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Fabienne Bamert über ihr «Samschtig-Jass»-Debüt

«Mein Bruder kommentierte meine Hosen, Haare und Schminke»

Am Wochenende hat Fabienne Bamert zum ersten Mal den «Samschtig-Jass» auf SRF moderiert. Zwei Tage später findet die Luzernerin Zeit, ihren TV-Auftritt ausführlich zu reflektieren. Im Interview mit schweizer-illustrierte.ch verrät sie, wie die Rückmeldungen ihrer Familie waren, worauf sie stolz ist und was sie in Zukunft besser machen will.

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Die Zugerin Fabienne Bamert ist das neue «Samschtig-Jass»-Aushängeschild.

SRF/Nici Jost

Fabienne Bamert, dein «Samschtig-Jass»-Debüt auf SRF liegt bald 48 Stunden zurück. Wie fühlst du dich?
Als ich heute Morgen aufgewacht bin, war ich immer noch geflasht. Ich bin einfach mega happy und freue mich auf alles, was kommt.

Du hast die Sendung am Samstag auch zum allerersten Mal gesehen. Wie zufrieden bist du mit deiner Leistung?
Ich bin sehr zufrieden, aber als Perfektionistin sehe ich natürlich gefühlt 100 Sachen, die ich verbessern oder ändern will. Im Wesentlichen geht es mir um meine Anfangs-Nervosität, die die Zuschauer sicherlich auch gespürt haben. Beim Anschauen der Sendung hatte ich den Eindruck, dass man es mir fest anmerkt, wie angespannt und nervös ich war. Dieses Gefühl möchte ich in Zukunft ablegen.

Du hast im Vorfeld verraten, dass du für deine Premiere ein kleines Public Viewing veranstaltest. Wie viele Personen haben mit dir zusammen zu Hause mitgefiebert und wer war das?
Wir waren zwölf Leute, darunter gute Freundinnen sowie mein Bruder Sandro und seine Freundin. Die Idee mit dem gemeinsamen TV-Erlebnis kam mir eher spontan. Verschiedene Kolleginnen sagten mir, sie wollen sich meine erste «Samschtig-Jass»-Sendung zusammen anschauen und daher hat sich ein kleines Public Viewing gut angeboten. Es war sehr unkompliziert. Wir haben einen Apéro gemacht und dazu Fernsehen geschaut.

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Gemütliche Runde: Am Jass-Tisch Platz genommen haben Ski-Legende Bernhard Russi, der amtierende Jasskönig Richard Wagner, Publikums-Jasserin Annemarie und Moderatorin Fabienne Bamert stellvertretend für Telefonjasserin Karin Hungerbühler. Schiedsrichter Jörg Abderhalden (oben am Tisch) komplettierte die Runde.

SRF/Nici Jost

Was haben deine Eltern und dein Bruder über dein Jass-Debüt gesagt?
Mein Bruder ist ein richtiger Sprücheklopfer und nimmt kein Blatt vor den Mund. Ihm ist meine optische Verwandlung sofort aufgefallen. Da ich mich privat schlicht kleide und sehr natürlich auftrete, hat Sandro mein Outfit, die Haare und Schminke kommentiert. Er hat so Sachen gesagt wie: «Diese Hose finde ich jetzt nicht so lässig.» Unter Geschwister darf man sich so etwas sagen, finde ich. Mein Bruder ist mein ehrlichster Kritiker, wir haben ein super Verhältnis. Sandro hat mir aber auch gesagt, dass ihm die pinke Bluse gefallen hat und dass er sehr stolz auf mich ist. Mein Papi war zum Zeitpunkt meiner SRF-Premiere in Deutschland. Er hat die Sendung aber nachgeholt und mir Komplimente dafür gemacht. Bei Mami ist es etwas komplizierter. Sie sitzt im Rollstuhl und hat die Sendung vom Heim aus geschaut. Ich war gestern Sonntag bei ihr. Sie hat sich sehr für mich gefreut und ist auch stolz auf mich.

