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Quer durch die Schweiz

Nevin Galmarini: «Hoffentlich wirds wild»

Snowboarder Nevin Galmarini liebt grenzenlose Action und seine Heimat, das Unterengadin. Auf der River-Rafting-Tour mit seiner Schwester Oceana geniesst der Olympiasieger beides in vollen Zügen. Etappe 1: Von Scuol nach St. Moritz.

MARTINA GR, 25.06.2019 - Nevin Galmarini, Profi-Snowboarder und Silbermedaillen Gewinner an den Olympischen Spielen 2018, nach dem River Rafting auf dem Inn in der Umgebung von Scuol. Im Bild zusammen mit seiner Schwester Oceana. PHOTO BY PASCAL MORA PASCAL MORA UND DOMINIC NAHR

Familiensache: Oceana und Nevin Galmarini freuen sich übers Wiedersehen und den Rafting-Ausflug.

Pascal Mora

Die Pisten und Trails im Unterengadin kennt Nevin Galmarini wie sein eigenes Wohnzimmer. Der noch frische Dreck an seinen Unterarmen, sein gerötetes Gesicht und die Schweisstropfen auf seiner Stirn verraten: Der Snowboard-Olympiasieger hat sich eben noch einer seiner Lieblings-Mountainbike-Strecken in der Region Scuol-Zernez gewidmet.

Gut, gibts jetzt eine Abkühlung – in Form einer River-Rafting-Tour auf dem Inn. Die örtlichen Gewässer sind Galmarini zwar nicht ganz so vertraut. Doch auf jeder Unterlage gilt für den 32-Jährigen: Vollgas geben! «Hoffentlich wirds wild! Ich liebe alles, was schwierig und abenteuerlich ist.»

Zusammen mit seiner Schwester Oceana wagt Galmarini den Ritt auf dem wasserreichen und schäumenden Fluss. Die in Chur wohnhafte 26-Jährige ist ebenfalls sportlich, snowboardet und klettert. Eine weitere Gemeinsamkeit, die sie mit ihrem Bruder teilt: Als Moderatorin und Redaktorin beim rätoromanischen Fernsehen hat auch sie kein unbekanntes Gesicht.

Quer durch die Schweiz SI Sommerserie Juli 2019

Etappe 1 – Auf und neben dem Fluss: Unternehmt vormittags eine River-Rafting-Tour auf dem Inn bei Scuol oder Ardez. Fahrt dann mit dem Bike oder E-Bike auf dem Bikeweg dem Inn entlang bis nach St. Moritz.

Schweizer Illustrierte

«Hier riecht es anders als im Unterland»

Nevin Galmarini nannte bereits viele Orte sein Zuhause. Der gebürtige Appenzeller, der mit seiner Familie als 13-Jähriger des Sportes wegen nach Ardez GR gezogen ist, wohnt nun mit seiner Frau Nadja und den Zwillingen Eddie und Louie, 1, in der Nähe von Solothurn. Viele Monate im Jahr reist er für Trainingslager und Wettkämpfe um die Welt. Dennoch fühlt er sich im Unterengadin am wohlsten: «Hier riecht es anders als im Unterland. Im Sommer nach Nadelbäumen und im Winter nach Schnee. Das gibt mir sofort ein Gefühl von Heimat», sagt Galmarini.

Wann immer es für die Familie passt, kommt er hierher. Und er träumt davon, nach der Sportkarriere samt Familie zurück in seine alte Heimat zu ziehen. Der Masterstudent in Business Administration mit Vertiefung Innovations-Management wird im Frühjahr entscheiden, ob er die Mission Olympia-Titelverteidigung in Peking 2022 in Angriff nimmt.

MARTINA GR, 25.06.2019 - Nevin Galmarini, Profi-Snowboarder und Silbermedaillen Gewinner an den Olympischen Spielen 2018, nach dem River Rafting auf dem Inn in der Umgebung von Scuol. PHOTO BY PASCAL MORA PASCAL MORA UND DOMINIC NAHR

Erfrischung: Bei über 30 Grad Lufttemperatur tut ein kurzes Bad im 10 Grad kalten Inn gut.

Pascal Mora

Bald gehts los. Der Neopren-Anzug und die Schwimmweste sitzen. Der Helm ist übergestülpt. Bevor es beim Kraftwerk Scuol aufs Wasser geht, informiert ein Rafting-Guide von Engadin Adventure über Risiken und Sicherheitsmassnahmen: «Sollte das Boot kippen, gibt es darunter noch eine Weile Luft. Wir schwimmen also nicht weg, sondern stossen das Boot über uns zur Seite.»

ZWISCHEN SCUOL U. MARTINA, GR, 25.06.2019 - Die Gruppe um Nevin Galmarini, Profi-Snowboarder und Silbermedaillen Gewinner an den Olympischen Spielen 2018, beim River Rafting auf dem Inn in der Umgebung von Scuol. PHOTO BY PASCAL MORA PASCAL MORA UND DOMINIC NAHR

Adrenalin: Die Gruppe treibt bei Schlein den wilden Inn hinab. Auf den letzten Kilometern gibt es viel zu tun.

Pascal Mora

Auch Kinder können River-Rafting machen

Bei der Abfahrt weicht Nevin Galmarinis Lachen einem konzentrierten Blick. Auf der Wildwasserfahrt wechseln sich rassige Stromschnellen mit gemütlicheren Flussabschnitten ab, auf welchen die Natur genossen werden kann. Je nach Auswahl der Route ist das Rafting ab 14 Jahren möglich. Auf ruhigen Streckenabschnitten gibts gar Touren für Kinder ab acht Jahren.

Nach drei Stunden und 16 Kilometern trifft das Schlauchboot mit den Co-Captains Galmarini in Martina GR ein. «Geil! Das muss ich wieder machen», sagt Nevin. «Es hätte aber ruhig noch etwas mehr Action haben können, wir sind gar nie gekippt», ergänzt  Oceana. «Dann gehen wir das nächste Mal in die Giarsun-Schlucht», schlägt der Bruder vor. Ein weiterer Grund also für einen gemeinsamen Besuch in der Unterengadiner Heimat.

Weitere Etappen gibt es im Dossier «Quer durch die Schweiz» zu lesen.

Von Sarah van Berkel am 11. Juli 2019