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«TVOS»-Sieger Remo Forrer im Interivew

«Ich wäre bei der Finalshow durch die Luft geflogen»

Am Tag nach seinem Sieg bei «The Voice Of Switzerland» erzählt Remo Forrer von seiner Finalnacht, wie es jetzt weitergeht – und welches Spektakel wir verpasst haben.

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Remo Forrer bei seinem Auftritt im Wohnzimmer.

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Guten Morgen, Remo. Wie war deine Nacht?
Kurz, ich habe nur knapp 4,5 Stunden geschlafen. Die Siegesfeier fiel zwar nicht ganz so heftig aus – ich habe mit einem Glas Sekt mit meinen Eltern und meinen beiden besten Freunden angestossen. Aber obwohl ich todmüde war, kreisten tausend Gedanken in meinem Kopf. Ausserdem vibrierte ständig das Handy bis tief in die Nacht.

Hast du eine «richtige» Siegesfeier vermisst?
Natürlich hätte ich lieber, wie vorgesehen, mit Familie und Freunden in Köln gefeiert. Aber eine Party lässt sich ja nachholen.

Was war das für ein Gefühl, deinen Finalsong statt auf der grossen Bühne mit viel Publikum in den eigenen vier Wänden zu singen?
Zunächst einmal gar nicht so ungewohnt – schliesslich war dieses Wohnzimmer meine erste Bühne, ich singe oft dort. Als ich fertig gesungen hatte, ging mir durch den Kopf: «Das war jetzt das Finale.» Das war schon speziell.

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Warst du weniger nervös als auf der grossen Bühne?
Ich war sogar nervöser. In Köln hätte ich eine Riesenshow gehabt, ich wäre sogar durch die Luft geflogen. Sehr schade, dass ich das verpasst habe! Aber ohne diese ganze Show lag der Fokus natürlich zu hundert Prozent auf mir, dem Song, der Stimme, das war extrem schwierig.

Was ging dir durch den Kopf, als du als Sieger feststandest?
Das ist recht schwer zu realisieren, wenn du daheim auf dem Sofa sitzt (lacht). Ich glaube, ich brauche noch eine Weile, um zu merken, dass es kein Traum ist. Aber ich freue mich extrem fest.

Du bist gerade mal 18 Jahre alt und hast alle an die Wand gesungen. Wie kommt das?
Ich glaube, in der Musik geht es nicht darum, perfekt zu singen oder die perfekte Stimme zu haben, sondern um Gefühl und Leidenschaft. Ich drücke meine Emotionen am besten über die Musik aus. Das merken die Leute.

Du kommst aus einer musikalischen Familie.
Stimmt. Bei uns zu Hause lief immer Musik, ich kannte es gar nicht anders. Mit etwa 8 Jahren fing ich an, auf dem alten Keyboard meiner Mutter rumzuklimpern, etwas später entdeckte ich meine Stimme und begann zu singen. Seit dem Lockdown habe ich angefangen, mir selbst Gitarre spielen beizubringen. Ich dachte, statt Filme im Akkord zu schauen, nutze ich die Zeit lieber sinnvoll.

Du hast von Anfang an als Favorit gegolten. Wie gingst du mit dieser Rolle um?
Mit der Ausstrahlung der Blind Auditions Ende Januar fing fast ein bisschen ein neues Leben an für mich (lacht). Ich wurde auf der Strasse angesprochen. Mit den Kunden in dem Sportartikelgeschäft, in dem ich die Lehre mache, gab es kaum mehr ein anderes Thema. Ich freute mich sehr über die Unterstützung, auch als ich sah, dass ich bei verschiedenen Umfragen immer vorne lag. Aber es setzte mich auch etwas unter Druck. Schliesslich wollte ich niemanden enttäuschen.

Wie geht’s jetzt weiter?
Ich freue mich extrem auf die Zusammenarbeit mit Universal Music. Meine erste Single erscheint am 17. April, aufgenommen wird sie noch diese Woche. Wo und wie genau, weiss ich noch nicht, die Vorgaben des BAG müssen auch da eingehalten werden. Aber irgendwie wird’s sicher gehen. Wie es danach weitergeht, ist ungewiss. Wer weiss, wann ich tatsächlich vor Fans auftreten kann.

Wie sieht eigentlich momentan dein Alltag aus?
Ich habe gerade viel Zeit für die Musik und pflege meine Social-Media-Kanäle. Im Normalfall wäre ich jetzt im Abschlussprüfungs-Stress. Ob, wie und wann ich meine Lehre als Sportartikelverkäufer abschliessen kann, steht momentan in den Sternen. Aber es ist halt, wies ist und es ist extrem wichtig, dass wir uns an die Vorgaben halten.

Was erhoffst du dir von deiner Zukunft?
Bis jetzt habe ich mit Coversongs überzeugt, nun wünsche ich mir, dass auch meine eigenen Songs gut ankommen. Das ist eine grosse Herausforderung. Vom Stil her bleibe ich beim poppigen Sound meiner Vorbilder wie Ed Sheeran oder Lewis Capaldi.

Schreibst du selbst Songs?
Zum Teil. Ich habe viele Melodien im Kopf, aber beim Texten brauche ich noch etwas Unterstützung.

Welche Erinnerung wird deine bleibendste sein von «The Voice Of Switzerland» 2020?
Das Duett, das ich mit meinem Coach Noah Veraguth singen durfte, werde ich nie vergessen. Eine Riesenehre! Und natürlich das Finale in der eigenen Stube. Das wird wohl in die «The Voice»-Geschichte eingehen.

Von Sandra Casalini am 07.04.2020
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