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Im Audi E-Tron zu Andreas Caminada

Elektrische Genusstour durch die Schweiz

Von Ost nach West. In drei Etappen mit dem Audi E-Tron emissionsfrei durch die kulinarische Schweiz mit Halt bei ­Andreas Caminada in Fürstenau, Anni und Reto Lampart in Hägendorf sowie Stéphane Décotterd in Brent.

Andreas Caminada, Audi E-Tron 2019

Schlossherr: Spitzenkoch Andreas Caminada mit dem neuen Audi E-Tron vor seinem «Schloss Fürstenau».

Thomas Buchwalder

Wer Elektroauto fährt, ist ein bewusster Geniesser. Denn Fahrzeuge, die anstelle eines Treibstofftanks einen Stromspeicher haben, benötigen etwas mehr Aufmerksamkeit von ihren Besitzern. Wir gehören zu den Ersten, die mit dem brandneuen, rein elektrischen Audi E-Tron unterwegs sind, und haben uns vorgenommen, diese Fahrt in vollen Zügen und natürlich mit allen Sinnen zu geniessen.

Geplant ist eine Tour mit drei Stationen, sie führt vom Osten der Schweiz (Fürstenau GR im Domleschg) über die A3 und die A1 nach Hägendorf SO und schliesslich weiter nach Brent VD im Lavaux, dem als Unesco-Weltkulturerbe ­eingetragenen Weinbaugebiet über dem Genfersee im Westen des Landes. Der Audi E-Tron hat eine Reichweite von rund 400 Kilometern, das reicht vollauf für fast jede Fahrt. Reichweite ist in Elektroautos aber ein fragiles Gut, sie kann sich unter äusseren Einflüssen wie der Temperatur verändern und ist vor allem stark abhängig von der gewählten Geschwindigkeit: Je schneller man auf der Autobahn unterwegs ist, desto zügiger gehen die Stromreserven zur Neige, wobei die Verbrauchskurve progressiv ansteigt.

Andreas Caminada, Audi E-Tron 2019

Der Chef: Spitzenkoch Andreas Caminada mit 20 Kilogramm Mehl vor seinem neuen Gasthaus in Fürstenau.

Thomas Buchwalder
Andreas Caminada, Audi E-Tron 2019

Das Brot: Frisch gebackenes und angeschnittenes Sauerteigbrot aus dem Holzofen in der «Casa Caminada».

Thomas Buchwalder

Casa Caminada, Fürstenau GR

Das neueste Projekt von Andreas ­Caminada ist ein Gasthaus mit zehn Zimmern, regionaler Küche und eigener Bäckerei. Den gemauerten Holzofen hat ein Familien­unternehmen aus Deutschland gebaut, das sein Handwerk über sieben Generationen perfektioniert hat.

« Wir wollten dem Backen wieder eine Bühne bieten »

Andreas Caminada

Als Elektroautofahrer geniesst man, drosselt das Tempo, überlegt sich vor der Fahrt, wo Lademöglichkeiten bestehen, und nimmt sich dann halt auf der Autobahnraststätte Gunzgen Nord SO Zeit für einen Espresso und eine Ing­wer-Zitronen-Limonade, während der Audi an der Ladesäule hängt. In 13 Minuten werden 15,961 kWh Strom für CHF 8.69 geladen, danach ist der Akku an diesem Tag wieder voll.

Unseren ersten Halt aber haben wir zuvor bei Andreas Caminada eingelegt. Der ideenreiche Bündner gehört zu den besten Köchen der Schweiz, sein «Schloss Schauenstein» in Fürstenau ist mit 19 Punkten im GaultMillau und 3 Sternen im Guide Michelin bewertet – ein Restaurant, das weit über die Landesgrenzen hinaus Geniesser aus ­aller Welt anzieht.

Seit Kurzem serviert Caminada nicht nur aufwendige Menüs im edlen Schlossambiente, mit der «Casa Caminada» betreibt er auch ein ästhetisches Gasthaus mit zehn Zimmern und regionaler Küche. Aus dem grossen Holzofen der hauseigenen Bäckerei – ­eine g­emauerte Sonderanfertigung aus Deutschland – strömt der betörende Duft von frisch ­gebackenem Brot. Der perfekte Ort für einen kulinarischen Zwischenstopp. ­Caminada trinkt einen Cappuccino und erzählt, wie er 2003 in Fürstenau angefangen hat: «Wir hatten keine Ahnung, ob die Leute bereit sind, den Weg zu uns auf sich zu nehmen.»

Audi E-Tron: Reto Lampart 2019

Edel-Raststätte: Das «Lampart's» liegt nur fünf Minuten von der Autobahn A1 entfernt.

Thomas Buchwalder
Audi E-Tron: Reto Lampart 2019

Mittagessen: Asiatisch inspirierte Langustine mit Saubohnen und Cashewnüssen von Reto Lampart.

Thomas Buchwalder
Audi E-Tron: Reto Lampart 2019

Power-Paar: Seit 20 Jahren führen Reto und Anni Lampart in Hägendorf das «Lampart's».

