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«TMSS»-Moderatorin Alexandra Maurer ganz unmaskiert

«Wir Mütter können uns sagen, wenn wir gerade null Bock haben»

Eine Live-Show während einer Pandemie zu moderieren, fordert die Organisation von Alexandra Maurer ganz schön. Die Schweizerin pendelt zwischen ihrer Familie in England und Showtime in Deutschland. Wie sie Berufs- und Privatleben koordiniert? «Sagen wir so: Es funktioniert, das ist die Hauptsache.»

Copyright: Erica Bergsmeds
Erica Bergsmeds

Alexandra Maurer, für «The Masked Singer Switzerland» pendeln Sie zwischen England und Deutschland – zwei Länder im Lockdown. Muss schwierig sein?
Ja, Deutschland und England sind sehr strikt, aber beruflich darf ich noch fliegen beziehungsweise ausreisen. Wichtig ist, dass ich gut organisiert bin, denn auf beiden Seiten der Grenzen muss ich mich ständig testen lassen, sowie jeweils in Deutschland vor Drehbeginn.

Eine Wissenschaft?
Ja total, aber zum Glück habe ich Hilfe. Organisatorisch und rechnerisch – was absolut meine Stärke ist – ähnelt das ganze Testen echt einer halben Wissenschaft. (lacht)

Reisen Sie wegen Corona mit einem anderen Gefühl?
Sagen wir so: Ich bin eine absolute Befürworterin der Regeln damit ich weiss, was ich befolgen muss. Aber weil die Situation dennoch unberechenbar ist, sobald man rausgeht, macht es schon etwas mit mir. «The Masked Singer Switzerland» ist eine Live-Show! Eine Ansteckung würde solch einen Rattenschwanz mit sich ziehen. Deswegen ist es so wichtig, dass wir uns schützen, um die anderen und auch die Produktion zu schützen. Früher hielt mich doch ein Schnupfen nicht von der Arbeit ab – Ibuprofen, Paracetamol und zweimal inhalieren – Showtime! Das geht heute definitiv nicht mehr.

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Die Sendung geht über sechs Wochen. Spüren Sie eine Anspannung?
Absolut, aber eine grosse Vorfreude ist dennoch da. Die Anspannung ist bei mir mittlerweile auch schon Vergangenheit, weil ich weiss, dass ich alles mache, was ich machen kann. Ich treffe mich seit Langem nicht mehr mit Freunden. Restaurants sah ich oft von aussen, drinnen war ich seit Pandemie-Beginn wohl weniger als fünfmal. Ich weiss, dass ich mein Möglichstes getan habe. Mehr kann ich nicht tun. What will be will be, que sera, sera…. (singt)

Murmeli, Kuh, Seegott – mittlerweile sind die Kostüme zu «The Masked Singer Switzerland» bekannt. Was wussten oder wissen Sie?
Mir haben die Leute von der Produktion nicht zu viel gesagt. Sie kennen mich ja auch und wissen, dass ich gerne viel rede. (lacht)

Was wäre Ihr Kostüm?
Das hat mich echt noch niemand gefragt. Schmetterling gab es schon in Deutschland, Alpaka war auch toll gerade. Irgendetwas buntes oder ein Meersäuli fände ich auch herzig.

Ihre Tochter Amélie ist zwei Jahre alt. Reealisiert sie, dass ihr Mami am TV zu sehen ist?
Ja, aber für sie ist es wie normal. Wenn sie mich sieht oder meine Stimme hört, ruft sie: «Baba too!» – sprich sie will auch zusehen.

Und wie normal ist es für Amélie fernzusehen?
Wir sind eine absolute Fernsehfamilie, bei mir läuft entweder Musik im Hintergrund oder am Morgen eine Frühstücks-TV-Show – und das halt immer. Aber Amélie sitzt dann nicht vor der Glotze, sondern spielt in ihrem Zimmer oder reagiert auf die Musik und tanzt dazu. Positiv gesehen, ist es absolut nichts Spezielles für sie.

Und das Handy?
Dafür interessiert sie sich sehr fest. Aber momentan schwächt ihr Interesse gerade etwas ab. Wenn mein Handy klingelt, hat sie immer das Gefühl, dass «Gaga» anruft, ihre Grossmutter. Und früher wollte sie ständig im Auto was ansehen wie «Peppa Pig». Doch sie weiss, dass sie ihr Amazone Fire Tablet nur einmal pro Tag bekommt. Wenn sie diese Zeit vergeben hat, weiss sie das.

«Liege ich abends tot im Bett? Habe ich manchmal Heulkrämpfe? Ja!»

