Publireportage | BKW Die Pioniere von Bern

Noch ein Jahr, dann ist Schluss: Das Kernkraftwerk Mühleberg geht als erstes Schweizer Werk am 20. Dezember 2019 vom Netz.
Instandhaltungsarbeiten am geöffneten Reaktor

Instandhaltungsarbeiten am geöffneten Reaktor. In Mühleberg fand die letzte Revision statt.

Seit 23 Jahren arbeitet Andreas Herren, 52, bereits hier. Der gelernte Techniker TS, Fachrichtung Reaktortechnik, hat sich in seinem Berufsleben jahrelang weitergebildet und verschiedene Arbeiten im Kernkraftwerk Mühleberg (KKM) verrichtet, bevor er vor elf Jahren zum Schichtleiter im Kommandoraum befördert wurde. Und die fachliche Entwicklung geht weiter: Er wird als einer der rund 300 Angestellten des KKW Mühleberg in den nächsten Jahren Pionierarbeit leisten, denn das Werk, das 1972 ans Netz ging, wird als erstes der fünf Kernkraftwerke der Schweiz stillgelegt. 

Das Wichtigste für uns alle hier ist die Sicherheit

sagt er. In der Nacht auf den 19. August wurde der Siedewasserreaktor für die letzte Revision heruntergefahren. 46 der 240 Brennelemente wurden ersetzt, der Kernmantel untersucht, ein zusätzlicher Erdbebenschutz eingebaut. «Dadurch erreicht das KKM im letzten Betriebszyklus den höchsten Stand der Technik seit der Inbetriebnahme», schreibt die BKW dazu.


«Wir wollen den Rückbau mit unserem Personal machen», sagt Philipp Hänggi, Leiter der Geschäftseinheit Nuklear der BKW und Vorsitzender des Steuerungsausschusses für die Stilllegung. 

Die oft langjährigen Mitarbeitenden kennen das Werk in- und auswendig, was uns vor Überraschungen schützt.

Zusätzliche Fachkräfte werden situativ rekrutiert. Die BKW musste einen genauen Plan zum Ausstieg vorlegen. Hänggi: «Wir haben zwar Erfahrungswerte und Expertisen aus anderen Ländern, in der Schweiz machen wir das aber das erste Mal.» Das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation hat diesen Sommer die Stilllegungsverfügung erlassen, das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) wird die Stilllegung begleiten und kontrollieren.

Nach der Abschaltung läuft die Anlage bis 2024 im sogenannten Nachbetrieb. Die Brennelemente werden Anfang 2020 vom Reaktor ins Lagerbecken transportiert, wo sie einige Jahre abklingen werden. Gegen Ende 2020 wird das Lagerbecken autark betrieben. «Dafür ergänzen wir die Kühlsysteme um ein Sicherheitssystem», sagt Philipp Hänggi. Unfallszenarien seien schwer vorstellbar.

Ist der Reaktor abgeschaltet, ist das, wie wenn ein Rennauto nur noch mit 1 km/h fährt.

Zwischen 2021 und 2024 werden die Brennelemente ins zentrale Zwischenlager Würenlingen abtransportiert. Gemäss BKW sind dann 98 Prozent der Radioaktivität aus dem KKM entfernt. Dann beginnt bis 2030 der nukleare Rückbau. Bis 2031 kann das Areal freigegeben werden. Um die Abfälle sicher zu lagern haben der Bund und alle Produzenten radioaktiver Abfälle die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) beauftragt, einen sicheren Standort zu finden. Gemäss Nagra sind für alle fünf Kernkraftwerke mit insgesamt 92 000 Kubikmetern Abfall inklusive Verpackung zu rechnen. Aus Mühleberg fallen aus der Stilllegung und dem Betrieb inklusive Verpackung 600 Kubikmeter hochradioaktiver und 12 300 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktiver Abfall fürs Tiefenlager an. 

KKW Mühleberg

Für die Entsorgung radioaktiver Abfälle gilt das Verursacherprinzip, weshalb die Betreiber während der Betriebszeit oder mindestens 50 Jahren in den Stilllegungs- und Entsorgungsfonds einzahlen müssen. «Falls die Kosten der Stilllegung des KKM höher ausfallen, als was die BKW einbezahlt hat, muss sie das selber berappen », erklärt Philipp Hänggi.

www.bkw.ch/stilllegung

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