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Darum ist er so bescheiden

Roger Federer: «Die Schweiz liess mich nicht abheben»

Er ist der Superstar des Tennis und der wohl berühmteste Schweizer. Trotzdem gilt Roger Federer als bodenständig und bescheiden. In einem Interview verrät Federer, was ihn am Boden hält.

Roger Federer

Ein Weltstar ohne Allüren: Roger Federer bleibt stets höflich und bescheiden.

imago images / Xinhua

Roger Federer ist ein Phänomen. Mit seinen sportlichen Leistungen begeistert der Tennis-Crack die Welt schon seit Jahren. Aber auch abseits des Courts fliegen ihm die Herzen nur so zu. Mit seiner bodenständigen Art ist «King Roger» der perfekte Botschafter für die Schweiz. In der SRF-Sendung «Grenzenlos gut» erzählte der 38-Jährige, was es genau ist, das ihn trotz des grossen Erfolges am Boden hält und in welchen Belangen die Schweiz ruhig einen Zacken zulegen könnte.

«Wir können auch euphorisch sein, aber nicht sofort», findet Roger Federer. In der Schweiz müsse man sich zuerst beweisen. So wäre sein Junioren-Sieg in Wimbledon mit 17 Jahren in anderen Ländern wohl frenetischer gefeiert worden. Hier heisse es eher: «Mal schauen, was du nächste Woche kannst», sagt Federer.

Aber nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch seine Eltern, die Familie und Freunde hätten ihn am Boden gehalten und nicht abheben lassen. «Das hat mich geprägt», sagt Federer rückblickend. «Ich dachte nie, dass ich besser bin, als ich tatsächlich bin – sondern eher schlechter.»

Sportler sollte man träumen lassen

Auch habe er sich früher fast entschuldigen müssen, dass er «nur» Tennis spiele. Viele hätten es etwas komisch gefunden, dass er voll auf diese Karte setzte. «Da könnten wir uns vielleicht etwas von anderen Ländern abschneiden», findet Federer. Damit meint er Länder, die «gross träumen» und sagen: «Alles ist möglich.» Es sei nämlich wichtig, einen Sportler träumen zu lassen – etwa davon, dass er der Beste der Welt werden kann und nicht nur von Basel. 

Rogers Familie, allen voran Mutter Lynette, 67, und Vater Robert, 73, unterstützte ihn aber von Anfang an. Überhaupt sei der ganze Federer-Clan ein wichtiger Teil seines Erfolges. Da er so oft auf Reisen ist, sei es ihm wichtig, seine Freunde und Familie dabei zu haben, erzählt Federer. 

 

Mirka Federer Leo Lenny Myla Charlene

Sie geben ihm Halt: Rogers Ehefrau Mirka mit den Kindern Charlene, Myla, Lenny und Leo.

Getty Images

So sind auch die Zwillinge Charlene und Myla, 10, und Lenny und Leo, 5, oft vor Ort, wenn Papi spielt. Für Roger und seine Frau Mirka, 41, ist aber klar: «Wir wollen, dass die Kinder in der Schweiz aufwachsen.» Der Tennis-Star schätzt, dass hier Werte wie Respekt gelebt werden und man die Privatsphäre akzeptiert. Und: «Wir können von viel Glück reden, wie schön und sicher unser Land ist.»

Von Fabienne Eichelberger am 31. August 2019