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Travel-Talk über Familienferien

Sarina Arnolds Geheimtipps für Reisen mit Kindern

Sie packt ihre Sachen quasi im Schlaf, schwört auf Kompressionsstrümpfe und Vitamin B12. Model Sarina Arnold ist ein Reiseprofi – beruflich wie privat.

Sarina Arnold am Strand
Beruflich lebt Sarina Arnold als Model seit Jahren aus dem Koffer. Die Erfahrung macht sie zum Reiseprofi - auch wenn sie mit der Familie unterwegs ist. Instagram / @sarinaarnoldofficial

Wer seit über 22 Jahren im Schnitt zwei Wochen pro Monat auf Reisen ist, den lockt so schnell keine Ferien­destination mehr aus dem Haus. Würde man zumindest denken. Doch bei Sarina ­Arnold, 38, ist das anders: Auf private Reisen freut sich die Urnerin besonders. Dann gönnt sie sich ihren liebsten Luxus: ungestört Zeit mit ihrem Mann Raphael, 43, und den Kindern Felice Alyssa, 11, und Lean Luis, 3, verbringen.

Sarina Arnold, woher stammt Ihr letzter Passstempel?
Von den Malediven. Wo ich mich im ­Übrigen jetzt gerade befinde.

Oh! Dann beschreiben Sie doch bitte, wies bei Ihnen zurzeit aussieht.
(Lacht.) Einfach herrlich! Vor meinem Liegestuhl liegt das türkisblaue Meer, es weht eine leichte Brise, Lean macht seinen Mittagsschlaf, Felice badet, und von rechts nähert sich gerade der Mann mit frischen Kokosnüssen.

Irre ich, oder waren Sie vor genau einem Jahr auch schon dort?
Stimmt! Raphael und ich feierten hier unseren zehnten Hochzeitstag – selbstverständlich mit den Kindern. Das ‹Anantara Dhigu› ist ein traumhaftes ­Resort. Wir geniessen hier die perfekte Familienzeit und fühlen uns vollends entschleunigt.

Was vermissen Sie jeweils am meisten, wenn Sie wieder zu Hause sind?
Die Einsiedlerkrebse. Und es ist hart, wieder Schuhe anziehen zu müssen. Hier leben wir in Flipflops.

Aus welchem Urlaub stammt Ihre liebste «Weisch no …»-Geschichte?
Eine oft erzählte Episode von einer be­ruflichen Reise: Ich war in Indien und musste auf den Flieger an die Fashion-Shows in Mailand. Kurz vor der Abreise ass ich im Hotel noch ein paar Trauben – den Flug nach Rom verbrachte ich auf der Toilette. Die meiste Zeit nicht einmal mehr sitzend, sondern liegend. Es war grauenvoll.

Wie liefen die Familienferien in Ihrer Kindheit ab?
Einmal im Jahr ging es für eine Woche im Sommer nach Italien an die Adria. Die Fahrt im Auto, damals ohne Klimaanlage und Navigationssystem, war immer ein Riesenstress. Hinten stritten wir drei Mädchen um den Platz, vorne war meine Mutter stets besorgt, dass meinem Vater am Steuer die Augen zufallen könnten – und zu guter Letzt explodierte einmal gar eine Cola-Plastikflasche im Kofferraum. Jedes Jahr gab es einen Zwischenfall. Dafür war es vor Ort immer wunderbar.

Ihre liebste Ferienerinnerung?
Die Reise mit meinem Mann und Felice nach Costa Rica. Das liegt bereits ein paar Jahre zurück. Ein Freund von mir besitzt dort ein Haus, alles ist sehr authentisch und naturbelassen. Wir ritten am Strand, fuhren zum Fischen aufs Meer hinaus und badeten unter Wasserfällen.

Verreisen Sie regelmässig als Familie?
Ja, die Schulferien diktieren unsere Planung. Über die Weihnachtszeit fahren wir jeweils ein paar Tage in die Berge. Ob es uns in den Sportferien in die Höhe oder an die Wärme zieht, entscheiden wir hingegen spontan. Und in den Sommerferien gehts regelmässig für zehn Tage nach Mallorca oder Italien. Den Rest verbringen wir in der Schweiz.

Ihr Tipp für Reisen mit Kindern?
Immer genügend Zeit einplanen und Stress vermeiden.

Wo sitzen Sie jeweils im Flieger?
Am liebsten am Gang oder Notausgang. Als Familie belegen wir gerne die bei den meisten unbeliebte Reihe in der Mitte. Es kommt uns entgegen, dass wir dort alle vier nebeneinander sitzen können.

Wann löst ein Sitznachbar bei Ihnen ein «Oh nein, bitte nicht …» aus?
Das geschieht eigentlich selten. Da ich aber eine empfindliche Nase habe, könnte ich manchmal auf gewisse Düfte verzichten.