Wie war die Rückmeldung von deinem Freund und Ruder-Olympiasieger Mario Gyr auf deine erste Sendung?
Mario hatte für Samstagabend schon vor langer Zeit fürs Eishockey-Spiel Ambri-Piotta gegen Biel abgemacht, daher war er beim Public Viewing nicht dabei. Mein Freund und ich haben uns den «Samschtig-Jass» aber gestern Sonntag nochmal in aller Ruhe angeschaut. Ich lege sehr viel Wert auf Marios Meinung, da er immer total sachliches Feedback gibt. Ihm ist auch aufgefallen, dass ich anfangs total nervös war, mich aber nach und nach entspannt habe. Er freut sich nun sehr auf meine nächsten Sendungen.

«Wenn die Leute nach der Sendung über mein Outfit reden, sagt mir das, dass meine Moderation einigermassen gut war»

Deine Jass-Premiere wurde in den Medien aufgegriffen, unter anderem von uns, «bluewin.ch» oder auch «persoenlich.com». Hast du alle diese Berichte über dich gelesen?
Ich bin noch nicht dazu gekommen, alle Artikel zu lesen. Aber eure TV-Kritik hat mich bereits erreicht, da ich auf Facebook verlinkt war. Allgemein gehe ich mit einer gesunden Portion Zurückhaltung an diese medialen Feedbacks heran, weil ich weiss, dass es mir auch nahe gehen könnte, wenn da etwa jemand schreibt, ich sei langweilig gewesen oder so. Ich will mir die Rückmeldungen der anderen Portale aber auf jeden Fall noch anschauen.

Ich fasse kurz für dich zusammen: Alle drei Portale schreiben grundsätzlich von einem gelungenen Debüt. Positiv aufgefallen sind deine herzliche, fröhliche und charmante Art. Kritisiert wurde unter anderem die etwas zu steife Anmoderation und dein Outfit. Stimmst du diesem Lob und der Kritik grundsätzlich zu?
Bei der fehlenden Lockerheit teile ich die Meinung absolut. Das ist ein Klassiker, ich habe drei Wochen lang an der Anmoderation gefeilt, weil der Start in eine Sendung so wichtig ist. Bei dieser Vorbereitung war es nicht zu verhindern, dass es schlussendlich nicht sehr spontan, sondern eher etwas steif rüberkam. Die Fröhlichkeit, Herzlichkeit und Natürlichkeit sind meine Stärken. Gerade deshalb kann ich auch sehr gut auf Gäste eingehen und ich denke, besonders im Gespräch mit meinem Promi-Gast Bernhard Russi ist mir das geglückt. Die Kritik an meinem Outfit, das ist ein Thema für sich und vor allem Geschmacksache: Ich habe mich jedenfalls mega wohlgefühlt in dem Look. Ganz ehrlich, wenn die Leute nach der Sendung über mein Outfit reden, sagt mir das, dass meine Moderation einigermassen gut war.

Hattest du ein Mitspracherecht beim Outfit für die erste Sendung?
Ich hatte sogar sehr viel Mitspracherecht. Vonseiten des SRF gab es ein sogenanntes «Look Book», eine Visualisierung, was für einen Style sie bezüglich Hair und Make-up bei mir vorschlagen. Für diese Art von Sendung und meine Persönlichkeit mussten wir einen Mittelweg finden zwischen sportlich und elegant. Es ist immerhin eine Samstagabendsendung. Ich meinerseits habe einfach gesagt: High Heels kommen nicht infrage, wenn ich mit Bernhard Russi in der Sendung auf die Ski steige (lacht).

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Bei ihrer «Samschtig-Jass»-Premiere überraschte Gastgeberin Fabienne Bamert mit dieser lustigen Ski-Einlage. 

