Crans-Montana ist ein Sehnsuchtsort für Schweizer Skifans. An den Weltmeisterschaften 1987, als Swiss-Ski acht von zehn Goldmedaillen holte, wurden Massstäbe gesetzt. Didier Défago, geboren 1977 im Unterwalliser Ort Morgins, war damals noch ein Kind. Doch später führte auch er die grosse Tradition weiter. Der ehemalige Abfahrts- und Super-G-Spezialist krönte seine Karriere 2010 mit olympischem Gold – und ist heute CEO der Ski-WM 2027 in Crans-Montana. Er ist auch verantwortlich für die Weltcuprennen, die Ende Januar und Anfang Februar 2026 auf den legendären WM-Pisten stattfinden.
Am Neujahrstag traf die Nachricht von der Brandkatastrophe Défago wie ein Blitz aus heiterem Himmel. «Es ist absolut schrecklich, was passiert ist – meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien und Freunden», sagt der 48-Jährige. Als Vater von zwei Teenagern berührt ihn das Geschehen besonders.
Dennoch bemüht sich Défago, ein Stück Normalität zu wahren: «Skirennen sind etwas Positives. Sie können vielleicht dazu beitragen, dass die Menschen auf andere Gedanken kommen und etwas Ablenkung finden.» Gleichzeitig betont er, dass der Tragödie immer mit dem grösstmöglichen Respekt begegnet werden müsse: «Solche Ereignisse relativieren alles.»
In Crans-Montana wird der Spagat zwischen Trauer und Leben, zwischen Schock und Alltag sichtbar. Der Ort wirkt wie gelähmt – und doch muss das Leben weitergehen. Sport, Tradition und Gemeinschaft können dabei eine positive Rolle spielen: als Hoffnung, als Halt, als Erinnerung daran, dass selbst nach einer Nacht des Grauens ein Morgen kommt. Défago, der die Zukunft des Ski- und Sportorts aktiv mitgestaltet, steht symbolisch für diesen Balanceakt.
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- Abfahrts-Olympiasieger Didier Défago zur Tragödie in Crans-Montana

Er ist verantwortlich für die Weltcuprennen Ende Januar und die Ski-WM 2027 im Ort: Olympiasieger Didier Défago.
Sedrik Nemeth vor 5 Minuten