Welcher Reisetyp sind Sie?
Durchgeplant und organisiert. Ich mag auf Reisen keine Überraschungen.

Ihr unübertroffenes Reiseoutfit?
Auch wenn mich mein Ehemann des­wegen schon belächelt hat – ohne meinen Kaschmirschal steige ich in keinen Flieger. Warme Socken und die Lippenpomade von Louis Widmer dürfen auch nie fehlen. Und: Auf langen Flügen trage ich Kompressionsstrümpfe.

«Mein Lieblingsland ist die Schweiz»

Sarina Arnold
Travel Talk Tui Sarina Arnold
Inselleben Die Maledivenferien mit ihrem Mann Raphael und Instagram/sarinaarnoldofficial
Travel Talk Tui Sarina Arnold
den Kindern Felice und Lean sind für Sarina immer ein Highlight. Instagram/sarinaarnoldofficial

Schon mal einen Flieger verpasst?
Ja. Aber nicht durch mein Verschulden.

Haben Sie eine Kofferpackstrategie?
Nein. (Lacht.) Ich bin ein Packprofi. Das erledige ich mit geschlossenen Augen. Aber wenn die Kinder mitreisen, dauert es auch bei mir etwas länger.

Schuhe brauchen unverschämt viel Raum. Und Flipflops gehen leider nicht immer. Verraten Sie uns Ihren Trick.
Man muss sich rigoros limitieren. Turnschuhe sind zum Glück salonfähig. ­Offene Schuhe sparen Platz. Die mit hohen Absätzen bleiben daheim.

Fünf-Sterne-, Boutique-Hotel, Massenschlag oder Ferienhaus?
Ich mag Boutique-Hotels super gerne. Meine Lieblingsadresse ist die Locanda al Colle in Italien.

Was ist ein No-Go in Hotelzimmern?
Schmutz.

Und was ein Must?
Die Kaffeemaschine. Wenn ich arbeite, werde ich oft bereits um fünf in der Früh geschminkt und frisiert. Da bin ich froh, wenn ich zuvor auf meinem Zimmer einen Kaffee trinken kann.

Welches ist Ihre Seite im Doppelbett?
Die linke!

Ihr erster Ferienflirt?
Manuel, der italienische Bademeister in roten Shorts.

Erinnern Sie sich an Ihre erste Reise ohne Eltern?
Ich flog mit meiner Schwester nach Zakynthos in Griechenland. Bis sie ­ihren ersten Freund hatte, machten wir das regelmässig.

Ihr Sonnenschutzfaktor?
Gesicht 50, Körper 30 – immer von ­Louis Widmer. Auf den Malediven benutze ich gar Faktor 70!

Gehen Sie im Ausland zum Friseur?
Ich versuche, Friseurbesuche in den Ferien zu vermeiden. Frisiert zu werden, hat bei mir was mit Arbeiten zu tun.

Worauf legen Sie in den Ferien wert?
Feines Essen! Darum liebe ich Italien.

Ihr liebstes Gelato?
Schokolade und Kokos.

Woher, denken die Leute im Ausland, stammen Sie?
Aus Schweden.

Welche Art Ferienvorbereitung treffen Sie?
Geht es an die Wärme, nehme ich Vitamin B12 ein – damit mich die Mücken nicht fressen.

Verreisen Sie und Ihr Mann zu zweit – wer schaut auf die Kinder?
Es kommt selten vor, doch dann tun das unsere Mütter.

Sprechen Sie oder Ihr Partner mehr von den Kindern?
Definitiv ich! Ich vermisse die zwei ­bereits im Auto auf der Fahrt zum Flughafen.

Schaffen Sie es in den Ferien, offline zu sein?
Ganz ehrlich, es fällt mir schwer, das Mobile wegzulegen. Zumal ich oft damit fotografiere.

Werden Sie im Ausland erkannt und ­angesprochen?
Das kommt vor. Meist auf dem Rück-flug in die Schweiz. Es sind immer sehr nette Begegnungen.

Ihre Lieblingsdestination?
Patagonien, Costa Rica, Italien und ­Malediven. Aber mein Lieblingsland ist die Schweiz.

Wonach halten Sie bei Ankunft als ­Erstes Ausschau?
Nach meinem Hotelzimmer.

Was machen Sie auf allen Reisen?
Fotos für die Kinder. Und ich kaufe ­ihnen ein Mitbringsel.

Wie bekämpfen Sie Jetlag?
Mit Sport. Vor allem nach Nachtflügen hilft es mir, in den Tagesrhythmus zu kommen.

Wohin gehts als Nächstes?
Berufsbedingt nach Kapstadt.

Zurück daheim, wann packen Sie die Koffer aus?
Sofort. Alles wandert dann direkt in die Waschmaschine.

Von Bettina Bono am 23. April 2019