SRF/Nici Jost

Seit bekannt wurde, dass du die Nachfolgerin von Reto Scherrer wirst, ist das mediale Interesse an deiner Person im Allgemeinen gestiegen. Was löst das in dir aus?
Für mich ist das alles sehr spannend. Ich finde es cool, wenn die Leute über meine erste Sendung berichten. Für mich ist es auch okay, als Moderatorin gewisse private Sachen preiszugeben. Dass mein Abendkleid an der Laureus Charity Night zu reden gab, hat mich persönlich einfach nur amüsiert. Falls jetzt im Zuge der kommenden «Samschtig-Jass»-Sendungen noch mehr sachliche Kritik kommt, kann ich das gut handeln. Bei mir wirds erst schwierig, wenn mediale oder auch persönliche Rückmeldungen unter die Gürtellinie gehen.

«Ich wünsche mir, dass sich meine Nervosität etwas legt und ich dieses Auswendiglernen nicht mehr brauche»

Du hast im Vorfeld verraten, dass du für deine erste «Samschtig-Jass»-Sendung das ganze Drehbuch auswendig gelernt hast. Wirst du das in Zukunft wieder so handhaben?
Nein, das hoffe ich nicht. Ich wünsche mir für die kommenden Aufzeichnungen, dass sich meine Nervosität etwas legt und ich dieses Auswendiglernen nicht mehr brauche. Bei meiner ersten Sendung wollte ich einfach auf Nummer sicher gehen, es war quasi mein Notfallplan zur Verhinderung eines totalen Blackouts. Da ich Erfahrung in der Moderation habe, weiss ich: Die Lockerheit kommt erst, wenn man spontan moderieren kann. Deshalb will ich versuchen, bei den nächsten Sendungen nur noch die wichtigsten Eckpunkte einzustudieren.

Abgesehen vom weniger Auswendiglernen, was willst du in den nächsten Sendungen unbedingt noch verbessern?
Ich wünsche mir von Beginn an bis zum Schluss die nötige Portion Lockerheit. Ich möchte mich mehr gehen lassen können. Dieser Umstand führt dann automatisch dazu, dass ich noch besser auf meine Gäste eingehen kann. Bei meinem ersten Promi-Gast, Bernhard Russi, ist mir das bereits recht gut gelungen. In Zukunft will ich aber auch mehr mit den weiteren Gästen am Jasstisch interagieren können. Hoffentlich kann ich bereits die nächste Sendung in vollen Zügen geniessen.

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«Samschtig-Jass»-Gastgeberin Fabienne Bamert will in Zukunft lockerer rüberkommen.

SRF/Mirco Rederlechner

«Ich bin eine leidenschaftliche Jasserin»

In welchem Alter und von wem hast du eigentlich das Jassen gelernt?
Mit meinem Bruder habe ich schon von klein auf Tschau Sepp gejasst. In den Ferien haben wir uns bei diesem Spiel tagelang gegenseitig auf die Kappe gegeben. Richtig Jassen gelernt habe ich dann mit etwa zehn Jahren von meinem Papi. Er ging früher jede Woche an den Stammtisch und ist ein guter Jasser.

Bist du selbst eine vergiftete Jasserin?
Nein, vergiftet nicht gerade. Ich bin einfach eine leidenschaftliche Jasserin. Ich treffe mich hie und da auf einen Jass-Abend. Mit Marios Eltern haben wir etwa nach dem Weihnachtsessen noch einen Jass gemacht.

Bis im April führst du deine Tele1 Sendung «Unterwegs» noch weiter. Wie sieht dein Fahrplan danach aus?
Mein Hauptfokus liegt natürlich auf der Moderation vom «Samschtig-Jass». Aufs Jahr ausgerechnet macht mein SRF-Job etwa ein 40-Prozent-Pensum aus. Allerdings sind meine Einsätze sehr unregelmässig, da wir die Jass-Sendungen jeweils gestaffelt abdrehen. Deshalb beginne ich Anfang März noch einen Zweitjob. Ich habe ein 40-Prozent-Pensum bei «OYM» angenommen. Das ist das neue Sportleistungszentrum in Cham ZG. Ich werde dort im Hintergrund tätig sein und etwa Events koordinieren, die Homepage und Social Media betreuen. Ich freue mich auch sehr auf dieses spannende Projekt und lasse mich ansonsten einfach treiben und schaue, was kommt.

Von Sarah Huber am 20.01.2020
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