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Serie: Stars weichen auf andere Jobs aus

Linda Fäh verführt zu Süssem

Von heute auf morgen ohne Arbeit. Künstler trifft die Corona-Krise hart: geschlossene Theater. Abgesagte Konzerte. Gestrichene Shows. Die einen gehen zurück in ihren ursprünglich erlernten Beruf, andere sind bei der Suche nach Job-Alternativen kreativ. Im zweiten Teil unserer Serie: Sängerin Linda Fäh.

Linda Fäh, Sängerin, Corona Nebenjob, Confiserie Hotz, Dübendorf, 2020

In der Confiserie: Zum Firmenjubiläum der Ernst Hotz AG hätte Linda Fäh gesungen und moderiert. Jetzt bewirbt sie die neue Schoggi.

Geri Born

Es hätte für sie das Jahr der Grossevents werden können: Allein auf die Schlagerparty am Flumserberg mit 15'000 Zuschauern freut sich Linda Fäh, 32, lange im Voraus. Das Open Air wird ebenso abgesagt wie mehrere Dutzend andere Auftritte der Sängerin und Moderatorin. «Anfangs dachte ich noch, ab dem Spätsommer kommt alles wieder gut.»

Doch seit Beginn des Lockdowns hagelt es eine Absage nach der anderen. «Mein Herz blutet. Ich brauche die Bühne, lebe dafür, zu singen, zu moderieren und Menschen zu unterhalten. Wann hört das endlich auf?»

Linda Fäh, Sängerin, Corona Nebenjob, Confiserie Hotz, Dübendorf, 2020

Linda Fäh: «Es braucht uns Künstler. Deshalb gebe ich nicht auf!»

Geri Born
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«Längerfristig mache ich mir schon finanzielle Sorgen»

Mit manchem Kunden, darunter dem Dübendorfer Traditionsunter­nehmen Hotz, findet Fäh alternative Möglichkeiten, um Konzertausfälle zu kompensieren. Fürs 125-Jahr-Jubiläum des Familienbetriebs sollte Linda im Festzelt für Angestellte und Gäste ­singen. Wegen der Corona-Auflagen wird nichts daraus. Statt dessen bewirbt sie auf ­Instagram und Facebook Hotz’ neuste Schokoladenkreation von Moreno – und wird Ende Oktober im Haupt­geschäft zur Degustation laden sowie für Selfies mit Kunden posieren.

Sie sei für solche Firmen, die offen für andere Ideen seien, sehr dankbar. Als aus­gebildete Bankkauffrau hat Fäh zudem gelernt zu sparen. «Längerfristig mache ich mir schon finanzielle Sorgen.» Dass der Bund Zusagen an Künstler wie Fäh für die Entschädigung von Honorarausfällen gemacht hatte und sie diese bis Ende September auch bekam, sei beruhigend gewesen. Zudem habe sie in den vergangenen Jahren stets etwas Geld auf die Seite gelegt. «Wenn aber 40 Shows am Lachner Wiehnachts-Zauber storniert werden, ziehts mir den Boden unter den Füssen weg.» Nach der Absage habe sie zwei Stunden nur geheult. Doch aufgeben will sie nicht. Linda kämpferisch: «Es braucht uns Künstler, gerade in Krisenzeiten.» 

Erfahrt morgen, was Rob Spence sich Lustiges einfallen liess.

Hier gehts zu den anderen Storys der Serie.

Von René Haenig am 27.09.2020
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