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  4. Regula Rytz, Olivier Borer, Sonia Kälin und andere Promis tun sich Gutes

Gutes Tun während der Corona-Zeit

«So kann ich den Kopf lüften»

Yoga, Malen, Beten oder Baden – sinnliche Wohlfühlmomente sind in der Corona-Krise so wichtig wie nie. Zehn Prominente haben ihren ganz eigenen Weg gefunden, um jetzt Kraft zu tanken und mit Zuversicht voranzugehen.

Mit Regula Rytz an der Nähmaschine

Regula Rytz in ihrer Dreieinhalb-Zimmer-Altbauwohnung im Berner Breitenrainquartier.

Brightcove

Regula Rytz, 58, Nationalrätin Grüne

«Zur Entspannung habe ich wieder mal die Nähmaschine meiner Grossmutter hervorgeholt. Sie ist über 50 Jahre alt, aber unzerstörbar. In den vergangenen Jahren war ich als Präsidentin der Grünen rund um die Uhr unterwegs. Da blieb vieles auf der Strecke. Ging eines meiner Kleidungsstücke kaputt, warf ich es einfach auf einen Haufen. Nun da Kinos und Theater in Bern geschlossen sind und meine Freizeit sozusagen stillgelegt, kann ich mich endlich ans Reparieren machen. Ich werfe ungern etwas weg. Denn die Herstellung von Textilien belastet das Klima und die Umwelt. Beruflich erlebe ich eine hoch intensive Zeit. Ich bin in der Wirtschaftskommission und setze mich für die Unterstützung von KMU und Selbstständigen ein. Das bedeutet Zusatzsitzungen und Sondersessionen. Möchte ich meinen Kopf durchlüften, packe ich meine Nähmaschine am Küchentisch aus und fange an zu flicken. Meine Lieblingsjeans kann ich wieder tragen. Ich freue mich, bald wieder mit vielen Freunden gemeinsam an unserem Tisch zu essen. Das fehlt mir sehr.»

So spannen Nationalrätinnen aus

Mit Regula Rytz an der Nähmaschine

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Um herunterzufahren, trifft die Grüne Nationalrätin Regula Rytz normalerweise Freunde. Corona-bedingt greift die Bernerin nun aber zur Nähmaschine. Die vielbeschäftigte Politikerin hat am «Büezen» Gefallen gefunden. Nicht nur als Hobby, auch aus Nachhaltigkeitsgründen.  
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Ritschi, 41, Musiker und Sänger

«An meinem 40. hatte ich erstmals einen Hexenschuss. In der Physio hiess es, Sport täte mir gut. 40 Jahre lang hatte ich eine Sportart gesucht, die Spass macht, nicht nur wehtut, sondern von der ich wirklich etwas habe. Als der Lockdown kam, sagte mein Schwager, der seit 30 Jahren Mountainbike fährt: ‹Komm mal mit!› Ein Kollege lieh mir ein vollgefedertes Bike – und los gings. Mich packte es beim ersten Mal auf eine Art und Weise, die ich nie für möglich hielt. Beim Berg-Raufstrampeln habe ich den Sport, beim Runterfahren den Fun. Ich belohne mich also zweimal. Ich sprach mit meiner Frau und erfüllte mir den Traum eines eigenen coolen Mountainbikes. Seither fahre ich mindestens einmal pro Woche bei schönem Wetter in den Wald. Entweder auf den Harder oder auf den Abendberg – eine Stunde rauf und anschliessend 20 Minuten Downhill durch ein wirklich schönes Waldgebiet, gerade jetzt im Herbst. Allein im letzten halben Jahr habe ich acht Kilo abgenommen, fühle mich voller Energie – auch auf der Bühne. Es tut mir extrem gut. Ich habe Ausdauer und Fitness, das ist einfach toll.»

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«Ich gehöre ja zu den Menschen, die ständig unter Strom stehen. Aber durch die Schwangerschaft entwickle ich mehr Bewusstsein für mich, und ich trage ja auch Verantwortung für ein kleines, hilfloses Wesen in mir. Ich achte darauf, mir täglich kleine Ruheoasen zu schaffen. Dann gehe ich eine Stunde spazieren. Die Natur gibt mir Energie und innere Ruhe. Oder ich treffe Menschen, die mir guttun. Mir selbst etwas Gutes zu tun, heisst für mich auch: Handy ausschalten und innerlich runterfahren. Dann brühe ich mir eine Tasse Tee, hocke mich in den Sessel und geniesse es, Zeit für mich und für meine Gedanken zu haben. Oder ich lege mich hin, wenn ich spüre, dass unser Kind wach ist, streichle mit der Hand über meinen Bauch, spiele mit dem strampelnden Baby und baue so eine innigere Beziehung zu ihm auf. Abends und am Wochenende sitzt oft mein Mann Stefan dabei, da tun wir beide uns Gutes, wenn wir unser Kind spüren, das im Februar zur Welt kommt. Ach ja, manchmal tue ich mir auch mit einem frischen Blumenstrauss etwas Gutes.»

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«Zur Entspannung fertige ich Glückwunschkarten. Für Geburtstage, Hochzeiten, Weihnachten, Geburten, eigentlich für alle Anlässe. Ich tue damit nicht nur mir etwas Gutes, sondern auch den Beschenkten. Mittlerweile ist mein Hobby bekannt. Ich werde oft gebeten, handgemachte Glückwunschkarten zu gestalten. Ich frage dann meist nach einem Wunschsujet oder Lieblingsfarben. Häufig höre ich: ‹Mach einfach mal. Du bist eh so kreativ.› Gerade habe ich eine Weihnachtskarte für eine Kollegin fertig, die sie einer Freundin schicken will. Als Motiv sollten vorkommen: ein Fussball, ein Buch, dass sie Deutsche ist, ihre Frisur sowie Weihnachtskugeln. Malen, stempeln, ausschneiden und kleben – es macht Spass, beim Gestalten der Karten verschiedene Stile und Techniken anzuwenden, auszuprobieren. Meist setze ich mich morgens vor der Arbeit an meinen Schreibtisch und tauche ab, höre Musik – und freue mich, wenn mir wieder ein kleines Kunstwerk gelungen ist.»

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«Beim Lockdown im Frühling habe ich mir gesagt: Es ist Zeit für einen persönlichen Verzicht! Einen Monat lang habe ich die Warrior-Diät durchgezogen, danach fühlte ich mich so purlimunter wie noch nie. Seit zwei Wochen nun mache ich die Krieger-Diät erneut: Ich esse nur zwischen 18 und 22 Uhr. Wenig Kohlenhydrate, viel Obst und Gemüse, Ingwertee statt Wein. Ich bin 93 Kilo schwer, an Weihnachten will ich unter 90 sein. Die Diät unterstütze ich mit Sport: Täglich ab 5.30 Uhr eine Stunde auf dem Hometrainer, jeden zweiten Tag 45 Minuten Workout mit TRX-Bändern – danach bin ich jeweils fix und fertig. Ich habe ein Vorbild: Mein Vater hat seit Frühling 25 Kilo abgenommen, im Sommer ist er täglich vier Stunden Velo gefahren. Über die Festtage wirds happig! Dann muss ich schauen, dass Diät und Sport nicht für die Füchse waren.»

Von Schweizer Illustrierte am 15.11.2020
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