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  4. Peter Fischer macht mit Holzgas-Blockheizkraftwerk Strom und Wärme

Für Hof und Altersheim

Der Bauer Peter Fischer erntet Energie

Der Landwirt als Energieproduzent. Peter Fischer stellt mit seinem Holzgas-Blockheizkraftwerk Strom und Wärme für sich, aber auch fürs benachbarte Altersheim her. Mit Holz aus den Wäldern der Region.

Bauer Peter Fischer
Bauer Peter Fischer vor dem Eschen-Rundholz. Dieses ergibt im Holzgas-Blockheizkraftwerk die beste Leistung. Es kommt aus dem nahen Wald. Gabi Vogt

Er hätte vom Bauernverband einen Orden verdient: Der Landwirt Peter Fischer hat seinen Betrieb in Schleitheim SH auf vier Standbeine gestellt: Er betreibt Ackerbau, Schweinezucht, bietet Lohnarbeit mit dem Mähdrescher an und ist nun auch noch Energieproduzent.

So funktioniert die Stromproduktion:

«Nach dem Unglück in Fukushima war mir klar, dass sich in der Schweiz etwas verändern muss. Also habe ich rund einen Viertel der Dächer auf meinem Hof mit Solarpanels zur Stromproduktion gedeckt», erzählt Fischer den Weg, den er zurückgelegt hat.

«Unser Betrieb liegt abgelegen, und wir haben nicht allzu viele Möglichkeiten, uns wirtschaftlich weiterzuentwickeln. Also kam die Idee zur umweltfreundlichen Energieproduktion.»

Bauer Peter Fischer
Die Schweinezucht ist ein Standbein, daneben betreibt Fischer Ackerbau und produziert Strom und Wärme. Gabi Vogt

Altersheim profitiert mit

Mit dem Verkauf des Stroms hatte er einen ersten Baustein gelegt. Doch Fischer war überzeugt, dass da noch mehr möglich ist. Ursprünglich wollte er einfach noch mehr Fotovoltaik installieren. Doch dann kam die Anfrage des nahe gelegenen Altersheims: Die Ölheizung war durch eine Überschwemmung kaputt gegangen, «und wir suchten eine umweltfreundliche Lösung», sagt Heimleiterin Andrea Kaysser. Nach Diskussionen mit Spezialisten, Berechnungen und Abwägen verschiedener Möglichkeiten entschied sich Peter Fischer für ein Holzgas-Blockheizkraftwerk.

Bauer Peter Fischer
Das Blockheizkraftwerk kommt auf jährlich 8000 Betriebsstunden, die Leistung ist permanent abrufbar. Gabi Vogt

Einer der Beteiligten, die in das Projekt involviert waren, ist Roman Lutz von der Haustechnik-Firma Lutz Bodenmüller AG, einem Unternehmen von BKW Building Solutions. Ihm liegt das Projekt speziell am Herzen: «Durch die Offenheit und Zusammenarbeit vieler Menschen konnten wir diese umweltfreundliche Lösung finden», freut er sich. Das sei der Weg, den die Schweiz gehen müsse, um die Energiewende zu schaffen, ist er überzeugt.

Bauer Peter Fischer
Auf dem Hof von Peter Fischer wird mit Holzschnitzeln ein Blockheizkraftwerk und eine Heizung betrieben. Gabi Vogt

Mehr Strom im Winter

Durchschnittlich produziert Fischers Werk genügend Wärme für Hof und Altersheim. In Spitzenzeiten im Winter muss er aber mehr Heizleistung bereitstellen – weshalb er eine zusätzliche Holzschnitzelanlage gebaut hat. «Erst die Zusammenarbeit mit dem Altersheim erlaubt, die Anlage mit rund 8000 Betriebsstunden rentabel zu betreiben», weiss Roman Lutz. «Holzgas-Blockheizkraftwerke sind nichts Neues, die Technologie gibt es seit Langem», so Lutz. Bei Fischer wurde allerdings ein österreichisches Modell der Firma Glock als Erstes in der Schweiz installiert. Die Investitionskosten bei Bauer Fischer seien gegenüber einer konventionellen Anlage etwa dreimal höher gewesen. Umso wichtiger sei es, dass man eine Lösung gefunden habe, mit der die Anlage ausgelastet wird.

Lebenswerte Zukunft

Lösungen für eine lebenswerte Zukunft: In Kurzspots der BKW werden Lösungen beleuchtet, die aus den fünf Kompetenzfeldern BKW Building Solutions, BKW Engineering, BKW Infra Services, BKW Energy und BKW Power Grid stammen. Zentral für alle Bereiche ist der Grundsatz: BKW machts möglich.

Den Auftakt macht Peter Fischer.

www.bkw.ch/loesungen

Das Maximum herausholen

Peter Fischer ist dafür besorgt, das Maximum aus der Anlage herauszuholen. Er hat herausgefunden, dass Holzschnitzel aus Eschen-Rundholz die beste Leistung ergibt. «Die Äste werden dann als Schnitzel in der Holzschnitzelheizung verfeuert.» Das Holz kommt aus den umliegenden Wäldern. Fischer: «Kein Weg ist länger als zehn Kilometer.»

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit BKW.

Von Monique Ryser am 6. Mai 2019