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Robinson Club

Wieder am Ball

Die Beachvolleyballerin Joana Heidrich tankt nach ihrer Rückenverletzung Kraft im Robinson Club Agadir. Und geniesst dabei Massagen, Yoga und die orientalische Küche.

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Monika Flückiger

Der Kindheitstraum geht unter die Haut: Schon als Mädchen wollte Joana Heidrich, 27, an die Olympischen Spiele. Später hat sie sich «Rio 2016» und das Logo der fünf ineinander verschlungenen Ringe sogar auf den rechten Rippenbogen tätowieren lassen. In Brasilien gab die Beachvolleyball-Nationalspielerin dann alles für die Schweiz. Am Ende belegte sie mit ihrer Partnerin Platz fünf.

Seither hat sich im Leben der 27-Jährigen einiges verändert. Sie spielt in neuer Zusammensetzung und musste einen schweren Rückschlag verkraften: Im Juli 2018 verletzte sich die Sportlerin an der Wirbelsäule. Diagnose: Bandscheibenvorfall. Mit Training und Wettkämpfen war erst mal Schluss. Joana musste operiert werden, danach drei Monate in die Reha. «Ich hatte starke Schmerzen», erzählt sie.

Jetzt will sie nach vorne schauen. Um wieder zu ihrer vollen Leistung zurückzufinden, macht die Sportlerin unter anderem viel Pilates, das stärkt die Rumpf- und Bauchmuskulatur. «Ich musste fast wieder bei null anfangen», sagt sie. Vielleicht, überlegt sie, habe die Verletzung aber auch etwas Gutes: In ihrer gesamten Karriere sei bisher alles glatt gelaufen. «Der Bandscheibenvorfall zeigt mir, dass ich gut auf meinen Körper schauen muss. Es ist nicht selbstverständlich, immer fit zu sein.» Seit Mitte Oktober steht die 1,90 Meter grosse Joana mit den langen schwarzen Haaren und ihren strahlend blauen Augen wieder mit beiden Füssen fest im Sand. Und bereitet sich auf das nächste Turnier vor. Die Zeit davor nutzt sie, um noch einmal richtig auszuspannen. 

Joana Heidrich Spa Robinson Club Agadir Marokko

Zeit für sich. Joana Heidrich entspannt sich im WellFit-Spa.

Monika Flückiger

Im Robinson Club Agadir, umgeben von Sanddünen und Palmen und direkt am Atlantik gelegen, checkt sie mit ihrer besten Freundin, Lina Sundström, 33, für eine Woche ein. Kennengelernt haben sich die zwei Frauen vor acht Jahren – natürlich beim Volleyball. Damals spielte Joana noch in der Halle, Lina war ebenfalls Leistungssportlerin. Vor vier Jahren hörte sie auf. «Mein Körper hat mir gesagt, dass es nun genug ist», erzählt die Schwedin in fast akzent­freiem Schweizerdeutsch. Ihrer Freundin Joana steht sie gerne zur Seite und hilft ihr, sich nach der Operation wieder fit zu machen. 

Perfekt für diese Zwecke: Die Mischung aus Sport und Entspannung, die der Robinson Club bietet. Für Joana ist es die letzte Woche Ferien, bevor sie wieder voll ins Training einsteigt. «Auch wenn ich in den Ferien bin, mache ich regelmässig Sport, um nicht aus der Übung zu kommen. Mindestens eine Stunde am Tag», sagt sie. Statt Pilates steht Yoga auf dem Programm, und das zusammen mit der Robinson-Instruk­torin direkt am Strand. Im Spa gibt es eine Massage – «nach einem Match tut mir das immer sehr gut» –, und im club-eigenen Fitnessstudio stellt Joana ihre Muskulatur auf die Probe.

Yoga Strand Sport Joana Heidrich Agadir Marokko

Matte statt Ball. Am 8,5 Kilometer langen Strand kann man nicht nur baden und Volleyball spielen, sondern auch Robinson-Yoga-Kurse besuchen.

Monika Flückiger

Dann ist ein Beachvolleyballspiel angesagt: ein lockerer Ballwechsel zwischen Lina und Joana am Strand. Die Klotenerin ist im Element. Trotz Ferienstimmung ist sie auf einmal hochkonzentriert. Jeder Pass, jede Abnahme sitzt. Dass Joana gerade erst drei Monate Reha hinter sich hat, ist kaum zu glauben. Eigentlich versuche sie immer, die freie Zeit zu nutzen, um richtig auszuspannen. «Ich trainiere so viel und oft, dass ich in den Ferien eigentlich auch gerne mal andere Aktivitäten ausprobiere», erzählt sie. Und setzt das Gesagte gleich in die Tat um: Trotz Wellengang dreht sie ein paar Stand-up-Paddel-Runden im Meer.

