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Der Schweizer Musiker Dodo ist für seinen extravaganten Outfits bekannt. Sein neues Tonstudio sticht nicht zuletzt durch ein aussergewöhnliches Design heraus. In diesem Video führet er uns durch seinen aussergewöhnlichen Arbeitsplatz.  
Auf die Pässe, fertig, los!

Musiker Dodo bringt die Alpen zum Glühen

Mit seinem knalligen Container-Studio zieht Dodo los auf die Schweizer Pässe. Eigentlich wollte er in die Ferne, nun gehts auf die Gipfel – und hofft dort für viel Kreativität, neue Musik und vor allem für «good vibes» unter allfälligen tierischen Nachbarn zu sorgen.

Als sein Studio an der Pfingstweidstrasse in Zürich vor zwei Jahren abgerissen wurde, war für Dodo, 43, klar: «Mein neues Studio geht um den Erdball.» Damit war die Idee von einem Container-Studio geboren, in dem er dank Solarenergie autark Musik kreieren kann. 

So ging es vor über eineinhalb Jahren an die Arbeit und vor allem an die Organisation. «Auf jede Frage, die ich gestellt habe – von wo bekomme ich einen Container über wie baue ich den aus und wie komme ich nach Südafrika – habe ich immer zehn Gegenfragen zurückbekommen. Ich musste viel Rechechieren, daher hats ein Weilchen braucht – und natürlich auch finanzielle Mittel.» 

Als erstes entstand das Artwork und Logo zu seinem Studio, das er «Ministry of Good Vibes» nennt. Zusammen mit der Grafikerin Jen Rys kam er auf die Zeichen und auch auf die Farbe – ein neonfarbiges Korall! «Ich wollte, dass mein Studio die guten Vibes ausstrahlt und es aussieht wie ein Bonbon in der Landschaft.» Mit 300 Kilo Farben hat er dieses Ziel definitiv erreicht – mehr noch: in der Nacht könnte es mit Schwarzlicht sogar leuchten. 

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Auf zum Grimselpass: Noch steht das Container-Studio von Musiker Dodo in der Fotohalle in Schlieren ZH.

Joseph Khakshouri

Langsam konkretisierte sich auch die Route. Der «Hippie-­Bus»-Sänger wollte ursprünglich auf dem Seeweg von Basel den Rhein hinunter via Rotterdam (NL) in seine frühere Heimat, die Elfenbeinküste, und von dort nach Südafrika tuckern. Die Koffer waren gepackt, der Musiker bereit, «dann kam ein Sturm auf – Corona».

Den ursprünglichen Plan musste Dodo über Bord werfen, sein Container schien gestrandet. Doch nach dem Motto seiner neuen Single «Türe gaht uf» gehts nun am 18. Juli «statt auf die Weltmeere ins Wolkenmeer der Schweizer Alpen». Vier Pässe stehen an, auf dreien lässt er das «Ministry of Good ­Vibes» nieder, um auch mit Gästen an neuen Songs zu arbeiten.

Neue Reise, neue Energie: So nutzte der Zürcher den Lockdown, um mit vielen Freunden und Helfern am Container-Studio zu arbeiten. Schleifen, malen, Kabel verlegen – letzteres machte vorwiegend sein langjähriger Wegbegleiter und Co-Produzent Marco «Big J» Jäger. Genau auf den Start hin soll alles fertig sein.

«Die grösste Herausforderung war, wie die Akustik auf diesem engen Raum sein wird. Aber wie es sich herausstellte, funktioniert es wunderbar», sagt Jäger. Die eingebauten Schränke, wurden von einem Schreiner massgeschreinert. «Wir hatten wirklich viele Helfer. Aber der grösste Teil machte Marco, der alles ausgemessen hat», sagt Dodo. Dieser erwidert: «Da war auch viel Glück dabei!»   

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Denn im Lockdown eingeführten DoDonnerstag möchte der Musiker auch auf seiner Pass-Reise beibehalten und von den Bergen aus senden.

ZVG

Dieses Mal scheint wirklich alles bereit. Es kann losgehen. Dodo will mit seinem elfeinhalb Tonnen schweren Container wie einst Hannibal mit seinen Elefanten über die Schweizer Pässe fahren und als erstes auf dem Grimselpass gastieren. «Eine Weile sesshaft sein, aber in einem mobilen Ding. Dafür ist der Container perfekt.» 

Wie die Alpen seine Musik beeinflussen werden, lässt er auf sich zukommen. «Ich hoffe auf den Pässen hats genügend Bass!» Und wie sein neon­korallfarbenes «Bonbon» in der Flora und auch auf die Fauna wirkt, ist ebenfalls noch ungewiss. «Wie Kühe darauf reagieren werden, habe ich noch nicht ausgecheckt. Ich bin aber sicher, dass auch die stiersten Köpfe merken, dass es kein rotes Tuch ist, sondern für Good Vibes sorgt. Und jetzt freue ich mich, wenns endlich los geht!»

Von Aurelia Robles am 18.07.2020
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