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  4. Roger Schawinski kritisiert in seinem Talk Noch-Chefin Nathalie Wappler

Doch das heikelste Thema liess er aus

Schawi fährt Noch-Chefin Wappler an den Karren

In seiner drittletzten Sendung interviewte Roger Schawinski SRF-Direktorin Nathalie Wappler. Der Talker gab sich wie immer kritisch – seine eigene Entlassung schnitt Schawi als Thema allerdings nicht an.

Roger Schawinski Nathalie Wappler

SRF-Direktorin Nathalie Wappler wagte sich in Schawinskis Sendung.

Screenshot SRF

Eigentlich wartete das TV-Publikum der Talk-Sendung «Schawinski» nur auf eins: Wann spricht Gastgeber und Moderator Roger Schawinski, 74, seinen Talkgast auf DAS Thema an? Nämlich, dass Nathalie Wappler, 52, den langjährigen Talker schon kurz nach ihrem Antritt als SRF-Direktorin abgesägt hat?

Schawi startet wie immer kritisch – aber mit einem anderen Thema. Nachdem er bei Wappler ihren journalistischen Leistungsausweis abgefragt hat, konfrontiert er die Thurgauerin mit der vieldiskutierten Zwangszüglete des Berner SRF-Studios nach Zürich. Er prangert Wapplers Strategie bezüglich des Standortwechsels an, diese sein «nicht glaubwürdig» und «nicht souverän». Grund:  Sie habe sich erst mit der neuen Radio bzw. Audiostrategie beschäftigt, als die Idee vom Umzug vom Parlament bereits abgeschmettert worden sei. Wappler bleibt souverän: «Ich habe meinen Kalender nicht dabei, aber lass uns gemeinsam reinschauen. Ich kann beweisen,  dass ich mich schon vor der Entscheidung der Politik mit der Thematik befasst habe.»

Roger Schawinski Nathalie Wappler

Gewohnt kritisch: Roger Schawinski.

Screenshot SRF
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Sticheln gegen den neuen Newsroom

Der nächste Vorwurf: Die Eröffnung des neuen SRF-Newsrooms werde verschoben und verschoben, hätte ursprünglich bereits 2018 in Betrieb genommen werden sollen. Schawi betont dehalb süffisant:  «Was wird zuerst eröffnet: der neue SRF-Newsroom oder der Berliner Flughafen?». Wappler lacht. Dann sagt sie: «Natürlich unser Sendestudio.» Das sei das komplexeste Projekt, das SRF je durchgeführt habe. Sie schiebt vollmundig hinterher: «Ich bin überzeugt, der Newsroom wird laufen. Das verspreche ich dir hier und jetzt.»

Danach spricht Schawi an, dass viele bekannte Gesichter den Sender verlassen hätten. Er hinterfragt ihre Programmstrategie mit nach wie vor vielen volkstümlichen Sendungen. Und er spielt ein altes Video ab, in dem Wappler, damals noch beim deutschen Sender MDR, die No-Billag-Initiative als «Bierdeckel-Idee» abkanzelte. Wappler zieht sich aber bei allen Themen achtbar aus der Affäre. 

Roger Schawinski Nathalie Wappler

Blieb souverän: Nathalie Wappler.

Screenshot SRF

Das «Fallbeil vom Leutschenbach»

Zum Schluss fragt Schawi seine Chefin, ob er ein bisschen überziehen dürfe. Sie wirkt etwas perplex, sagt aber zu. Doch auch in der «Nachspielzeit» lässt der Moderator DAS Thema aus. Nur indirekt spricht er es an, indem er fragt, ob Wapplers früherer Übername «Fallbeil vom Leutschenbach» von ihr als Kompliment oder als Kritik aufgefasst werde. Wappler leicht pikiert: «Bei einem Mann würde man wahrscheinlich sagen, er sei durchsetzungsstark und entscheidungsfreudig. Ich finde solch blutrünstige Attribute unnötig.»

Dann wars vorbei – zum drittletzten Mal für Schawi. In zwei Wochen wird der 74-Jährige im Schweizer Fernsehen seinen allerletzten Talk moderieren. Wen Roger Schawinski an jenem Montag vor der Kamera haben wird, soll eine Überraschung werden. 

Von Tom Wyss am 10.03.2020
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