Thomas Buchwalder

Lampart’s, Hägendorf SO

Dies ist gewissermassen die beste ­Raststätte der Schweiz. Nur ein paar ­Kilometer von der A1 entfernt, kochen Reto und Anni Lampart auf höchstem Niveau: 17 Punkte im GaultMillau und 2 Sterne im Guide Michelin seit vielen Jahren.

Diese Frage ist längst geklärt, wer im «Schloss Schauenstein» essen möchte, sollte ein paar Wochen im Voraus reservieren. «Viele Gäste kommen mit dem Zug, die holen wir mit unserer Audi-A8-­Limousine am Bahnhof ab», sagt Caminada. Wer mit einem E-Tron kommt, findet auf dem Parkplatz sogar eine ­Ladestation von R-Power vor. Und mittlerweile kommen die Leute auch nach Fürstenau, um einfach Brot zu kaufen. «Wir wollten dem grossartigen Handwerk des Backens wieder eine Bühne bieten. Das schätzen die Gäste», sagt Caminada. Wir machen uns mit einem Laib frischem Brot auf den Weg, legen einen Halt in der Raststätte Heidiland ein, wo Ladesäulen von Ionity mit Kabeln dick wie kräftige Männerarme so viel Strom in die E-Tron-Batterie leiten, dass man eine Kleinstadt damit beleuchten könnte: 33 kWh sind es in 21 Minuten, damit fahren wir problemlos über 100 Kilometer weit.

«Es machen viele Gäste Halt auf dem Weg in den Süden»

Reto Lampart

Unser nächster Halt ist sozusagen die beste Raststätte der Schweiz: Unweit der A1 in Hägendorf betreiben Anni und Reto Lampart seit 20 Jahren das «Lampart’s»: 2 Sterne, 17 Punkte sind die Noten in den Guides. Und Reto Lampart, ein energiegeladener Appenzeller, gibt zu, dass die A1 eine wichtige Rolle fürs Geschäft spiele. «Während des Autosalons in Genf waren wir oft ausgebucht.» Seit mehr Besucher den Zug nehmen, sei der Saloneffekt zurückgegangen, «aber es machen immer noch viele Gäste hier halt, wenn sie von Norden her in den Süden fahren.»

SI AUTO Pont de Brent

Nachhaltig: Stéphane Décotterd kocht seit einem Jahr nur noch mit Produkten aus der Schweiz

Ellin Anderegg
Audi E-Tron: Reto Lampart 2019

Hochwertig: Blick ins edle Cockpit des Audi E-Tron.

Thomas Buchwalder
SI_Auto_Pont de Brent

Idylle: Das Restaurant Le Pont de Brent im Lavaux.

Ellin Anderegg

Le Pont de Brent, Brent VD

Nach vielen Jahren mit klassischer ­französischer Küche hat Stéphane ­Décotterd radikal umgestellt: Gekocht wird immer noch ­französisch, aber nur mit Produkten aus der Schweiz: 18 Punkte im GaultMillau, 2 Sterne im Guide Michelin.

Das Telefon klingelt, Reto Lampart muss einen Lieferanten zurechtweisen. Die Morcheln, die er gebracht habe, ­seien zu gross gewesen, er wolle nur kleine Pilze, sagt der Perfektionist am Herd. Während er kocht, ist seine Frau Anni für das Brot, die Desserts und den Service zuständig – eine einmalige Kom­bination in der Schweizer Gastronomie. Ende 2019 hört das Paar in Hägendorf auf. Es lohnt sich, vorher vorbeizugehen – für Gerichte wie Langustine mit ­Cashewnüssen und Saubohnen.

Weil ein E-Auto sinnvollerweise entspannt und mit leicht reduziertem Tempo gefahren werden sollte, ist man mit heiterem Gemüt unterwegs. Wer 110 statt 120 km/h am Tempomaten ein­stellt, braucht nicht viel länger, hat aber sehr viel weniger Stress. Der E-Tron ist mit allen Assistenzsystemen ausgestattet, die das Autofahren angenehm machen, so wird die Fahrt zum Wellness-Trip – natürlich sind die Audi-Sitze mit einer Massagefunktion ausgestattet.

An der Brücke von Brent halten wir zum letzten Mal, hier kocht der ­sympathische Romand Stéphane Décotterd im «Le Pont de Brent» (2 Sterne, 18 Punkte). Vor einem Jahr hat er seine Küche radikal umgestellt, statt klassische Luxusprodukte wie Steinbutt, Hummer und Gänseleber aus Frankreich gibts jetzt Saibling mit wildem Fenchel aus dem Jura oder Rind vom Bauern aus dem Nachbardorf. Auch sonst verwendet er nur noch Produkte aus der Schweiz. «Die bisherige Art zu kochen hat für mich keinen Sinn mehr gemacht», sagt Décotterd über seinen neuen, nachhaltigen Weg. Bewusster Genuss auch hier – wir Elektroautofahrer haben es ja schon immer gewusst. 

Von David Schnapp am 13. Mai 2019