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Bundesrätin Sommaruga zur grünen Welle

«Wir sind mit neuem Parlament auf gutem Weg»

Mehr Klimaschutz, mehr Frauen! Das Resultat der Wahlen in der Schweiz freut Bundesrätin Simonetta Sommaruga - auch wenn ihr ein Sieg der eigenen Partei lieber gewesen wäre. Eine grüne Bundesrätin ist für Sommaruga nicht dringend.

Simonetta Sommaruga über eine grüne Bundesrätin

Bundesrätin Simonetta Sommaruga: «Wir brauchen mehr sauberen Strom.»

Nicolas Righetti

Freuen Sie sich auf eine grüne Kollegin im Bundesrat?
Nicht so schnell! Noch gibts einige zweite Wahlgänge für den Ständerat. Dann wird über die Zusammensetzung des Bundesrats entschieden.

Würden Sie es begrüssen, im Kampf ums Klima grüne Unterstützung im Bundesrat zu bekommen?
Ich freue mich über Unterstützung von allen Seiten. Die Bevölkerung hat mit diesen Wahlen den Klimaschutz entscheidend gestärkt. Jetzt müssen wir rasch die richtigen politischen Entscheide fällen. Zwei Drittel unseres Energiebedarfs decken wir noch immer mit Öl und Gas aus dem Ausland. Davon müssen wir wegkommen. Wir brauchen mehr sauberen Strom aus der Schweiz.

Welche Schritte wollen Sie als Energieministerin zuerst angehen?
Die Schweiz muss das Potenzial der Sonnenenergie und Wasserkraft besser nutzen. Mein Departement arbeitet daher an einer Vorlage, mit der wir die einheimischen erneuerbaren Energien stärken. Zudem ist das CO2-Gesetz gerade im Parlament. Da müssen wir das Resultat der Wahlen nutzen, um schnell vorwärts zu machen. Das Gute dabei ist: Wenn wir clevere Lösungen finden, nützt das auch der Schweizer Wirtschaft.

Inwiefern?
Wenn wir Gebäude sanieren, um Energie zu sparen, oder grosse Solaranlagen installieren, gehen die Aufträge an unsere Unternehmen. Geld und Arbeitsplätze bleiben in der Schweiz. Zudem entwickeln unsere Firmen neue Lösungen, wenn sie wissen, dass die Schweiz wegkommen will vom Öl und Erdgas. So entstehen bei uns Arbeitsplätze mit Zukunft.

Keine Angst, dass der Bundesrat Sie bremst, wenn er weiter von FDP und SVP dominiert ist?
Nein. Der Bundesrat hat auf Antrag des UVEK bereits in den letzten Monaten Entscheide gefällt, die gut fürs Klima sind: Wir haben ein Klimapaket für die Bundesverwaltung beschlossen. Zudem will der Bundesrat die erneuerbaren Energien stärken, damit wir mehr sauberen Strom aus der Schweiz haben und so auch die Versorgungssicherheit erhöhen können.

Freuen Sie sich für die Grünen, die bei den Wahlen stark zulegten, oder sind Sie traurig für Ihre eigene SP, die verlor?
Diese Wahlen haben den Schutz des Klimas und der Umwelt gestärkt – und auch den Artenschutz, der oft vergessen geht. Das freut mich als Umweltministerin natürlich sehr. Aber klar: Jeder Bundesrat sieht es gerne, wenn die eigene Partei gewinnt.

Ist es Zufall, dass bei diesen Wahlen beides zugelegt hat: Klimaschutz und Frauen?
Nein. Es ist bekannt, dass Frauen stark für den Umweltschutz sensibilisiert sind. Dass es künftig im Parlament mehr Frauen und mehr Umweltbewusstsein gibt, passt zusammen. Wir sind mit dem neuen Parlament auf einem guten Weg!
 

am 31.10.2019