Der grosse Fotograf René Burri Behutsamer Beobachter

Das Museum für Gestaltung in Zürich widmet dem grossen Fotografen René Burri eine farbenprächtige Retrospektive.
René Burri Fotograf Museum für Gestaltung
© ZVG

Der wohl berühmteste Fotoreporter der Schweiz: René Burri.

René Burri hat jahrzehntelang ein Doppelleben geführt - eines in Schwarz-Weiss und eines in Farbe. Auf seinen Reisen durch die ganze Welt baumelten meist zwei Kameras, eine davon mit einem Farbfilm bestückt, an seinem Hals. Während die schwarz-weissen Ikonen-Porträts von Che Guevara, Picasso oder Le Corbusier den Zürcher rund um den Globus berühmt machten, hielt er die farbigen Bilder bisher weitgehend unter Verschluss.

Nun, mit 80 Jahren, ist der Augenblick gekommen, die meist unbekannten Werke aus dem Archiv ans Licht zu holen. Diesen Bilderschatz zeigt René Burri unter dem sinnigen Namen «Doppelleben» zurzeit im Museum für Gestaltung, im selben Gebäude übrigens, in dem er in den 50er-Jahren Fotografie bei Hans Finsler studierte.

Dass Burri sämtliche Bilder dieser Retrospektive dem Museum als Schenkung überlässt, zeigt seine Verbundenheit mit dieser Zürcher Institution und wird die Fotografie-Abteilung der Grafiksammlung enorm bereichern.Als Mitglied der renommierten Fotoagentur Magnum publizierte René Burri seine Reportagen über die grossen politischen Brennpunkte des 20. Jahrhunderts im «Life», «DU», «Stern», «Paris Match» und in der Schweizer Illustrierten. Soziale Missstände, drohende Unruhen, politische Experimente, Krieg - das sind die Themen, die ihn das Leben lang umtrieben. Umgesetzt hat er sie gemäss dem Magnum-Grundsatz, ohne technische Mätzchen die Welt und die Menschen so zu zeigen, wie sie sind.

Nebenher entstanden freie Arbeiten, die seine Freude am Experiment und die künstlerischen Ambitionen sichtbar machen. Nach und nach kamen Landschafts- und Städteporträts dazu, die er in den letzten Jahren auch zu Bildbänden zusammenfügt. Und noch immer hat der Altmeister, der seit Langem mit seiner zweiten Frau bei Paris wohnt, seine Leica jederzeit griffbereit.

Museum für Gestaltung, Zürich
Bis 13. 10, Di–So 10–17, Mi 10–20 Uhr,
Tel. 043 446 67 67, Publ. CHF 135.–
www.museum-gestaltung.ch

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