Da sind Sie strikt?
Ich glaube nicht, dass ich besonders strikt wäre, wenn sie jetzt richtig quengeln würde – aber das weiss sie nicht! (Lacht) Ich habs mit einem Mal pro Tag ausprobiert und es funktioniert.

Wie halten Sie die Balance zwischen Familien- und Berufsleben?
Sagen wir, dass es funktioniert – und das ist wohl die Hauptsache. Es ist alles andere als einfach. Ganz ehrlich ist es ja nicht so, dass wir entweder arbeiten oder Mami sind – wir machen alles gleichzeitig. Das machen Papis anders. Wenn sie aufpassen, dann sind sie voll beim Kind. Aber wir Mütter sind, am Arbeiten und am Denken während wir Windeln wechseln, das Kind baden oder am Kochen sind. Wenn Amélie in der Badewanne mit ihren Entlein spielt, checke ich daneben meine Mails, oder wenn ich auf dem WC bin.

Immer zwei Sachen miteinander?
Mindestens! Wir Frauen machen doch mindestens zwei Sachen gleichzeitig.

Weshalb?
Weil wir es wohl früher mussten, es uns gewohnt sind und es mittlerweile auch könnnen? Ich weiss es nicht. Wir machens wohl automatisch. Aber ich würde auch behaupten, dass es auch Frauen machen, die nicht Mami sind. Auch sie machen immer mehrere Dinge zusammen, passen immer auf jemanden auf, auch wenn dies der Partner ist. Wir Frauen müssen uns einfach immer wieder daran erinnern, dass wir auch auf uns aufpassen.

Wann konzentrieren Sie sich nur auf etwas?
Wenn ich für meinen Beruf aus dem Land bin! (Lacht)

Was war der Grund für Ihr Portal MumLab?
Dass viele Mamis das Gefühl haben, dass sie immer alles perfekt hinkriegen müssen. Alles muss immer High-Gloss sein, in Highheels, mit Schminke und perfekten Wimpern, alles sitzt. Und dazu hat mein Kind auch noch selbstgemachte Blueberry-Muffins zum Frühstück erhalten und einen healthy grüner Shake. Hey, dass kann es geben! Maybe! Maybe not. Aber es gibt auch das andere und das ist auch okay.

«Ganz ehrlich ist es ja nicht so, dass wir entweder arbeiten oder Mami sind – wir machen alles gleichzeitig. Das machen Papis anders»

Sie selber bringen ja auch TV-Karriere, Kind, Partnerschaft unter einen Hut und pendeln sogar international.
Ja, aber ich habe noch nie was anderes gemacht. Das Mami-Sein kam einfach noch dazu. Ist es manchmal schwierig? Liege ich abends tot im Bett? Habe ich manchmal Heulkrämpfe? Ja! Und deshalb ist MumLab da. Wir Mütter können uns ehrlich sagen, wenn wir gerade null Bock haben, keine Windeln wechseln wollen und wieder einmal wünschen, dass es wie früher ist. Das dürfen wir sagen, ohne dass wir gleich Rabenmütter sind oder undankbar für den Kindersegen. Wir wissen von unserem Glück. Wenn ich weine und die Kleine kommt und sagt: «Oh Mommy sad» weine ich gleich noch mehr, weil ich ein so süsses Wesen geschaffen habe, das mir eine Umarmung gibt. Dafür bin ich dankbar, aber dennoch habe ich Gefühle und Stimmungsschwankungen – deshalb habe ich MumLab gegründet. Eine sichere Plattform für gleichgesinnte Mummys oder Mums-to-be.

Was sind die brennendsten Themen?
Eigentlich ist das grösste Bedürfnis der Mamis, dass sie sich einfach austauschen wollen. Bestätigung finden, dass sie nicht alleine sind. Ich merke es auch bei mir, dass es mir gleich besser geht, wenn es jemandem ähnlich ergeht. Sich auszutauschen hilft.

Wie tun Sie sich selber Gutes?
mmmm? (Lacht)

Ins Ausland gehen?
Jetzt hören Sie sich an wie mein Partner Greg. Er sagt auch immer, dass ich dann meine Alone-Time habe. Aber das ist mein Job. Letzen Monat, bevor der Lockdown wieder begann, gönnte ich mir einmal pro Woche eine Gesichtsbehandlung. Das war cool, denn schliesslich ist mein Gesicht die ganze Zeit vor der Kamera, also darf ich das. Und es ist wirklich ein Gönnen, denn mir fehlt oft die Zeit dazu. Und sonst gönn ich mir manchmal nichts zu tun, früh ins Bett zu gehen, um dann am nächsten Morgen Zeit für Yoga oder Meditation zu haben.

 

«The Masked Singer Switzerland» jeden Freitag um 20.15 Uhr auf ProSieben Schweiz.

Von Aurelia Robles am 13.11.2020
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