, welches Date sie wieder­holen möchte und warum sie jedem eine Therapie empfiehlt.

Stefanie Heinzmann persönliches Interview

Das neue Album «Labyrinth» von Stefanie Heinzmann, 32, erschien am Freitag, 14. Mai.

Maximilian König / HO

Stefanie Heinzmann, was ist Ihre früheste Erinnerung?
Ich kann mich gut an die Alphütte meiner Familie erinnern, wo wir jeweils unsere Sommerferien verbrachten. Vor meinem inneren Auge sehe ich meine Grosseltern, die Natur, die Walliser Berglandschaft. Es war so harmonisch da oben.

Was hatten Sie als Kind für einen Spitznamen?
Schulfreunde nannten mich Stiefel, das machen inzwischen aber auch einzelne Bandmitglieder. Mein Management nennt mich Heinzer, und sonst bin ich hauptsächlich seit eh und je die Steffi.

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Als Sie 16 waren: Wie sah Ihr Zimmer aus?
Damals habe ich mich entschieden, aus meinem Kinderzimmer in den Keller unseres Hauses umzuziehen. Mit zwei Freundinnen habe ich mein neues Zimmer in Orange, Gelb und Rot gestrichen. Meine ganze Einrichtung bestand aus diesen drei Farben. Aber auch meine dunkle Seite hatte ihren Platz im Zimmer – in Form von unzähligen Marilyn-Manson-Postern.

Ihre peinlichste Modesünde?
Ich sah als Teenie wie der letzte Mensch aus. Meine breiten UFO-Hosen, die ich in Blau und Orange hatte, habe ich konstant getragen. Am liebsten kombiniert mit Netzoberteil und Nietenhalsband. Obwohl ich lustig aussah, würde ich es nicht als Sünde bezeichnen. Es war für mich eher eine Zeit der Selbstfindung.

Stefanie Heinzmann Kleine Bilder fuer Meine Welt Indiskretes Interview mit Stefanie Heinzmann © HO

Immer im Hosensack Diesen Engel habe ich stets bei mir, weil ich an die gute Energie der Steine glaube. Er war ein Geschenk. ​Das höre ich gerade Seit zwei Monaten höre ich nur ein Album: «Bury the Moon» von Ásgeir Trausti.

HO

Ihr ulkigstes Mundartwort?
«Härdibuja». Das ist mit einem Kraftausdruck zu vergleichen und wird bei krassen Ereignissen verwendet. Es kann negativ und positiv sein. Ich merke einfach, wenn ich im Wallis bin, kommt es so gut über die Zunge.

Haben Sie ein Tattoo?
Ja, sehr viele sogar. Mein erstes Tattoo liess ich mir am Handgelenk stechen. Es ist ein chinesisches Zeichen, das ich mir bereits als Teenie oft an diese Stelle malte. Eigentlich bedeutet es Tod, ich interpretiere es aber so, dass etwas sterben muss, bevor Neues entsteht.

Ihre liebste Website oder App?
Am meisten benutze ich Instagram. Das ist aber eine Hassliebe. Heiss und innig liebe ich mein Fotoalbum auf dem Handy. Ich stöbere gerne und verliere mich darin.

Die beste Idee Ihres Lebens?
Dass ich mich für eine Therapie entschieden habe. Ich würde es jedem empfehlen. Auch präventiv. Seither ist es mit mir bergauf gegangen.

Welches Geräusch lieben Sie?
Ich liebe den Sperrton beim iPhone. Normalerweise ist mein Handy auf stumm, aber manchmal stelle ich es auf laut, um es einfach ein paarmal zu sperren.

«Was an mir nicht normal ist? Ich kann mit meinen ­Augen unabhängig ­voneinander schielen»

Stefanie Heinzmann Kleine Bilder fuer Meine Welt Indiskretes Interview mit Stefanie Heinzmann © HO

Meine Liebsten Ich geniesse es, Zeit mit meiner besten Freundin Sara und ihrer Tochter Zoe zu verbringen. Lieblingsrestaurant Das absolut beste Lokal ist das Restaurant Salwald in Mund.

HO

Bei welchem Thema haben Sie Ihre Meinung fundamental geändert?
Alles in Bezug auf Weiblichkeit. Früher habe ich mich gegen alles gesträubt, was damit verbunden wird. Ich wollte beispielsweise keine Röcke tragen. Heute ist es mir egal, ich geniesse es, das zu tun, was mich in dem Moment glücklich macht, auch wenn es ein Kleid ist. Ich bin einfach offener geworden.

Für welche Eigenschaften bekommen Sie immer wieder Komplimente?
Dass ich konstant gute Laune habe, egal wohin ich gehe.

Was war der unangenehmste Job, den Sie je verrichtet haben?
Mit 14 habe ich mir einen Nebenjob gesucht und im Coop einen gefunden. Ich musste Besuchern Gurken zur Degustation anbieten. So weit okay. Aber ich war auch als Gurke verkleidet, und dabei sah man sogar mein Gesicht. Horror. Ich war so wütend, dass ich meinen Eltern nicht erlaubt habe, Bilder zu machen. Aber immerhin: Es gab ein gutes Sackgeld für mich.

Womit belohnen Sie sich selbst?
Mit Lego. Zuletzt habe ich mir den Roller Coaster gekauft. Er wartet noch darauf, aufgebaut zu werden.

Angenommen, Sie könnten Wunder vollbringen: Was sind Ihre ersten drei Taten?
Zuerst würde ich für Gleichberechtigung sorgen. Aber nicht nur geschlechterspezifisch, sondern für alle. Dann würde ich von heute auf morgen den CO2-Ausgleich schaffen und dafür sorgen, dass Menschen lernen, miteinander offen und ehrlich zu kommunizieren.

Stefanie Heinzmann Kleine Bilder fuer Meine Welt Indiskretes Interview mit Stefanie Heinzmann © HO

Stubentiger Der riesige Kater Sunny gehört zwar meinen Eltern, aber er schaut regelmässig bei mir daheim vorbei.

HO

Ab welchem Geldbetrag ist man – Ihrer Meinung nach – reich?
Ich glaube, ab einer Million. Ich weiss es nicht, ich kann nicht gut mit Geld umgehen. Das ist so abstrakt für mich.

Sie wären für einen Tag ein Mann. Was tun Sie? Was probieren Sie aus?
Ich würde überall im Stehen pinkeln, versuchen, mit einer Frau zu schlafen, und mir die ganze Zeit durch meinen Vollbart greifen.

Wie alt wären Sie gern für immer? Und warum?
Wieso sollte man in einem Alter stehen bleiben wollen? Will ich nicht. Ich will, dass auch ein Ende kommt. Sonst hat man keine Ziele und keinen Ansporn.

Welchen Tag möchten Sie noch einmal erleben?
Das erste Date mit meinem Freund. Normalerweise ist man ja so nervös und aufgeregt. Ich würde es gerne nochmals gelassen und entspannt erleben und andere Eindrücke sammeln.

Von Toni Rajic am 15. Mai 2021 - 08:06 Uhr
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