Sport macht bekanntlich hungrig. Und hungern muss im Robinson Club definitiv niemand. Niemals. Zwischen Frühstücks- und Dinnerbuffet gibt es selbstverständlich auch ein Mittags­buffet. «Ich möchte am liebsten alles einmal probieren», sagt Joana – und isst mittags dann doch immer wieder die Rotbrasse vom Grill, dazu marokkanische Gewürze und Gemüse. Der Fisch schmeckt einfach zu gut. Einen Er­nährungsplan hat die 27-Jährige nicht. «Ich esse eigentlich immer automatisch recht ausgewogen.» 

Zu Hause in Bern macht sich die Sportlerin gerne einmal einen Couscous- oder Quinoa-Salat. Dazu Fleisch oder Fisch. Davon profitiert auch ihr jüngerer Bruder, ebenfalls Beachvolleyballer und ihr Mitbewohner.

Rotbrasse Grill Fisch Food Marokko

Joanas Favorit am Mittagsbuffet: In der Strandbar gibt es Rotbrasse direkt vom Grill.

Monika Flückiger

Wem es im Club in Agadir nicht nach körperlicher Betätigung ist, der kann sich am Pool niederlassen. Neben einem grossen Hauptbecken gibt es einen kleinen, abgetrennten Bereich, der am Nachmittag zum Whirlpool wird. Für Joana und Lina genau der richtige Ort, um den Tag bei einem alkoholfreien Cocktail ausklingen zu lassen. 

Am Abend probiert die 27-Jährige dann etwas, was sie bis dato noch nie getan hat: Wasserpfeife rauchen. Auf der Terrasse des Spezialitäten-Restaurants Café Maure lassen sich die Frauen auf bestickten Sitzkissen nieder, geniessen einen fast schon kitschigen Sonnenuntergang und ziehen an der Shisha. Der Rauch duftet nach Apfel und Tabak – und Joana bekommt einen Husten­anfall. «Ich wollte es unbedingt einmal ausprobieren, aber ich denke, ich be­lasse es doch lieber bei diesem ­einen Mal», sagt sie und lacht und hustet im Wechsel.

Shisha Marokko Joana Heidrich Agadir Restaurant

Arabische Nacht. Joana (r.), 27, hat noch nie geraucht. In Marokko ist ein Zug an der Shisha aber fast Pflicht. Mit Freundin Lina geniesst sie den Abend im Spezialitätenrestaurant, mit Top-Ausblick auf den Pool.

Monika Flückiger

Die traditionelle Teezeremonie am Morgen gefiel ihr da besser: In Marokko trinken die Berber jeden morgen zwischen zehn und elf Uhr einen aufgekochten Schwarztee mit frischer Minze und Zucker. Zu Hause macht sich Joana selber gerne mal einen Pfefferminztee. «Aber ich füge noch Zitrone, Ingwer und einen kleinen Schuss Holunderblütensirup hinzu», sagt sie. In Marokko schmecke der Tee intensiver und exotischer als in der Schweiz. Dort steht für die Beachvolleyball-Spie­lerin bald die Qualifikation für Olympia 2020 in Tokio an. Joana möchte natürlich dabei sein. Ob sie sich dann noch «Tokio 2020» auf die linken Rippen­bogen tätowiert? Sie lacht. «Das werde ich oft gefragt, aber nein, ein Tattoo reicht!»

Tee Marokko Pfefferminztee Zeremonie Tradition

Tee-Tradition: Joana und Lina (r.) tun es den Marokkanern gleich und trinken aufgekochten Pfefferminztee mit Zucker.

Monika Flückiger

5 for the road

Anreise 1 × wöchentlich Direktflug mit Germania ab Zürich im Sommer 2019
Unterkunft Robinson Club Agadir, www.tui.ch/robinson-club-agadir
Restaurant Spezialitäten-Restaurant Café Maure im Robinson Club
Drink Fruchtige Cocktails an der Hauptbar direkt am Pool geniessen
Sightseeing Taghazout – ein charmantes Fischerdörfchen (40 Minuten)

Von Maren Meyer am 1. April 2019